Hybrid-Unterricht

Dortmund kauft 6000 Laptops für Schulen - wer die Geräte jetzt bekommen soll

Mitten in der Corona-Krise werden die Schulen in Dortmund für den digitalen Unterricht ausgestattet. Doch nicht alle Schüler bekommen Geräte.

Dortmund - Es tut sich etwas bei der Digitalisierung der Schulen in Dortmund: Mehr als 6.000 Geräte gehen sofort, weitere 19.600 Tablets ab Mitte November an die Schulen der Stadt. Damit will sich die Stadt auch für einen möglichen Hybrid-Unterricht in der Corona-Krise rüsten. Doch manche Schüler werden leer ausgehen.

StadtDortmund
Anzahl der Schulen154
SchuldezernentinDaniela Schneckenburger

Dortmund: Schulen bekommen in der Corona-Krise Laptops und Tablets

Es hört sich so schön an, wie es ist: Schulen in Dortmund werden auf einen Stand der Technik versetzt, mit dem es möglich ist, digital und vernetzt zu arbeiten - was in der Corona-Krise besonders wichtig ist. Mithilfe eines Förderpakets vom Land NRW konnte die Stadt Dortmund gleich so viele Laptops, Tablets und Notebooks kaufen, dass eine gute Grundausstattung der Schulen gewährleistet werden könnte. Doch trotz der vielen tausend Geräte: Nicht für jeden Schüler ist eins dabei.

Vermutlich würde jeder Schüler in Dortmund gerne eines der 19.600 iPads abbekommen, die demnächst an die Schulen der Stadt geliefert werden sollen. Doch zunächst einmal sollen die Lehrkräfte ausgestattet werden. Für die sollen schon jetzt, möglichst schnell, über 6.000 Geräte beschafft werden. Das Ziel ist, dass alle Lehrkräfte an Dortmunder Schulen mit einem Tablet oder Laptop ausgestattet wird, informiert die Stadt.

Dortmund: Digitalisierung in der Corona-Krise - Schulen bekommen bestimmte Anzahl an Geräten

Dazu plant die Stadt, die Fördermittel die vom Land NRW im Zuge der Corona-Krise (mehr zur Corona-Krise in NRW auf RUHR24.de) gestellt werden, in vollem Umfang zu beantragen. Wie die Stadt Dortmund weiter mitteilt, könnten so 3,04 Millionen Euro ausgegeben werden - umgerechnet sind das 6.083 Geräte. Die Geräte, so die Stadt in einer Pressemitteilung, sollen in erster Linie der pädagogischen Arbeit im Unterricht dienen.

Doch auch die Schüler sollen in einem zweiten Schritt nicht völlig leer ausgehen. Dafür muss die Stadt aber ein anderes Förderprogramm anzapfen. Über den Fördertopf für die Schüler stehen Dortmund 6,8 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen 19.600 iPads gekauft wurden. Die sollen schon ab Mitte November an die Schulen geliefert werden. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich dabei auf 700.000 Euro.

Dennoch reicht das nicht, um allen Schülern in Zeiten von Corona, Digital- oder Hybridunterricht ein neues iPad in die Hand zu drücken. Aktuell werden an den Schulen in Dortmund nach Angaben der Stadt 78.418 Schüler in 3165 Klassen an 154 Schulen unterrichtet. Welche Schule wie viele Geräte bekommt, muss also von bestimmten Faktoren abhängig gemacht werden.

Corona-Krise seit dem Frühjahr - doch Geräte für Schulen in Dortmund kommen erst jetzt

Laut Katrin Pinetzki, Sprecherin der Stadt Dortmund, orientiere sich die Geräteanzahl pro Schule grundsätzlich an dem Anteil von Schüler der Schule, die von „sozialen Ungleichgewicht betroffen sind“. Außerdem müssen die Schüler eine der Klassen 2 bis 13 besuchen. Damit werden vor allem jene Schüler bedacht, die ein Tablet am dringendsten benötigen und sich vermutlich nicht selbst eines zulegen können.

Dass es trotz der Corona-Krise und der damit einhergehenden Anforderung für mehr digitalen Unterricht nicht schon früher diese Laptops und Tablets in den Schulen in Dortmund gab, liegt nach Angaben der Stadt an der Praxisuntauglichkeit des Beschlusses vom Ministerium für Schule und Bildung.

Bereits in der Vergangenheit sparte die Stadt Dortmund in Sachen Schule nicht mit Kritik an der NRW-Landesregierung. Und auch in diesem Fall ist der Vorwurf an das Ministerium deutlich: „In ihrer ersten Version verlangte das Ministerium, dass die Geräte bis Ende des Jahres geliefert sein müssen. Aufgrund der angespannten Marktsituation und durch die nötige europaweite Ausschreibung war dies allerdings unrealistisch.“ Nach Anpassung der Richtlinie habe die Stadt die Anschaffung der Geräte sofort in die Wege geleitet.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/Bernd Thissen/dpa / Collage: RUHR24.de

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