Covid-19-Pandemie

In Dortmund steigt die Zahl der Corona-Patienten rasant – Polizei zieht Konsequenzen

Die Maskenpflicht in Dortmund soll während der Coronavirus-Pandemie künftig strenger kontrolliert werden.
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Die Maskenpflicht in Dortmund soll künftig strenger kontrolliert werden.

In Dortmund spitzt sich die Corona-Situation zu: Nun nimmt auch die Zahl der Patienten im Krankenhaus weiter zu. Die Polizei verschärft die Maßnahmen.

Rund 2.800 Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag (26. Oktober) für NRW verzeichnet. In Dortmund haben sich weitere 57 Menschen mit Covid-19 angesteckt. Die Zahl der Patienten, die deshalb im Krankenhaus behandelt werden müssen, stieg auf 85. Mit schärferen Maßnahmen soll nun verhindert werden, dass die Situation in der Stadt außer Kontrolle gerät. Ein Lungenspezialist des Klinikums gibt zudem Tipps, wie man sich nun am besten verhält.

Corona-Krise in Dortmund: Zahl der Covid-19-Patienten im Krankenhaus steigt deutlich an

Mit einem Inzidenzwert jenseits der 130 wird die Corona-Pandemie in Dortmund zunehmend schwerer zu händeln. Der Wert bedeutet, dass jeder Infizierte im Schnitt mehr als eine weitere Person ansteckt. Allein heute (26. Oktober) meldete die Stadt 57 weitere Covid-19-Infektionen. Und mit jedem Infizierten steigt auch die Zahl der Kontaktpersonen, die nachvollzogen werden müssen.

Das problematische dabei: Auch die Zahl der Patienten im Krankenhaus schnellt in die Höhe. Waren in Dortmund am Sonntag (25. Oktober) noch 70 Betten mit Corona-Kranken belegt, sind es heute bereits 85. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sah die Kliniken in Deutschland Anfang des Monats jedoch noch gut gewappnet für die zweite Welle. Einige Intensivstationen in NRW hatten bereits Engpässe gemeldet.

Dortmund: Lungenfacharzt empfiehlt weniger Kontakte und Tagebuch

Dennoch warnte das Klinikum Dortmund in einem Instagram-Live am Montagnachmittag (26. Oktober) selbst vor einer exponentiellen Ausbreitung des Virus. „Die Fallzahlen im Klinikum gehen schon jede Woche nach oben“, sagte Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Pneumologie und Infektiologie. Eine weitere Verdopplung könnte also unschöne Folgen haben. Zumal die aktuellen Zahlen eher das Ansteckungsgeschehen von vor 10 bis 14 Tagen abbilden.

Dass künftig etwa die Kitas in Dortmund wieder geschlossen werden könnten, glaubt Dr. Schaaf indes nicht. „Es ist sehr selten, dass Kinder sich anstecken“, sagte er in dem Video. Im Klinikum Dortmund seien die Corona-Patienten im Schnitt 50 Jahre alt. Der jüngste sei derzeit 28, der älteste 86 Jahre alt. (Aktuelle Nachrichten zur Corona-Lage in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

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Steigen die Zahlen der #Covid19-Patienten im Klinikum #Dortmund? Wie sieht die Therapie aus - auch um Unterschied zur #Influenza-Grippe? Und warum ist #SarsCov2 doch ein Risiko für einen 40-Jährigen, auch wenn die Wahrscheinlich gering ist, dass er daran versterben wird? - Diese und viele andere Fragen beantwortete am 26.10.2020 im LiveChat PD Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für #Pneumologie und #Infektiologie im Klinikum Dortmund. Mit dem Corona-Update wollen wir die Nutzer hier in regelmäßigen Abständen (meist wöchentlich) gut informiert durch die Herbst-/Winterzeit bringen. Moderiert wurde der LiveChat von Marc Raschke, Leiter der Unternehmenskommunikation im Klinikum Dortmund. #intensivstation #pflegekräfte #pflegefachkraft #medizin #ansteckung #coronaupdate

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Gegen das exponentielle Wachstum gab Schaaf ein paar einfache Tricks, mit denen sich die Ausbreitung des Coronavirus sowie die Nachverfolgung besser beherrschen lassen. Jeder Dortmunder müsse schauen, dass er nach längeren Treffen mit anderen Menschen etwa 48 Stunden ohne neue Kontakte verbringt. „Man hat schon viel erreicht, wenn man diese Ketten nicht produziert“, sagte er.

Zudem empfiehlt er ein Kontakt-Tagebuch. Darin könne man einmal am Tag eintragen, mit wem man sich getroffen hat. Im Falle einer Infektion lässt sich so besser nachvollziehen, wen man angesteckt haben kännte. „Sonst wird es schwierig und man vergisst auch den ein oder anderen Kontakt.“ Entsprechende Kontaktpersonen sollten sich dann sofort auf Covid-19 testen lassen, rät der Spezialist.

Coronavirus in Dortmund: Polizei und Ordnungsdienst kontrollieren strenger

Auch Polizei und Ordnungsdienste der Stadt Dortmund wollen härter durchgreifen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine Maskenpflicht in der Innenstadt und den Stadtteilzentren gibt es bereits seit vergangener Woche. Nun soll auch an bekannten Plätzen und in Gaststätten kontrolliert werden. Das kündigen Stadt und Polizei Dortmund an.

Ordnungsdezernent Norbert Dahmen (CDU) lässt die Corona-Regeln in Dortmund nun strenger Kontrollieren.

Die Kontrollen zeigen, dass ein großer Teil der Menschen in Dortmund sich zwar an die geltenden Regelungen wie Mundschutz und Hygiene halte. „Allerdings schwindet dieses Verhalten zusehends bei privaten Feierlichkeiten, Ansammlungen und damit einher gehendem Alkoholgenuss“, berichtet die Stadt am Montag.

Dortmunds Ordnungsdezernent Norbert Dahmen (CDU) appellierte erneut an die Bürger, sich rücksichtsvoll zu verhalten und so die unkontrollierte Ausbreitung der Corona-Pandemie zu stoppen: „Es muss jetzt klar sein, dass dies schlicht ohne Alternative ist, wenn wir nicht noch weitere Einschränkungen haben wollen und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern wollen.“

Video: Deutsche Krankenhäuser sehen sich gut für neue Coronavirus-Welle gerüstet

Deshalb werden Polizei und Ordnungsamt künftig noch stärker in Gastronomie und Gewerbe sowie an bekannten Treffpunkten in der Stadt die Corona-Regeln kontrollieren. Schwerpunkt sei das Ausschankverbot zwischen 23 und 6 Uhr.