Autokorso der „Querdenker“

Corona-Demo in Dortmund: 16-jähriger Gegendemonstrant attackiert Polizisten

Die Polizei Dortmund war am Dienstag (2. März) mit starken Kräften bei der Querdenker-Demo vertreten.
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Bei einer Demo der „Querdenker“ in Dortmund soll ein Polizist angegriffen worden sein.

Am Dienstag (16. März) hat in Dortmund erneut eine Demo der sogenannten „Querdenker“ stattgefunden. Die Polizei war im Einsatz und soll angegriffen worden sein.

Dortmund - Kundgebungen, Autokorsos und Gegendemonstrationen – die anhaltenden Corona-Maßnahmen sowie die politischen Entscheidungen in diesem Zusammenhang treiben die sogenannten „Querdenker“ in Dortmund weiter auf die Straße.

Stadt Dortmund
AnlassDemo der Querdenker
RouteEberstraße (Nordstadt) in Richtung Innenstadt

Erneute „Querdenker“-Demo in Dortmund: Autokorso durch die Innenstadt

So auch am Dienstagabend. 150 Fahrzeuge hatten sich laut den Angaben der Dortmunder Polizei erneut zu einem Autokorso quer durch die Innenstadt angemeldet, um gegen den Corona-Lockdown zu protestieren. Am Startpunkt der Demo, dem Parkplatz an der Ebertstraße in Dortmunder Nordstadt, nahmen dann aber doch nur 42 Autos mit insgesamt 68 Personen teil, wie die Polizei mitteilt.

Gegen 19.30 Uhr starteten die Corona-Leugner ihre Protestaktion. Zuletzt hatten Gegendemonstranten, unter anderem der Dortmunder Antifa, versucht auf Fahrrädern die Demos der „Querdenker“ zu stören. Eine Gegenaktion gab es auch dieses Mal (mehr Blaulicht-News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Gegendemonstranten blockieren Corona-Demo in Dortmund - Polizei erteilt Platzverweise

So sollen im Bereich der Ebertstraße / Immermannstraße direkt zu Beginn der Corona-Demo mehrere Gegendemonstranten die Strecke des Autokorsos blockiert haben. Wie die Antifa selbst mitteilt, seien etwa 100 Personen mit Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs gewesen, um die „Querdenker“ zu stoppen (mehr Corona-News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Die Polizei Dortmund wertete die Blockade der Gegendemonstranten als Versammlung und löste sie „nach mehrfacher Aufforderung“ auf. Zudem wurden mehrere Platzverweise erteilt.

Corona-Demo in Dortmund: Gegendemonstranten auf Fahrrädern stören Autokorso erneut

Über eine Ausweichroute begleitete die Polizei den Autokorso in Richtung Innenstadt. Es soll dabei jedoch zu vereinzelten „Störversuchen“ gekommen sein. Wieder musste die Polizei laut eigenen Angaben Fahrräder von Gegendemonstranten sicherstellen. Von den sechs sichergestellten Fahrrädern seien im Laufe des Einsatzes jedoch vier wieder ausgehändigt worden.

Bereits bei einer „Querdenker“-Demo Anfang März hatten die Polizeibeamten zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Bei der Demo hatten Polizeibeamte aus mehreren Fahrradreifen die Luft herausgelassen. Ihr Vorgehen hatte die Polizei damit begründet, dass die Gefahr bestanden habe, dass Gegendemonstranten die Arbeit der Polizei durch ihre Blockade hätten stören können.

Massive Störungen bei „Querdenker“-Demo in Dortmund: Jugendlicher greift Polizisten an

Trotz des großen Polizeiaufgebots soll es auch am Dienstag erneut zu massiven Störungen durch die Gegendemonstranten gekommen sein. So habe an der Bornstraße in Höhe der Haltestelle Brunnenstraße eine etwa 20-köpfige Gruppe von Gegendemonstranten versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen.

Die Polizei habe das verhindern können, dann soll es jedoch zu einem Angriff auf einen Polizisten gekommen sein. Wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt, habe ein 16-Jähriger aus Krefeld den Beamten attackiert und ihn dabei „tätlich angegriffen“. Der jugendliche Gegendemonstrant stehe nun unter gesetzlicher Betreuung. Demnach übergaben ihn die Beamten der Jugendschutzstelle und fertigten eine Anzeige wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

Nach Corona-Demo in Dortmund: Antifa kritisiert Vorgehen der Polizei

Die Antifa schildert die Situation derweil anders und kritisiert das Vorgehen der Polizei: „An der Brunnenstraße wurde ein*e Gegendemonstrant*in zunächst mit Gewalt festgenommen und dann über eine Stunde mit Handschellen gefesselt, während Umstehende außer Sichtweite gedrängt wurden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Video: Querdenker: Was steckt hinter der Bewegung?

Diese „Art von Misshandlung“ ziele darauf ab, Gegendemonstranten einzuschüchtern und von „zukünftigen Aktionen abzuhalten“, heißt es von der „Autonomen Antifa 170“ weiter. Zudem seien weitere Personen von der Polizei eingekesselt und weggeschubst worden. Trotzdem sei es den Gegendemonstranten gelungen, den Autokorso der „Querdenker“ zwischenzeitlich zu stoppen.

„Querdenker“ in Dortmund: Nächste Kundgebung am Sonntag geplant

Nach einer Umrundung des Dortmunder Walls ging es für die Corona-Leugner zurück zum Ausgangspunkt an der Ebertstraße. Wie die Polizei mitteilt, endete die Versammlung gegen 20.40 Uhr. Doch die nächste Demo ist offenbar bereits in Planung. Laut der Dortmunder Antifa soll es am Sonntag (21. März) erneut eine Kundgebung der „Querdenker“ in der Nordstadt geben.