Astrazeneca sei Dank

Corona-Impfung: Dortmund ändert Strategie – „Müssen einige Dinge neu planen“

Beim Thema Impfungen gegen das Coronavirus denkt die Stadt Dortmund um. Grund dafür ist der Strategiewechsel des Landes NRW – und Astrazeneca. Doch viele Fragen sind noch offen.

Dortmund - Tausende Dortmunder und solche, die in Dortmund arbeiten, dürfen sich über eine vorzeitige Impfung gegen das Coronavirus freuen. Der bisher unliebsame AstraZeneca-Impfstoff macht das möglich. Doch der neue Impf-Plan der NRW-Regierung wirft Fragen auf.

AnlassImpfplan für die Priorisierungsgruppe 2
Impfung gegenCoronavirus
UnterzeichnerNRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)

Dortmund: Inzidenz-Wert stagniert - Corona-Neuinfektionen sinken nicht

Dass Dortmund unverhofft an eine deutlich größere Menge AstraZeneca-Impfstoff kommt, kommt zur rechten Zeit. Denn der Inzidenz-Wert in der Stadt stagniert derzeit. Die erhoffte Wochen-Inzidenz von 35 ist noch in weiter Ferne. Aktuell liegt die Stadt bei 64,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen (Vorwoche: 63,6).

Es tut sich also nicht viel. Ein Grund könnte die Ausbreitung der britischen Mutation in Dortmund sein. Am Dienstag waren 139 Menschen damit infiziert.

NRW: Neuer Corona-Impferlass - Dortmund darf nun auch die Prio-2-Gruppen impfen

Mit dem neuen Impf-Erlass der Landesregierung treten nun viele Änderungen in Kraft. Sollten ursprünglich die zur Prio-Gruppe 2 zählenden Menschen erst später, nach Abschluss der Prio-Gruppe-1-Berechtigten, geimpft werden, geht es nun parallel weiter. „Wir erreichen hiermit einen weiteren Meilenstein im Kampf gegen das Coronavirus: die breite Impfung der Menschen mit einer hohen Impfpriorisierung“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei der Vorstellung des neuen Impfplans am Montag (1. März).

In Dortmund hat das große Auswirkungen: „Dadurch haben wir die Möglichkeit, größere Berufsgruppen zu impfen“, sagte Dortmunds Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner bei einer Pressekonferenz am Dienstag (2. März). Möglich wird das durch deutlich größere Lieferungen des - in Deutschland eher unbeliebten - AstraZeneca-Impfstoffs.

17.000 Impfdosen zusätzlich von AstraZeneca - Dortmund muss Corona-Impfungen umplanen

Zoerner rechnet vor: Rund 3400 Impf-Dosen von AstraZeneca waren ursprünglich für März in Dortmund eingeplant. Die Stadt hatte damit Menschen der Prio-Gruppe-1 impfen wollen, also Beschäftigte und Bewohner von Pflegeeinrichtungen oder Mitarbeiter von Krankenhäusern in Notaufnahmen und auf Intensivstationen. Nun soll es zusätzlich 17.000 Dosen geben. „Jetzt müssen wir einige Dinge neu planen“, sagt Zoerner.

Damit kommen nun Angehörige der Prio-Gruppe-2 in die Gunst einer Impfung gegen Corona. In Dortmund sind das vor allem Lehrer in Grundschulen, Erzieher oder Beschäftigte in der Eingliederungshilfe sowie weitere Beschäftigte in Krankenhäusern. Personen unter 65 Jahren erhalten dabei regelhaft AstraZeneca, wie das Land NRW mitteilt (hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Rund 9000 Lehrer und Erzieher in Dortmund können Corona-Impfung bekommen

Und wie viele Menschen sind das in Dortmund? Genaue Angaben hat die Stadt dazu nicht. Man könnte das nur schätzen, sagt Birgit Zoerner. Zumindest für Lehrer und Erzieher hat Bildungsdezernentin Daniela Schneckenburger Zahlen. Geimpft werden könnten nun 2000 Grundschullehrer, 6000 Erzieher und etwa 1000 Kräfte in Ganztagseinrichtungen oder Schulsozialarbeiter. Macht zusammen etwa 9000 Menschen aus dem Bereich von Bildungseinrichtungen, die normalerweise erst deutlich später dran gewesen wären.

Bildungsdezernentin Daniela Schneckenburger rechnet damit, dass in Dortmund 9000 Menschen aus Schulen und Kitas gegen Corona geimpft werden können.

Bis Ende März rechnet die Stadt Woche für Woche mit der Lieferung einer Portion der versprochenen zusätzlichen 17.000 AstraZeneca-Impfdosen. Die Organisation, welcher Lehrer und Erzieher geimpft werden möchte, sollen laut Stadt Dortmund die entsprechenden Schulen und Kitas übernehmen.

Hausärzte in Dortmund sollen bald auch gegen Corona impfen - aber nur an fünf Stellen

Weil diese Art von Impfstoff nicht so kompliziert gelagert werden muss, wie jener von Biontech, wird es bald Impfungen auch bei Dortmunder Hausärzten geben. Die NRW-Landesregierung schreibt dabei aber vor, dass es pro Kommune nur fünf solcher Praxen geben soll. Welche das sind, muss am Ende die Kassenärztliche Vereinigung entscheiden. Die Pläne scheinen noch nicht ausgereift zu sein.

Unklar ist aktuell auch, wie es mit den über 70-Jährigen in Dortmund weitergeht. Sollen sie auch zur Corona-Impfung in ein Impfzentrum kommen, so wie aktuell die über 80-Jährigen? Und wann geht es mit den Impfungen für diese Gruppe überhaupt los? Laut Land NRW solle das spätestens Ende Mai der Fall sein. Die Stadt Dortmund geht von frühstens April aus. Viele Fragen sind noch offen, doch die Erhöhung der Impf-Dosen zeigt, dass es in Sachen Impfungen vorwärtszugehen scheint.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24, Bernd Thissen/dpa; Collage: RUHR24

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