Stadt ist jetzt Risikogebiet

Dortmund greift wegen Corona-Neuinfektionen zu drastischen Maßnahmen - Maskenpflicht ausgeweitet

Dortmunder U bei Nacht mit Abstand-Leiste
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Coronavirus in Dortmund

Dortmund ist Corona-Risikogebiet. Die Stadt ergreift daher Maßnahmen, die sogar drastischer ausfallen, als anderswo in NRW.

Update, Donnerstag (15. Oktober), 17.30 Uhr: Die Corona-Infizierungen in Dortmund steigen weiter rasant an. Wie die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt gibt, kommen am heutigen Tage 82 positive Tests dazu. Von den neuen Fällen sind 18 aus neun familiären Zusammenhängen. Weitere vier Fälle sind Reiserückkehrende aus Risikogebieten. Die anderen 60 Fälle sind einzelnen, voneinander unabhängigen, Personen zuzuordnen.

Coronavirus in Dortmund: Neuer Inzidenz-Wert beunruhigt

Seit dem ersten Auftreten der Erkrankung in Dortmund liegen insgesamt 2.619 positive Tests vor. 2.089 Menschen haben die Erkrankung bereits überstanden und gelten als genesen. Derzeit sind in Dortmund 509 Menschen infiziert. Es gibt bislang 14 Todesfälle im ursächlichen Zusammenhang mit Covid-19. Weitere sieben mit SARS-CoV-2 infizierte Patienten verstarben aufgrund anderer Ursachen.

Nach der Berechnung der Stadt Dortmund anhand der RKI-Methodik wird der Inzidenz-Wert mit den heutigen Zahlen 60,0 betragen. Der tatsächliche Wert des RKI wird erst ab Mitternacht abrufbar sein und ist von da an verbindlich – leichte Abweichungen sind bis dahin möglich. Derzeit weist das RKI für Dortmund noch eine Inzidenz von 50,7 auf Basis der Zahlen von gestern aus.

Update, Donnerstag (15. Oktober), 16.20 Uhr: Am Sonntag (18. Oktober) ist eine Demonstration der Querdenker in Dortmund geplant. Über 3.000 Mitläufer sind angemeldet worden. Diese darf, trotz strenger Corona-Maßnahmen, weiterhin stattfinden. Grund dafür ist, dass die Versammlungsfreiheit im Grundgesetz stehen würde und die Landesverordnung dieses nicht einschränken darf.

Trotz strenger Corona-Maßnahmen: Querdenker-Demonstration in Dortmund darf stattfinden

Dennoch hält die Stadt Dortmund nicht viel von dieser Demo. Die Stadt hofft, dass die Polizei dafür sorgen kann, dass die Demonstranten die Hygienemaßnahmen einhalten werden. Auch wird bedacht, dass diese Demonstration zu einem neuen Corona-Brandherd werden kann.

Update, Donnerstag (15. Oktober), 16.15 Uhr: Über den beliebten Weihnachtsmarkt in Dortmund kann die Stadt weiterhin keine einheitliche Antwort geben. Wie es mit dem Weihnachtsmarkt weitergeht, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden.

Coronavirus in Dortmund: BVB in der Bundesliga ohne Zuschauer

Update, Donnerstag (15. Oktober), 16.10 Uhr: Der BVB gehört zu Dortmund dazu. Dazu macht die Stadt klar, wie es in der nächsten Zeit laufen wird: Bei kleineren Spielen des BVB werden Zuschauer zugelassen. Ab 500 Personen mit Hygienekonzept, bei 499 oder weniger ohne. Allerdings werden die Spiele des BVB in der Bundesliga ohne Zuschauer bleiben, da diese als „bundesweiter Sportwettbewerb“ gilt.

