Covid-19-Verbreitung im Ruhrgebiet

Corona-Hotspots in Dortmund: Nordstadt und Eving am stärksten betroffen – die Zahlen der anderen Stadtteile

Fast täglich gibt es Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Dortmund.
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Fast täglich gibt es Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Dortmund.

In der Corona-Krise haben sich in Dortmund zwei Stadtteile zu Corona-Hotspots entwickelt. Nun hat die Stadt Zahlen zu allen Stadtteilen herausgegeben.

  • Fast jeden Tag gibt es Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Dortmund.
  • Zwei Stadtteile sind davon offenbar besonders betroffen - zudem veröffentlicht die Stadt eine Tabelle.  
  • Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts, warnt zudem Urlauber vor Leichtsinnigkeit.

Update, Freitag (17. Juli), 18.51 Uhr: Dortmund - Die Stadt Dortmund hat nun eine Tabelle veröffentlicht, die über die Verteilung der Infektionsfälle am Coronavirus in allen Stadtbezirken Auskunft geben soll. Dabei handelt es sich um die Infektionszahlen im gesamten Zeitraum der Coronavirus-Pandemie vom 5. März bis zum 15. Juli. 

Coronavirus in Dortmund: Stadt veröffentlicht Tabelle über Infektionszahlen

Zum Vergleich sind in der Tabelle auch die Anzahl der Einwohner in den jeweiligen Stadtgebieten und die Anzahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner zu sehen.  

Stadtbezirke

Corona-Fälle (Stand 15.07.2020)

Zahl der Einwohner (Stand 31.12.2019)

Positive Fälle pro 100.000 Einwohner vom 5. März bis 15. Juli

Innenstadt-West

89

52.793

168,6

Innenstadt-Nord

207

59.604

347,3

Innenstadt-Ost

116

56.963

203,6

Eving

86

38.482

223,5

Scharnhorst

50

46.475

107,6

Brackel

74

56.199

131,7

Aplerbeck

84

55.744

150,7

Hörde

87

56.512

153,9

Hombruch

106

57.021

185,9

Lütgendortmund

62

48.442

128,0

Huckarde

64

36.381

175,9

Mengede

59

38.993

151,3

Ohne Angabe

16

Summe

1100

603.609

182,2

Quelle: Stadt Dortmund

Dr. Frank Renken, der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Dortmund, sagt: "Seit etwa vier Wochen hat sich das Infektionsgeschehen in Dortmund anhaltend verändert." Alle Stadtteile seien bis dahin gleichermaßen betroffen - ohne Schwerpunkte. 

Coronavirus in Dortmund: Aktuell keine problematische Situation

In den vergangenen vier Wochen habe es jedoch mehr Covid-19-Fälle in der Innenstadt-Nord gegeben. Es sei allerdings keine problematische Situation. Schon jetzt gebe es Informationen in anderen Sprachen und mediale Angebote der Stadt - zudem sollen die Communities weiter eingebunden werden. In den kommenden Wochen soll zudemeine neue Teststelle in der Nordstadt aufgebaut werden.

Auch die Einrichtung einer Teststelle sei nach Informationen der Stadt Dortmund geplant. Diese soll den schnellen Zugang zur Testung für Rückkehrer aus Risikogebieten sichern und könnte zum Schulbeginn aktiv sein. 

Bund und Länder haben übrigens entschieden, dass es zukünftig zu verschärften Maßnahmen bei regionalen Coronavirus-Ausbrüchen kommen kann. Eventuell müsste nicht mehr ein ganzer Landkreis einen Lockdown erleiden - Ausgangssperren könnten lokal verhängt werden. 

Coronavirus in Dortmund: Welche Stadtteile besonders betroffen sind

Erstmeldung, Donnerstag (16. Juli): Die Coronavirus-Pandemie ist noch lange nicht vorüber. Auch in Dortmund erkranken täglich Menschen an Covid-19. Laut dem Leiter des Gesundheitsamts sind zwei Stadtteile sogar besonders betroffen.

Sechs Neuinfektionen am Dienstag, sieben am Mittwoch: Immer wieder stecken sich Menschen in Dortmund mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) an. Bewohner zweier Stadtteile sind aber offenbar stärker gefährdet, sich das neue Virus einzufangen.

Fast täglich gibt es Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Dortmund.

Das sagte Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts in Dortmund, gegenüber Radio 91.2. Demnach sind diese zwei Stadtteile besonders von Neuinfektionen mit dem Coronavirus betroffen:

  • Nördliche Innenstadt (Nordstadt)
  • Eving

Hier spielten sich aktuell rund 98 Prozent des Infektionsgeschehens ab, schätzt Renken.

Coronavirus in Dortmund: Neuinfektionen besonders in der Nordstadt

Besonderes auffällig sei das Infektionsgeschehen allerdings in der Innenstadt Nord. "Alle anderen Stadtteile sind im Moment nur ganz sporadisch betroffen", sagte der Leiter des Gesundheitsamts dem Sender.

Als Grund dafür sieht er das enge Zusammenleben in der Nordstadt an. Der Stadtteil ist der mit Abstand am dichtesten besiedelte in Dortmund. Kinder würden dort miteinander spielen, die Erwachsenen quatschen und "normale Dinge" tun, sagte Renken. "So erklären wir uns, dass in diesen Bereichen die Übertragung besser funktioniert."

Da es bislang keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, helfen derzeit nur Abstand halten, Hände waschen oder desinfizieren sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Weiteres zu Ansteckung, Symptomen und Schutz vor dem Coronavirus haben wir hier zusammengestellt.

Gesundheitsamt Dortmund: Leiter Renken mit Warnung an Mallorca-Rückkehrer

Eine große Rolle spielen dabei wohl auch in Dortmund größere Familienfeiern. Zuletzt hatte bereits der Leiter des Krisenstabs in Duisburg davor gewarnt, Geburtstage und andere Feste zu feiern. Er hatte Alarm geschlagen, weil die Zahl der Neuinfektionen plötzlich in die Höhe geschnellt war.

Auch Rückkehrer etwa von Mallorca oder aus anderen Risikogebieten warnt der Chef vom Gesundheitsamt: Wer dort gefeiert habe und kurz nach der Rückkehr seine Mutter besuche, verhalte sich "unverantwortlich".

Dortmund: Mehr als 1.000 Menschen infiziert - Lage sei "beherrschbar"

Insgesamt haben sich nach Angaben der Stadt Dortmund bislang rund 1.100 Menschen offiziell mit dem Coronavirus infiziert. 14 davon waren im Zusammenhang mit dem Virus oder anderer Umstände gestorben.

Nach Covid-19-Ausbrüchen wie etwa im Klinikum Dortmund sei das Geschehen aktuell beherrschbar, sagte Renken. Dennoch sei es unmöglich, die Zahl der Neuinfektionen auf Null zu senken.