Obwohl Infektionszahlen sinken

Dortmund: Drei Corona-Probleme bereiten immer noch Sorge

Die Corona-Lage in Dortmund scheint sich zu entspannen – doch es gibt drei größere Probleme, die dem Gesundheitsamt Sorgen bereiten.

Dortmund – „Stadtspitze meldet weitere Entspannung der Corona-Lage“ – so titelte die Stadt Dortmund am Dienstag (17. Mai) einen von ihr verfassten Homepage-Beitrag zum aktuellen Pandemiegeschehen.

StadtDortmund
7-Tage-Inzidenz406,8 (Stand: 19. Mai)
Von Corona genesene Personen157.500

Dortmund: Corona-Lage entspannt sich aktuell

Zwischen den Zeilen, viel mehr aus dem Mund von Gesundheitsamtsleiter Frank Renken, klingt die Lage in Dortmund aber gar nicht so entspannt, wie sie wirkt.

Erfreulich ist erstmal, dass die Infektionszahlen in Dortmund derzeit sinken. Lag die Inzidenz in der vorvergangenen Woche bei 698, war sie in der Vorwoche „nur“ noch bei 530. Die Zahlen sind also erstmal rückläufig, obwohl fast alle Corona-Regeln in NRW gefallen sind.

Doch Gesundheitsamtsleiter Frank Renken warnt bereits: „Man sollte nicht außer Acht lassen, dass jeden Tag circa 450 Infektionsmeldungen dazukommen. Das ist jetzt keine sehr kleine Zahl. Bei 450 pro Tag hätten wir früher bei Delta sehr große Angst gehabt.“

Dortmund: Corona-Variante „Omikron“ lässt „Delta“-Angst schwinden

Dass das Coronavirus in Dortmund aktuell selten schwere Verläufe verursacht oder gar tödlich ist, liege einzig und allein an der aktuell vorherrschenden Omikron-Variante.

Während die Inzidenz sinkt, bleiben die Zahlen der Intensivpatienten mit Corona in den Dortmunder Krankenhäusern jedoch relativ stabil. Mit Corona im Krankenhaus lagen in der Vorvorwoche 122 Menschen, in der Vorwoche 98 Menschen. Jeweils sieben davon lagen auf der Intensivstation.

Frank Renken leitet das Gesundheitsamt in Dortmund.

Dortmund: Stadt setzt weiterhin auf Corona-Tests vor Pflegeheimen

Die Stadt Dortmund wolle deswegen weiterhin an den Testungen vor Pflegeeinrichtungen festhalten.

Apropos Pflegeeinrichtungen: In Sachen einrichtungsbezogener Impfpflicht, die in NRW seit März 2022 gilt, hat die Stadt Dortmund mit einem Problem zu kämpfen: 666 Menschen aus Einrichtungen, in denen die Impfpflicht gegen Corona gilt, wollen sich nicht an die Regel halten.

666 Menschen aus medizinischen Berufen haben keine Corona-Impfung

Die Stadt veröffentlichte am Montag eine Liste mit entsprechenden Zahlen, in welchen Einrichtungen Corona-Impfnachweise fehlen:

  • Krankenhäuser: 164 Mitteilungen
  • Reha: eine Mitteilung
  • (Zahn-)Arztpraxen: 18 Mitteilungen
  • weitere humanmedizinische Heilberufe: 114 Mitteilungen
  • öffentlicher Gesundheitsdienst: 11 Mitteilungen
  • Rettungsdienst: 120 Mitteilungen
  • voll-und teilstationären Einrichtungen/Pflegeeinrichtungen: 80 Mitteilungen
  • ambulante Pflegedienste inklusive Wohngruppen: 99 Mitteilungen
  • Behindertendienste: 59 Mitteilungen

563 dieser 666 „Impfverweigerer“ hätten noch keinen Nachweis über eine Corona-Impfung vorgelegt. Ohne entsprechenden Nachweis droht ein Betretungsverbot ihres Arbeitsplatzes – und damit de facto der Arbeitsplatzverlust.

666 Impfverweigerer in Pflegeberufen, sind das viele? Auf Anfrage von RUHR24 kann die Stadt keine Zahl nennen, wie viele Menschen insgesamt in Dortmund von der Impfpflicht betroffen sind. Der Stadt lägen dazu keine Zahlen vor. Wie hoch der prozentuale Anteil der Impfverweigerer an der Gesamtzahl der Impfpflichtigen ist, lässt sich also nicht ermitteln.

Dortmunder Gesundheitsamt arbeitet wegen Corona-Lage nicht mehr am Samstag

Die Stadt Dortmund beschreibt die Corona-Lage dennoch als „sich entspannend“, will jetzt dazu übergehen, den Samstag als Arbeitstag im Gesundheitsamt wieder zu streichen.

Positiv stimmt derweil auch, dass die hohen Krankenstände in den Belegschaften der Krankenhäuser aufgrund von Corona-Erkrankungen oder Quarantänen stark nachgelassen haben. „Die Versorgung auf den Stationen ist wieder viel normaler möglich“, sagte Renken.

Rubriklistenbild: © Reichwein/Imago; Cord/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24