Update, Donnerstag (15. Oktober), 16.05 Uhr: Die Stadt Dortmund informiert derzeit in einer Pressekonferenz über die neuen Corona-Maßnahmen für Dortmund. Diese sind noch strenger, als die Landesregierung in ihren Auflagen verordnet, so Norbert Dahmen, Rechtsdezernent der Stadt. "Wir waren die letzten Tage eine der wenigsten Städte, die noch kein Risikogebiet waren. Es heißt jetzt für uns, weitere Maßnahmen zu treffen."

Coronavirus in Dortmund: Diese Maßnahmen werden voraussichtlich ab Morgen gelten

  • Bei privaten Feiern sind nur noch 25 Menschen zugelassen
  • Feierlichkeiten ab zehn Personen müssen beim Ordnungsamt angemeldet werden
  • Sperrstunde in der Gastronomie und Alkoholverkaufsverbot ab 23 Uhr
  • Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Personen gleichzeitig treffen
  • Größere Veranstaltungen dürfen draußen nur bis 500 Menschen veranstaltet werden, drinnen mit 250 Teilnehmern
  • Im gesamten Innenstadtgebiet gilt eine Maskenpflicht (Westen- und Ostenhellweg, Brückstraße, Münsterstraße und Nordmarkt)
  • Auch kleinere Innenstädte in den Stadtteilen werden eine Maskenpflicht bekommen, allerdings nur von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr
  • 1000 Hinweistafeln zu der Maskenpflicht werden an 500 Standorten aufgestellt
  • Das Ordnungsamt wird die Maskenpflicht kontrollieren und Hinweistafeln aufstellen

„Unser Ziel ist es, rasch unter die 50er-Marke zu kommen. Und dann, auch wieder unter die 35er-Marke zu kommen. Wir wollen einen Lockdown vermeiden“, so der Rechtsdezernent bei der Pressekonferenz.

Gesundheitsamt Dortmund macht klar: So ist die Corona-Situation in Dortmund wirklich

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts Dortmund, machte mit einem Diagramm klar, wie dramatisch die Situation in Dortmund wirklich ist. So seien derzeit viel mehr Menschen infiziert, als noch im April. „Wer fragt, ob der Lockdown sinnvoll war oder nicht, wird an den Zahlen sehen, dass dieser damals sinnvoll war“, so Renken.

Außerdem macht der Leiter des Gesundheitsamts klar: „Die zweite Welle für Dortmund ist da - und sie wird sich weiter ausbilden.“ Er gehe nicht davon aus, dass sich der Inzidenz-Wert in den nächsten Tagen unter dir 50er-Marke bewegen wird. „Es bedarf anderer Maßnahmen als bisher, um die Pandemie zu begrenzen.“

Durchschnittsalter der Corona-Infizierten in Dortmund gestiegen

Auch das Durchschnittsalter der Corona-Erkrankten hat sich laut Dr. Renken weiter verändert. Dieses sei nun bei durchschnittlich 45 Jahren - und damit um zehn Jahre gestiegen. „Es geht hier nicht nur um die Anzahl der Infizierten. Je jünger ich bin, desto weniger Symptome habe ich und stecke andere an.“

Update, Donnerstag (15. Oktober), 7.26 Uhr: Nun ist es amtlich: Dortmund ist, wie bereits am Mittwoch befürchtet, Corona-Risikogebiet. Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts liegen in Sachen 7-Tage-Inzidenz bei 50,7. Damit hat Dortmund den kritischen Wert von 50 nur knapp überschritten.

Erstmeldung, Mittwoch (14. Oktober), 16.15 Uhr: Dortmund - Es hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angedeutet. Nachdem im Ruhrgebiet die Kreise Recklinghausen und Unna und zuletzt auch Städte wie Herne, Essen und Duisburg die Sieben-Tage-Inzidenz überschritten hatten, sind nun auch die Corona-Zahlen in Dortmund in die Höhe geschossen. Am Mittwoch (14. Oktober) gibt es in der Stadt 77 Neuinfektionen mit dem Coronavirus (alle aktuellen Corona-Entwicklungen in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Bevölkerung588.250 (2019)
OberbürgermeisterUllrich Sierau

