Lolli-Tests

Dortmund: Corona-Problem in Kitas – Westphal nennt schockierende Zahlen

In Dortmund gibt es offenbar Probleme mit den Corona-Tests an Kitas. Oberbürgermeister Thomas Westphal nannte jetzt schockierende Zahlen und sendete einen Appell.

Dortmund – Bei einer der Altersgruppen mit der höchsten Corona-Inzidenz in Dortmund gibt es offenbar Probleme mit dem Testverfahren. Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) berichtete in einer Pressekonferenz in dieser Woche von renitenten Eltern von Kita-Kindern, die sich gegen das sogenannte Lolli-Test-Verfahren sträuben.

7-Tage-Inzidenz in Dortmund223,9 (-10,5; Stand: 23. Dezember)
Aktuell infizierte Personen5.800
Bislang genesene Personen39.500

Dortmund: Westphal spricht Problem bei Corona-Tests an Kitas an

In manchen Kitas in Dortmund gebe es laut Westphal von nicht einmal 30 Prozent der Eltern die Zustimmung zum Lolli-Test-Verfahren an den Kindern. Hieße im Umkehrschluss: 7 von 10 Kindern in diesen Kitas lassen sich nicht auf Corona testen und können das Virus unter Umständen unbemerkt weitergeben (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Die Lolli-Tests, die auch an Grundschulen genutzt werden, werden in Dortmund in allen 322 Kitas mit rund 21.000 Kindern von allen Trägern zweimal die Woche angewandt. Dafür müssen die Kitakinder eine Art Wattestäbchen für 30 Sekunden in den Mund nehmen. Anschließend werden die Proben in ein Labor gebracht. Das Verfahren gilt als deutlich angenehmer, als Corona-Tests über die Nase.

Lolli-Tests an Dortmunder Kitas sind keine Pflicht – was zu Problem führt

Doch verpflichtend sind die Lolli-Tests in den Dortmunder Kitas bislang nicht, zumal jeder Träger eigene Vereinbarungen mit den Eltern der Kinder hat. Und so kommt es, dass in Dortmund nicht alle Eltern wollen, dass ihre Kinder auf das Coronavirus getestet werden – aus welchen Gründen auch immer.

Beim Lolli-Test lutscht das Kind auf dem Tupfer herum. Ein unangenehmer Nase-Abstrich muss nicht gemacht werden.

Laut Thomas Westphal liegt die Quote der Lolli-Test-Zusagen von Eltern im Schnitt bei 86 Prozent. Der Dortmunder Oberbürgermeister bezeichnet die Quote zwar als eine „gute Zahl“, die aber noch nicht ausreichend sei. Laut Westphal sei es wichtig, dass alle Eltern ihre Zustimmung geben. Denn im Umkehrschluss lassen sich aktuell 3000 der 21.00 Dortmunder Kita-Kinder nicht auf das Coronavirus testen.

Thomas Westphal sendet Corona-Appell an Eltern von Kita-Kindern in Dortmund

Welche Kitas von der niedrigen Lolli-Test-Quote betroffen sind, wollte Thomas Westphal nicht sagen. Er sendete jedoch einen Appell an alle Eltern, ihre Zustimmung für die Tests zu geben: „Es ist nichts, was wehtut, verletzend oder gesundheitsgefährdend ist“, so der Oberbürgermeister.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen, Jonas Güttler/dpa; Collage: RUHR24

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