Stadt forciert Impf-Kampagne

Dortmund: Amtsleiter dreht irres Video – „das ist ja dieses Virus, dieses Coronavirus“

Die Stadt Dortmund will Fahrt in die Impf-Kampagne bringen und das Coronavirus endgültig eindämmen. Jetzt kursiert ein kurioses Video von Gesundheitsamtsleiter Frank Renken.

Dortmund – „Hallo, mein Name ist Frank Renken. Ich bin Arzt.“ So beginnt ein Video, dass die Stadt Dortmund derzeit über ihre digitalen Kanäle verbreitet. Darin zu sehen: Frank Renken, Gesundheitsamtsleiter und inzwischen einer der Corona-Experten der Stadt.

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Dortmund: Video soll Menschen zu Corona-Impfung ermutigen

Renken sitzt versunken in einem überdimensionalen Ledersessel, neben ihm ein Rattantisch mit einem Bottich Desinfektionsmittel und einer Flasche mit der Aufschrift „We miss you“. Renken sitzt auf einer Bühne im Dietrich-Keuning-Haus, hinter ihm wird ein Vorhang angeleuchtet.

In dieser – soll es eine intime sein? – Atmosphäre versucht die Stadt Dortmund derzeit Menschen davon zu überzeugen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Schon seit Wochen ist klar: In Dortmund – wie auch im Rest von NRW – gibt es eine nicht irrelevante Gruppe von Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen will.

Coronavirus: Fehlinformationen über die Impfung in Dortmund

Mitarbeiter der Stadt stellen immer wieder fest, dass etwa Fehlinformationen kursieren. Unter Flüchtlingen in Dortmund etwa hat sich die Befürchtung herumgesprochen, man könne durch die Impfung schneller in den Fokus der Behörden geraten und damit die Chance erhöhen, zurück in die Heimat geschickt zu werden.

Das viel größere Problem der Stadt ist jedoch ihre Unwissenheit: Sie weiß zu oft schlicht nicht, was die Gründe dafür sind, dass sich Bürger nicht impfen lassen. Diese Bürger können sich jetzt anonym bei der Stadt melden und ihre Fragen loswerden. Dafür wurde bis zum 18. Juni ein Mail-Postfach (impf-fragen@stadtdo.de) freigeschaltet.

Dortmund: Stadt will Menschen für die Corona-Impfung gewinnen

Die Stadt wolle diese Menschen überzeugen, sich doch impfen zu lassen, um den Schutz gegen Sars-CoV-2 zu erhöhen. „Das ist ja dieses Virus, dieses Coronavirus, um das es hier geht“, spricht Renken etwas kurios in dem Video in die Kamera. Als würden die Impf-Skeptiker nicht wissen, was das Coronavirus ist.

Das Impfzentrum in Dortmund-Hörde befindet sich in der Warsteiner Music Hall auf Phoenix West.

Es folgt ein kleiner Exkurs über den Sinn der Impfung und über die Impfpriorisierung, mit der abschließenden Forderung, Kontakt mit der Stadt aufzunehmen. Laut Renken gäbe es noch viele ältere Menschen, die sich bewusst gegen eine Corona-Impfung entschieden hätten.

Dortmund: Stadt schaltet Postfach für Fragen zur Corona-Impfung frei

Diese sollten sich „ganz herzlich“ an die Stadt wenden, so Renken. Die Stadt würde dann versuchen, alle Fragen – egal wie abwegig – zu beantworten. „Und möglicherweise ist es ja dann so, wenn wir ihnen gute Antworten geben können, dass Sie sich dann doch entscheiden, sich impfen zu lassen.“ (Hier weitere Corona-News aus Dortmund bei RUHR24 lesen)

Der Aufruf der Stadt ist nicht ganz unwichtig. Denn um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssen 70 bis 80 Prozent der Erwachsenen gegen Corona geimpft sein. Doch schon jetzt fürchten Experten eine Impf-Müdigkeit unter den Deutschen, sollten die Fallzahlen weiter sinken. Die Verfehlung der Impf-Kampagne ist derzeit also akut bedroht.

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