Stadt muss reagieren

Dortmund führt Neuerung bei Corona-Tests in Kitas ein – Labore überlastet

Die Teststrategie in Dortmund gerät an ihre Grenzen. Weil die Labore in der Stadt am Limit arbeiten, soll nun weniger getestet werden. Und das ausgerechnet dort, wo die Corona-Inzidenzen mit am höchsten sind.

Dortmund – Das konnte nicht lange gut gehen: Die massive Zahl an Corona-Neuinfektionen in Dortmund zwingt die Labore in die Knie. Sie kommen mit den Tests nicht hinterher. Deshalb will die Stadt nun weniger häufig Abstriche in Kitas machen. Dort liegt die Inzidenz jedoch jenseits der 1000er-Marke.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
7-Tage-Inzidenz955,4

Dortmund: Corona-Tests in Kitas nur noch einmal pro Woche – Labore überlastet

Bislang müssen sich alle Kinder in den insgesamt 323 städtischen Kitas in Dortmund sich zweimal pro Woche auf eine Covid-19-Infektion testen lassen. Der erste Test landet in einem gemeinsamen Test-Pool und wird im Labor per PCR auf das Coronavirus überprüft. Noch am selben Tag kommt das Ergebnis. Diese Reihentestung spart bereits Laborkapazitäten ein.

Ist dabei jemand positiv auf das Coronavirus getestet worden, muss am Folgetag laut RKI nur diese Kitagruppe zu Hause bleiben und sich einzeln nachtesten. Weil die Zahl der Infektionen zuletzt durch die Decke ging, kommen die Labore in Dortmund jetzt aber bereits mit dem ersten Reihentest nicht mehr hinterher. So lässt sich nicht sicher und zeitnah sagen, ob jemand in der Gruppe infiziert ist.

„Leider ist es nicht mehr möglich, das gewählte Testverfahren aktuell so aufrechtzuerhalten“, schreibt die Stadtverwaltung dazu am Freitag. Deshalb ist die Stadt nun gezwungen, ihre Teststrategie anzupassen. Es sei unmöglich, an den zwei Tests pro Woche festzuhalten, heißt es. Die Laborkapazitäten seien erschöpft.

Weniger Corona-Tests in Kitas in Dortmund: „Wissen um die Schwierigkeiten dieser Entscheidung“

Ab kommender Woche (Montag, 24. Januar) sollen die Kinder in den Kitas in Dortmund daher nur noch einmal auf Corona getestet werden, teilte Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) mit. Und weiter: „Wir wissen um die Schwierigkeiten dieser Entscheidung. Unser Ziel ist es, trotz der eingeschränkten Laborkapazitäten Eltern schnellstmöglich zu informieren.“ Damit sollen die Kitas weiterhin möglichst sicher betrieben werden können.

Der Engpass bei den Tests trifft dabei ausgerechnet eine der Gruppen mit den höchsten Inzidenzen. In der Altersgruppe 0 bis 5 lag die Inzidenz in Dortmund Anfang des Jahres bei 1.120. Seitdem sind die Infektionszahlen weiter gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz in Dortmund liegt aktuel bei 955,4.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel

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