Corona in Dortmund: Mehr als 70 Neuinfektionen am Mittwoch

Das ist bisher die höchste an einem einzelnen Tag gemeldete Zahl von Neuinfektionen.  Von den neuen Fällen seien 24 aus zwölf familiären Zusammenhängen. Weitere fünf Fälle seien außerdem Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Die anderen 48 Fälle sind laut den Angaben der Stadt „einzelnen, voneinander unabhängigen, Personen zuzuordnen.“

Doch was bedeutet das konkret für Dortmund? Während der Inzidenzwert am Dienstag (13. Oktober) laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) noch bei 42,8 lag, soll die Sieben-Tage-Inzidenz nun auch in Dortmund die 50er-Marke überschritten haben. Wie die Stadt mitteilt, liegt der Inzidenzwert nun bei 50,5 - Dortmund ist demnach nun ebenfalls Corona-Risikogebiet.

Dortmund ist jetzt Corona-Risikogebiet: Zahlen waren kontinuierlich gestiegen

Der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gilt als maßgeblich, wenn es um die Einleitung neuer Maßnahmen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie geht.

Erst am Samstag (10. Oktober) hatte der Inzidenzwert in Dortmund die wichtige Grenze von 35 geknackt. Darauf folgte prompt die Verschärfung der Corona-Maßnahmen in der Stadt. So wurde ab dem Sonntag (11. Oktober) um 0 Uhr die Maßnahme umgesetzt, dass private Feierlichkeiten außerhalb von Wohnungen auf maximal 50 Personen beschränkt werden.

Corona in Dortmund: Strengere Maßnahmen bereits seit dem Wochenende

Des Weiteren muss seitdem nun auch in der Fußgängerzone Westenhellweg und Ostenhellweg jederzeit eine Mund-Nasen-Bedeckung (Alltagsmaske, Schal oder Tuch) getragen werden. Die Maskenpflicht gilt damit nicht mehr erst beim Betreten eines Gechäfts.

In der Fußgängerzone auf dem Westen- und Ostenhellweg in Dortmund gilt die Maskenpflicht.

Mit Blick auf den Inzidenzwert von 50,5 wird die Stadt neue Maßnahmen gegen das Coronavirus ergreifen müssen. „Wenn sich der Wert bestätigt, werden Maßnahmen in Kraft treten, die das Land für diesen Fall in der Coronaschutzverordnung vorsieht“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der Stadt.

Corona in Dortmund: Inzidenzwert liegt bei über 50 - weitere Maßnahmen?

Die Stadt verweist in diesem Zusammenhang auf den aktuell verbindlichen Inzidenzwert des RKI, der in der Regel erst von 0 Uhr an abrufbar sein wird. Nach der Berechnung der Stadt Dortmund anhand der RKI-Methodik habe sich die Zahl von über 50 ergeben - leichte Abweichungen seien jedoch immer möglich.

Eine erste Einschränkung wird demnach die Anzahl von Personen bei privaten Feiern außerhalb der eigenen Wohnung betreffen. Diese liegt aktuell bei 50, würde dann jedoch auf 25 Personen beschränkt. Die Stadt werde darüber hinausgehende Maßnahmen vorbereiten, mit dem Land abstimmen und dann per Allgemeinverfügung bekanntgeben.

Video: Neue Corona-Maßnahmen: Darüber beraten Bund und Länder

Corona-Rekord in Dortmund: Aktuell sind 458 Menschen infiziert

Seit dem ersten Auftreten der Erkrankung in Dortmund liegen insgesamt 2.537 positive Tests vor. 2.058 Menschen haben die Erkrankung bereits überstanden und gelten als genesen. Derzeit sind in Dortmund 458 Menschen infiziert

Zurzeit werden in der Stadt 27 Corona-Patienten stationär behandelt, darunter fünf intensivmedizinisch, davon wiederum zwei mit Beatmung. In Dortmund gibt es bislang 14 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Weitere sieben mit SARS-CoV-2 infizierte Patienten verstarben aufgrund anderer Ursachen.

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