Covid-19-Pandemie

Dortmund: Teils völlige Ahnungslosigkeit vor Corona-Impfung – kommt eine Westenhellweg-Regel?

Rathaus Dortmund Thomas Westphal Bürgermeister
+
Dortmunds neuer OB Thomas Westphal ist nun im Amt.

Die Stadt Dortmund hat sich am Dienstag (1. Dezember) zur aktuellen Corona-Lage geäußert. In Sachen Impfzentrum gibt es noch viele Fragen.

Dortmund - Rätselraten ums Impfen - so kann man wohl aktuell am besten beschreiben, wie die Corona-Lage in Dortmund ist. Die Stadt macht keinen Hehl daraus, dass es um das Prozedere im Impfzentrum noch viele Fragen gibt. Immerhin: Der Standort für das Impfzentrum in Dortmund scheint so gut wie festzustehen. Er soll noch in dieser Woche verkündet werden.

StadtDortmund
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)
Einwohner603.609 (Dezember 2019)

Dortmund: Stadt hat zum Thema Corona-Impfungen noch viele Fragen

Ansonsten herrscht noch sehr viel Ahnungslosigkeit rund um Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner und Oberbürgermeister Thomas Westphal was das Thema Impfen betrifft. Laut Angaben der Stadt hängt das mit den noch vielen offenen Fragen zusammen, die das Land NRW bisher noch nicht beantwortet hat.

Unklar ist zum Beispiel, welchen Corona-Impfstoff die Stadt Dortmund erhalten soll. Das Land NRW konnte auf Nachfrage von RUHR24 bei einer Pressekonferenz am Montag (30. November) keine Stellung dazu nehmen, da es selbst noch auf Infos vom Bund wartet. Von der Art des Impfstoffs hängt aber ab, wie er gelagert und transportiert werden soll. Fehlen diese Infos, kann die Stadt nicht richtig planen.

Corona: 46.000 Impfungen für Dortmund reichen für 23.000 Menschen

Fragezeichen gibt es auch noch zur Zahl der Impfdosen, die Dortmund bekommen soll. Die Stadt arbeitet laut Angaben von Birgit Zoerner mit der Zahl von 46.000, die nach einer Berechnung von Oktober kommuniziert wurde - und auch nicht ganz sicher ist. Da die Impfung wohl zweimal verabreicht werden muss, können mit dieser Menge „nur“ 23.000 Menschen in Dortmund gegen das Coronavirus geimpft werden.

Video: So funktionieren mRNA-Impfstoffe

Wer diese 23.000 Menschen sein sollen, dazu kann die Stadt keine genauen Angaben machen. „Wir warten auf verbindliche Vorgaben von Land und Bund“, sagte Zoerner am Dienstag. Vom Land heißt es bislang, Menschen aus Risikogruppen und solche, die in medizinischen Berufen arbeiten, sollten zuerst geimpft werden. Aber was, wenn die 23.000 Impfdosen für Dortmund dafür nicht reichen? Birgit Zoerner weiß es auch nicht, sagt: „Egal, von welcher Seite man an dieser Decke zieht, sie ist immer zu kurz.“

Massen-Impfungen gegen Corona sollen in Dortmund im Sommer 2021 starten

Mit Massen-Impfungen für die breite Dortmunder Bevölkerung rechnet die Krisenstabsleiterin für den Sommer 2021. Bis dahin soll der Vertrag für das Dortmunder Impfzentrum laut Aussagen der Stadt laufen - mit einer Option auf Verlängerung, die aber als sicher gilt. Selbst wenn alle niedergelassenen Ärzte in Dortmund gegen das Coronavirus impfen, so Zoerner, sei das Impfzentrum als Entlastung weiter nötig.

Mit der Verbreichung erster Impf-Dosen rechnet die Stadt schon für Ende dieses Jahres. Wie es dann 2021 weitergeht, steht offenbar noch in den Sternen.

Corona-Knallverbote in Dortmund? Verbotszone in der City ist sicher

Unterdessen denkt die Stadt zur Eindämmung der Coronazahlen über weitere Maßnahmen nach. So könnte es 2020 zusätzlich zu den Silvester-Knallverboten in der Innenstadt weitere Verbotszonen geben. Die Stadt, so Rechtsdezernent Norbert Dahmen, wolle aber „vernünftig“ mit weiteren Verboten umgehen. „Nur dann haben wir die Akzeptanz der Einwohner“.

Die Fußgängerzone Westenhellweg in der Innenstadt von Dortmund.

Angedacht ist auch eine Zugangsbeschränkung für den Westenhellweg, sollte es aufgrund der verringerten Kapazitäten in den Geschäften zu langen Schlangen kommen. Denkbar wäre, dass in diesem Fall die Seitenstraßen zum Westenhellweg abgeriegelt werden. „Unser Ziel ist es aber, den Westenhellweg offenzuhalten“, versprach Oberbürgermeister Thomas Westphal am Dienstag (Hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).