Test am Klinikum Dortmund

Neue Corona-Therapie: Wie Genesene schwerkranken Patienten helfen können

Am Klinikum Dortmund wird eine neue Therapie für schwerkranke Corona-Patienten getestet.
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Am Klinikum Dortmund wird eine neue Therapie für schwerkranke Corona-Patienten getestet.

Mit einer neuen Therapie können bereits genesene Menschen in Dortmund jetzt schwerkranken Covid-19-Patienten helfen. Der Ansatz ist vielversprechend.

Dortmund – Mehr als 8.000 Menschen in Dortmund haben sich seit Beginn der Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Fast 6.000 davon haben Covid-19 jedoch bereits überstanden. Genau sie können laut dem Klinikum Dortmund nun schwerkranken Patienten helfen.

Unternehmen:Klinikum Dortmund
Mitarbeiter:4500
Betten:1420

Dortmund: Klinikum testet Plasma-Therapie an schwerkranken Corona-Patienten

Denn so erfreulich die hohe Zahl an genesenen Menschen in Dortmund ist: Sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass derzeit rund 159 Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen (Stand: 23. November). 33 Covid-19-Patienten liegen auf der Intensivstation. Um diese schweren Verläufe der Lungenerkrankung abzuschwächen, setzt auch das Klinikum Dortmund eine neue Therapie ein. Ob jemand überhaupt mit dem Coronavirus infiziert ist, will das Klinikum künftig mit einem Atem-Test prüfen.

Der Ansatz: Wer die Erkrankung bereits überstanden hat, besitzt eine gewisse Zeit lang entsprechende Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 in seinem Blut. „Die Antikörper befinden sich speziell im Plasma, also im flüssigen Teil des Blutes“, erklärt Dr. Anna-Maria Zuliani, Oberärztin im Institut für Transfusionsmedizin des Klinikums Dortmund.

Coronavirus: Antikörper im Blut könnten schweren Verlauf von Covid-19 abmildern

Der Trick dabei: Dieses Plasma lässt sich bei einer Spende gewinnen, wird anschließend auf Antikörper geprüft und kann dann den schwerkranken Corona-Patienten verabreicht werden. „Eine einzelne Spende umfasst etwa 750 Milliliter Plasma. Daraus lassen sich bereits drei Therapie-Einheiten gewinnen, die Covid-19-Patienten dann als Transfusion an drei verschiedenen Tagen erhalten und die ihr Immunsystem darin unterstützen sollen, eine Resistenz aufzubauen“, wird Zuliani in einer Pressemitteilung des Klinikums zitiert.

Damit können nicht nur die Symptome der Patienten behandelt, sondern das Coronavirus aktiv bekämpft werden. Auch das Robert Koch-Institut (PDF) rechnet damit, dass die Antikörper der Genesenen eine „mögliche Therapieoption“ darstellen. Bisherige Studien hätten „gute Ergebnisse“ gezeigt. Es sei denkbar, dass sich der Zustand schwerkranker Corona-Patienten möglicherweise schneller verbessere und die Sterblichkeit sinke. Ein Wirkungsnachweis fehle aber laut RKI derzeit noch.

Klinikum Dortmund ruft erneut zur Spende von Blutplasma auf

Auch laut Zuliani könne man derzeit noch nicht sagen, ob es sich bei der Antikörper-Therapie um ein verlässliches Heilmittel handele. Dennoch ruft das Klinikum nun erneut zur Plasmaspende auf. Die hatte es bereits im April gegeben. Auch im Sommer hatte das Klinikum in Dortmund mit einer verrückten Aktion um Blutspender geworben.

Im Blutplasma von ehemaligen Corona-Patienten finden sich noch Antikörper gegen das Virus.

Nun soll weiter daran geforscht werden, ob diese Therapie wirkungsvoll ist. „Das Infektionsgeschehen in Dortmund war allerdings bis vor Kurzem so gering, dass es nicht viele Spender gab, die infrage kamen und auch nicht viele Patienten, die das Produkt anschließend erhalten haben“, sagt Dr. Zuliani. Das sei nun jedoch anders.

Plasmaspende am Klinikum Dortmund: Voraussetzungen für die Spende

Verständlicherweise gelten einige Voraussetzungen für die Plasma-Spende am Klinikum Dortmund:

  • Spender müssen zwischen 18 und 60 Jahre alt sein (männliche Dauerspender: bis 68 Jahre).
  • Sie müssen eine auskurierte Covid-19-Infektion nachweisen können.
  • Sie dürfen keine relevanten Vorerkrankungen haben.
  • Frauen, die bereits schwanger waren, werden zusätzlich auf HLA/HNA-Antikörper untersucht.

Das Plasma werde vor der Freigabe untersucht und auf Antikörper getestet. Zusätzlich wird beim Spender ein Corona-Abstrich gemacht. Wer noch nicht genesen ist, könne so später als Spender infrage kommen.

Spender bekommen eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro. Wer sich anmelden möchte, kann das unter 0231/953 196 20 oder blutspende@klinikumdo.de tun.

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