Corona-Pandemie

Dortmund: Auslastung der Krankenhäuser – so viele Ungeimpfte belegen Betten

Die Corona-Lage in Dortmund ist stabil. Dennoch sind die Dortmunder Krankenhäuser ausgelastet. Viele Betten werden von ungeimpfte Covid-Patienten belegt.

Dortmund – Bundesweit steigt die Inzidenz aktuell mit besorgniserregender Geschwindigkeit. Innerhalb einer Woche schnellte die Zahl um 12,6 Prozentpunkte auf 213,7 hoch. Vor allem Bundesländer wie Bayern (348) und Sachsen (483) verzeichnen eine besonders hohe Zahl an Neuinfektionen. Länder, in denen auch die Impfquote eher niedrig ist. Ist eine niedrige Impfquote also mit einer hohen Inzidenz gleichzusetzen? Eine Erkenntnis, die sich auf Dortmund übertragen lässt.

StadtDortmund
Einwohner588.994
Inzidenz129,3

Dortmund: Corona-Inzidenz stabil – doch Stadt sieht Luft nach oben

Nicht nur auf Bundesebene, auch in NRW wird ein deutlicher Anstieg der Corona-Inzidenz verzeichnet. In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz aktuell bei 130 (9. November). Vor einer Woche lag sie noch bei 106,9. In Dortmund hält sich der noch immer wichtige Kennwert dagegen nahezu stabil und liegt aktuell bei 129,3. Vor einer Woche lag die Inzidenz bei 122.

Der Wert habe sich also „nicht deutlich erhöht“, so Stadträtin Birgit Zoerner in einer Pressekonferenz der Stadt. Von den Menschen, die in Dortmund an Corona erkrankt sind, liegen aktuell 54 im Krankenhaus. 12 davon müssten intensivmedizinisch betreut werden, weitere acht davon sogar beatmet.

Die Zahlen für Dortmund: Sie sprechen eine andere Sprache, als die Bundesweiten. Und dennoch, auch wenn die Lage in Dortmund nicht besorgniserregend sei, so ist sie doch alles andere als zufriedenstellend. Besonders die Anzahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern stimmt die Stadtspitze missmutig.

Krankenhäuser in Dortmund: Ungeimpfte Covid-Patienten belegen unnötig Betten

„Der R-Wert liegt über eins“, erklärt Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes in Dortmund. Das Infektionsgeschehen ist also ein zunehmendes – auch wenn „keinesfalls eine Lage wie in den südlichen und östlichen Bundesländern“ vorliege, so Renken. Und so gebe es aktuell auch keine Überlastung der Krankenhäuser. Und doch gebe eine Belastung, die es so nicht geben müsste.

Viele Corona-Patienten auf den Intensivstationen sind ungeimpft. Auch in Dortmund.

„80 bis 90 Prozent der Covid-Patienten sind nicht geimpft“, so Renken. Patienten, die Betten belegten, die dadurch für andere Patienten nicht frei wären. Patienten etwa, die mit einem Herzinfarkt oder einer Krebserkrankung ins Krankenhaus müssten. Für den Leiter des Gesundheitsamtes wirft das unumgänglich die rhetorische Frage auf: „Muss das sein?“ Nein, findet er. Und auch Birgit Zoerner betont: „Impfungen sind der Weg aus der Pandemie.“

Corona in Dortmund: Impfquote soll weiter steigen – neuer Impfbus ist startklar

Denn auch wenn es immer häufiger zu Impfdurchbrüchen käme, könnten diese im Gegensatz zu den oft schwerkranken ungeimpften Patienten, ihre Erkrankung in der Regel zu Hause auskurieren. Selbst bei jenen, bei denen nun die Impfwirkung nachlasse und eine Booster-Impfung nötig werde, gäbe es offenbar laut Renken immer noch einen Teilschutz durch die Impfung, die schwere Covid-Verläufe selten macht.

Und so will die Stadt Dortmund weiter alles dafür tun, die Impfquote weiter nach oben zu treiben: Ein zweiter Impfbus soll Ende der Woche startklar sein, der – sofern die Nachfrage bestünde – sogar sonntags Impfungen anbieten könnte. Zudem soll weiter an Orten wie der Thier-Galerie in Dortmund oder dem Jobcenter dezentral geimpft werden. Impfungen könnten bald auch noch einmal einen Schub bekommen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will für NRW die allgemeine 2G-Regel.

Auch in Dortmund könne ein Zusammenhang beobachtet werden, zwischen Stadtgebieten mit niedriger Impfquote, und jenen Bezirken, die eine hohe Inzidenz aufweisen. So, wie in der Dortmunder Nordstadt – der Bezirk in Dortmund, der seit Beginn der Pandemie stets die höchste Inzidenz aufweist.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa, Ronny Hartmann/afp; Collage: RUHR24