Kommentar

Corona-Massen? Öffnet die Geschäfte auf dem Dortmunder Westenhellweg bis 24 Uhr!

Ist der Westenhellweg in Dortmund zu voll, denkt die Stadt darüber nach, ihn wegen der Corona-Gefahr abzuriegeln. Es gäbe bessere Maßnahmen, meint RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi.

Dortmund - Spätestens seit „Black Friday“ diskutiert halb Dortmund darüber, inwiefern sich volle Fußgängerzonen wie der Westenhellweg und Corona vertragen. Die Stadt denkt nun sogar offen darüber nach, den Zugang zur Konsummeile einzuschränken und die Seitenstraßen bei Überfüllung zu schließen.

StraßeWestenhellweg Dortmund
BezirkInnenstadt-West
Länge900 Meter

Corona: Sperrung des Westenhellwegs wäre für den Einzelhandel in Dortmund eine Katastrophe

So nachvollziehbar diese Überlegungen sind, so irrsinnig sind sie mit Blick auf den sowieso hart von Corona getroffenen Dortmunder Einzelhandel. Kommen Einlassbeschränkungen für den Westenhellweg, dürfte vor allem im wichtigen Weihnachtsgeschäft weitere Kundschaft zu Amazon und Co. abwandern. Wer will sich schon in der Kälte in eine Schlange stellen, um auf den Westenhellweg zu kommen, um danach in einer weiteren Schlange zu stehen, um in ein Geschäft zu dürfen?

Klar, an Tagen wie dem „Black Friday“ ist es auf dem Westenhellweg besonders voll. Dass hier ein Corona-Hotspot liegt, unter freiem Himmel und mit Maskenpflicht, dürfte zumindest stark angezweifelt werden. Kritisch wird es in den Geschäften. Dafür gibt es aber seit Dezember die völlig berechtigte Quadratmeter-Beschränkung in der neuen NRW-Coronaschutzverordnung.

Westenhellweg Dortmund: Im Corona-Jahr die Öffnungszeiten ausweiten

Statt über Zulassungsbeschränkungen an mindestens 14 Stellen entlang des Westenhellwegs sollte man eher über die Ausweitung der Öffnungszeiten der Geschäfte nachdenken. Warum die Geschäfte in der Vorweihnachtszeit nicht täglich bis 22 Uhr oder sogar 24 Uhr öffnen - zumindest an Tagen, an denen viele Besucher erwartet werden? Der Fluss der Massen würde dadurch deutlich entzerrt.

Für die Mitarbeiter der Geschäfte, die dann länger bzw. später arbeiten müssten, könnten Geschäfte finanzielle Anreize setzen - die unter Umständen vom Land oder dem Bund subventioniert werden sollten.

Besuch auf dem Westenhellweg Dortmund lieber in die Randzeiten legen

Und auch die Besucher der Dortmunder Innenstadt selbst könnten über eine Änderung ihres Verhaltens nachdenken. In Zeiten von Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten muss der Besuch in der City nicht immer am Freitagnachmittag oder am Wochenende stattfinden. An diesen Tagen sollte man den Menschen einen stressfreien Einkauf ermöglichen, die starre Arbeitszeiten haben und es sonst nicht in die City schaffen (Hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen). Dieser Artikel entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widergeben.

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