Britische Variante B.1.1.7

Corona-Mutation schlägt in Dortmunder Kitas ein: Neue Zahlen sind alarmierend

Die britische Variante des Coronavirus breitet sich auch in Dortmund immer weiter aus. Besonders Kinder sind von Neuinfektionen betroffen. Das Gesundheitsamt gibt einen düsteren Ausblick.

Dortmund – Die britische Variante B.1.1.7 bestimmt auch in den Stadtteilen von Dortmund das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie. Jetzt sind vor allem Kinder und junge Erwachsene betroffen. Ein Bericht des Gesundheitsamts bietet nun Grund zur Sorge.

StadtDortmund
Einwohner603.000 (2020)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Coronavirus in Dortmund: Britische Mutation breitet sich in Kitas dramatisch aus

„Die britische Variante hat das Ruder übernommen“, kommentierte Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) am Dienstag (23. März) die aktuellen Infektionszahlen. Rund 200 Fälle mehr als noch eine Woche zuvor meldete Birgit Zoerner, Leiterin des Krisenstabs. Bislang zählte das Gesundheitsamt 669 Infektionen mit dieser Mutante. Seit dem Wochenende macht sie erstmals mehr als 50 Prozent aller Neuinfektionen aus (alle News zum Coronavirus in Dortmund auf RUHR24.de).

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (l.) wollte Schulen schließen. NRW-Gesundheitsminister Laumann untersagte das.

Und während viele Senioren bereits geimpft sind, trifft dieses Virus jetzt vor allem die jüngeren Menschen in der Stadt. Hauptsächlich verbreitet sich die neue Corona-Variante neben dem privaten Umfeld derzeit an einem Ort: in den Kitas. Das geht aus einer Analyse des Gesundheitsamts Dortmund (PDF) hervor.

Bei der Altersgruppe 0 bis 19 Jahre sieht die Behörde einen „deutlichen Anstieg“, bei den 20- bis 39-Jährigen ist er sogar „sprunghaft“. Schwerpunkte in den Stadtteilen gibt es dabei offenbar nicht. Und der jetzt veröffentlichte Bericht deckt nur die Infektionen vom 13. Februar bis zum 12. März ab.

Corona-Mutation B.1.1.7 in Dortmund: Analyse des Gesundheitsamts gibt Grund zur Sorge

Die Zahlen in dem Bericht sind dennoch alarmierend: „In zwei Kitas konnte eine bisher nicht gesehene sehr hohe Übertragungsrate der britischen Variante beobachtet werden, in einem Fall lag sie bei über 57 Prozent der Kontaktpersonen, in einem anderen Fall bei 23 Prozent.“ Das bedeutet: Ein Drittel bis die Hälfte der Kontaktpersonen infiziert sich und kann potenziell schwer erkranken.

Corona-Infektionen (13.2. bis 12.3.2021)SchulenKitas
Coronavirus7053
Corona-Mutation (B.1.1.7)2621
Gesamt9674

Aktuelle Zahlen zeigen die Auswirkungen dessen. Bislang haben sich in den Kitas in Dortmund 46 Mitarbeiter und 81 Kinder angesteckt (Stand: 22. März). Insgesamt sind neun Einrichtungen betroffen, sagte Sozialdezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) am Dienstag. „Die Funktionsfähigkeit der Kitas ist dadurch beeinträchtigt.“ Und auch in den Grundschulen habe sich das Infektionsgeschehen „massiv beschleunigt“. Was folgt: Testen, bei Verdacht Quarantäne.

Corona in Dortmund: Schulen und Kitas bleiben geöffnet – Mutation ist nicht aufzuhalten

Da verwundert es kaum, dass Thomas Westphal die Schulen in Dortmund längst schließen wollte. Doch die Landesregierung fuhr in die Parade und verbot das Vorhaben kurzerhand. Jetzt hat man in Dortmund den Salat: Der Inzidenzwert liegt bei 110, Schulen und Kitas bleiben bis Ostern trotzdem geöffnet. So dürfte der Trend kaum zu stoppen sein. Und dann wäre da ja noch die zweite Mutation aus Südafrika, die in Dortmund seit Dienstag ebenfalls kursiert und ihre eigenen Tücken mitbringt.

Und auch die Prognose des Gesundheitsamts bleibt düster. Denn die neue Altersverteilung der Infektionen und die Ausbreitung der britischen Variante sorge laut Gesundheitsamt Dortmund dafür, dass „ein weiterer deutlicher Anstieg der Infektionszahlen bevorsteht“. Eine Inzidenz von 200 steht im Raum. Um das zu verhindern, komme es jetzt darauf an, dass die Menschen sich besonnen verhalten. Das Fazit aber bleibt in jedem Fall gleich dramatisch: „Die noch stärkere Ausbreitung der hoch ansteckenden Virusvarianten ist nicht mehr zu verhindern.“

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd, NIAID-RML/dpa; Collage: RUHR24.de

Mehr zum Thema