Omikron-Welle

Corona in Dortmund: „Noch zwei, drei harte Wochen“ – Renken macht Hoffnung

Wie geht es mit Corona und Omikron weiter? Gesundheitsamtsleiter Frank Renken aus Dortmund macht jetzt Hoffnung.

Dortmund – Die Corona-Zahlen in Dortmund kennen seit Tagen nur eine Richtung: steil nach oben. Meldete die Stadt vor einer Woche noch 552 Neuinfizierte, waren es am Dienstag (25. Januar) schon exakt doppelt so viele: 1104. Die Inzidenz stieg im selben Zeitraum laut Robert-Koch-Institut (RKI) von 789 auf 1188.

Wocheninzidenz in Dortmund1188 (Stand: 25. Januar)
Aktuell Corona-Infizierte16.000
Bislang genesene Personen46.200

Corona in Dortmund: Amtsleiter Renken erwartet noch „zwei, drei harte Wochen“

Aber: Die rasante Entwicklung, bedingt durch die Omikron-Variante des Coronavirus, sieht Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Frank Renken nicht ewig fortschreiten. „Wir haben noch zwei, drei harte Wochen vor uns“, sagte Renken auf einer Pressekonferenz am Dienstag (25. Januar).

Etwa Mitte Februar, so der Leiter des Gesundheitsamts, sei dann eine hohe Immunität gegen das Coronavirus erreicht, weil sich 60 Prozent der Bevölkerung infiziert haben könnte. Dann wiederum würde in der Folge die Zahl der Neuinfizierten sinken. Bis dahin, so Renken, werde die Inzidenz aber weiter steigen (Hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Dortmund: Ist das Coronavirus bald endemisch? Virologen haben unterschiedliche Visionen

Auch der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit äußerte sich kürzlich ähnlich, als er ein Ende der aktuellen Omikron-Welle in ein bis zwei Monaten verortete. Dann, so Schmidt-Chanasit, könne darüber diskutiert werden, ob das Coronavirus endemisch sei.

Gegenwind kommt allerdings vom Charité-Virologen Christian Drosten. Die Strategie „Wir infizieren uns alle mit dem milden Omikron und danach sind alle immun“ sei ein Trugschluss, sagte Drosten jüngst dem Deutschlandfunk.

Dorsten: Omikron-Variante könne sich verändern und schlimmer werden

Es könnte sein, dass diejenigen, die noch gar keine Immunität haben, sich zwar mit dem Omikron-Virus, wie es jetzt im Moment ist, infizieren könnten, so Drosten, und zwar ohne einen sehr schweren Verlauf zu kriegen.

Virologe Christian Drosten meint, dass es keinesfalls sicher sei, dass Omikron im abgemilderten Zustand bleiben werde.

Aber es könnte ebenfalls sein, dass innerhalb von wenigen Wochen plötzlich eine Omikron-Virusvariante da sei, die wieder eine stärker krankmachende Wirkung mitbringe. Drosten: „Gegen diese Wirkung hätten diejenigen, die nicht geimpft sind, dann gar keinen Immunschutz. Dagegen könnte man auch nicht so schnell animpfen.“

Dortmund erwartet noch bis mindestens Mitte Februar extrem steigende Corona-Zahlen

Wie auch immer sich die Pandemie entwickelt: Bis die aktuelle Omikron-Welle abebbt, muss Dortmund extrem steigende Corona-Zahlen ertragen.

Am härtesten trifft die Omikron-Welle derzeit die Dortmunder Kinder in der Altersgruppe zwischen sechs und zehn Jahren: Die Inzidenz dort liegt aktuell bei 3095. Die Gruppe der 11- bis 15-Jährigen ist nicht minder schwer gebeutelt – die Inzidenz liegt hier bei 2926.

Dr. Frank Renken ist Leiter des Gesundheitsamts der Stadt Dortmund.

Inzwischen macht sich Omikron auch in der bislang davon so gut wie verschonten Gruppe der über 80-Jährigen bemerkbar – und zwar in Form von mehr Krankenhauseinweisungen. Die Inzidenz liegt hier aktuell bei 213. Grundsätzlich, so Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner, habe sich die Zahl der Corona-Patienten in Dortmund von 77 in der Vorwoche auf nun 126 erhöht.

Dortmund: Corona-Patienten in Krankenhäusern werden mehr – Mehrheit ist ungeimpft

Inzwischen steige auch der Anteil der geimpften Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Es handle sich dabei aber in der Regel um geschwächte über 80-Jährige, so Frank Renken. Der Großteil der Corona-Patienten sei aber immer noch ungeimpft.

In Sachen Impfungen sieht die Stadt aktuell rückläufige Zahlen. Waren es vorvergangene Woche noch 4297 Impfungen, wurden in der vergangenen Woche nur noch 3652 Impfungen von städtischen Impfstellen gezählt. Aber: 80 Prozent der Dortmunder sind in Kürze vollständig geimpft, knapp über 50 Prozent haben den Booster.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP, Torsten Tullius/Dortmund-Agentur; Collage: RUHR24