Impfungen laufen schleppend

Corona: Inzidenz in Dortmund knackt traurige Marke – mehr Klinik-Patienten

Der Inzidenzwert in Dortmund verläuft weiter auf einem traurigen Rekordkurs. Der bisherige Höchstwert wurde in der zweiten Corona-Welle erreicht. Die Zahl der Klinik-Patienten steigt.

Update, Donnerstag (18. November), 9 Uhr: Dortmund – Immer mehr Infektionen, weitere Patienten auf der Intensivstation: Der Corona-Winter 2021 trifft Dortmund* hart – trotz Impfungen. Am Donnerstag knackte der Inzidenzwert die nächste Marke und liegt nun deutlich über 200, weiß RUHR24*. Laut dem Landeszentrum Gesundheit NRW infizierten sich vergangene Woche 209,6 von 100.000 Menschen in Dortmund mit Covid-19.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Inzidenzwert209,6 (18. November)

Corona-Inzidenz in Dortmund knackt weitere Marke: mehr Patienten auf der Intensivstation

Das schlägt sich mittlerweile auch in den Krankenhauseinweisungen nieder, wenn auch nicht so dramatisch wie in früheren Infektionswellen. Aktuell liegen in Dortmunder Kliniken 60 Menschen mit Corona-Infektionen, vor einer Woche waren es noch 54 Patienten. 16 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 12 von ihnen werden beatmet.

Damit liegt die vierte Corona-Welle in Dortmund weiter auf traurigem Rekordkurs. Der bisherige Höchstwert bei den Infektionen wurde im November 2020 erreicht. Damals lag die Inzidenz bei 230,2.

Corona in Dortmund: Inzidenz auf Rekordkurs – weiterer Todesfall nach Covid-19-Infektion

Erstmeldung, Dienstag (16. November), 20 Uhr: Die Impfkampagne stockt auch in Dortmund, die jüngsten Lockerungen in NRW und das kältere Wetter haben jedoch zu einem immensen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus* geführt. Seit vier Wochen steigt die Inzidenz in Dortmund beinahe täglich. Mittlerweile kommt der bisherige Höchstwert aus der zweiten Corona-Welle in Sicht.

Damals, im November 2020, war die Inzidenz ebenfalls binnen weniger Wochen auf den Rekordwert von 230,2 gestiegen. Die Folge waren Hunderte Corona-Tote im ersten Dortmunder Pandemie-Winter. Dieser droht sich nun zu wiederholen, wenn auch in abgeschwächter Form.

Denn die Impfungen nehmen dem Coronavirus ein wenig den Schrecken und sorgen für weniger Covid-19-Patienten in den Kliniken*, als im Vorjahr. Zum Vergleich: Als der Inzidenzwert am 2. November 2020 auf 190,9 stieg, lagen bereits 130 Corona-Patienten im Krankenhaus, davon 30 auf der Intensivstation.

Doch die Delta-Variante ist ansteckender, als das Virus noch 2020 gewesen ist. Zudem lässt bei vielen Menschen der Impfschutz bereits deutlich nach. Das und zahlreiche weitere Faktoren lassen die Infektionen erneut in die Höhe schnellen. Am Dienstag (16. November) meldet das Landeszentrum Gesundheit für Dortmund erneut eine Inzidenz von 191,6 (+10,6).

Coronavirus in Dortmund: Lage in Krankenhäusern angespannt – RKI meldet Todesfall

In den Krankenhäusern in Dortmund ist die Lage bereits angespannt, glaubt man den Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Für Erwachsene stehen nur noch 30 Intensivbetten zur Verfügung – etwas mehr als 10 Prozent aller verfügbaren Betten. Die müssen für alle Notfälle reichen – egal ob Corona, Herzinfarkt oder Autounfall.

Wegen einer schweren Corona-Infektion, gegen die man sich mit einer Impfung zuverlässig schützen kann*, liegen in Dortmund derzeit 55 Menschen im Krankenhaus, 12 davon auf einer Intensivstation. Zehn von ihnen müssen beatmet werden. Trotz steigender Infektionszahlen sank die Belegung der Intensivstationen in Dortmund mit Covid-19-Patienten zuletzt sogar leicht.

Bis die hohen Infektionszahlen bei den Krankenhauseinweisungen durchschlagen, dauert es aber erfahrungsgemäß eine Weile. Von seiner Gefahr, vor allem für Ungeimpfte, hat das Coronavirus indes nichts eingebüßt. Das LZG meldet am Sonntag (14. November) einen weiteren Todesfall in Dortmund. Insgesamt starben in der Stadt laut Robert Koch-Institut (RKI) bislang 428 Corona-Infizierte.

Inzidenz in Dortmund steigt weiter: Oberbürgermeister Thomas Westphal fordert 2G-Regel

Ob der Inzidenz-Rekord aus dem November 2020 in Dortmund eingestellt wird, hängt besonders von den Maßnahmen ab, die nun von der Politik beschlossen werden. Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) setzte bereits 2G durch*, nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt*, der am Donnerstag (18. November) eröffnen soll.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) plant für denselben Tag eine Ministerpräsidentenkonferenz zum Thema Corona. Denn Experten und das RKI erwarten einen bitteren Winter, wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen. Der Inzidenzwert in Deutschland erreicht aktuell immer wieder neue Höchstwerte*.

Gegen einen schweren Verlauf helfen bislang nur Impfungen. Doch zuletzt meldete die Stadt Dortmund nur mehrere Hundert Impfungen pro Tag. Neben zwei Impfbussen sollen sich künftig auch Menschen in einem Pop-up-Impfzentrum in der Thier-Galerie impfen lassen können.*RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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