Corona-Impfung

Impfungen statt Konzerte: Dortmund vergibt Impftermine bald über Eventim

In NRW sind kurzfristig die Kommunen für die Organisation der Impftermine zuständig gemacht worden - und sind heillos überfordert. Dortmund setzt auf Unterstützung durch den Ticket-Service Eventim.

Dortmund - Am Wochenende (13./14. Februar) offenbarte sich in einigen Kreisen in NRW was passiert, wenn es bei der Vergaben der Impftermine eine Panne gibt: Lange Schlangen vor den Impfzentren, vergebliches Warten – denn eine Corona-Impfung gab es für viele trotzdem nicht. Ein Fehler im Buchungssystem hatte zu Überbuchungen geführt. Damit das Impfwilligen in Zukunft erspart bleibt, setzt Dortmund bei Terminen für die Corona-Impfung auf einen privaten Partner, der sonst Konzerttickets verkauft: Eventim.

StadtDortmund
ImpfzentrumWarsteiner Music Hall
Impfterminvergabebisher: KVWL, zukünftig: Eventim

Corona-Impfung in Dortmund: Terminvergabe bald über Ticketservice Eventim

Ursprünglich lief die Vergabe der Impftermine über die Kassenärztliche Vereinigung. Doch Anfang Februar hatte das Land NRW diese Aufgabe überraschend den Städten und Kommunen übertragen: In Zukunft sollen sie die Termine für alle ausstehenden Corona-Impfungen organisieren. Doch die sahen sich in den meisten Fällen für die Organisation der Impftermine schlecht gerüstet.

Auch in Dortmund war schnell klar, dass dieser Aufwand kaum mit eigenen Mittel gestemmt werden kann. Also entschloss die Stadt Dortmund die Vergaben der Impftermine im Impfzentrum in der Warsteiner Music Hall einem privaten Partner zu übertragen, der normalerweise den Ticketverkauf für große und kleinere Events wie Konzerte oder Musicals organisiert: Am Freitag (12. Februar) schloss die Stadt einen Vertrag mit Eventim.

 „Die Terminorganisation und Abarbeitung innerhalb der Stadtverwaltung ist praktisch unmöglich“, erklärt Birgit Zoerner, Leiterin des Corona-Krisenstabes, die Entscheidung der Stadt. Rund 14 Tage – so lange wird nach Aussage der Stadt den Ticket-Service brauchen, um die Plattform zur Impfterminvergabe an den Start zu bringen (mehr News aus Dortmund).

Impftermine in Dortmund: Vergleichbar mit Ticketverkauf für Superstar

Dann soll die Ticketing-Firma mit der Vergabe der Impftermine für Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Pflegekräfte und medizinischem Personal starten. Die Vergabe von Impfterminen von über 80-Jährigen soll wie gehabt weiter über die kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) laufen.

Die Stadt folgt damit dem Beispiel des Landes Schleswig-Holstein. Auch hier legte das Gesundheitsministerium die Terminvergabe in die Hände des Ticket-Service Eventim. Wie der NDR berichtet, sei der Start der Impfterminvergabe vergleichbar mit dem Ticketverkaufsstart zur Tournee eines internationalen Popstars gewesen.

Innerhalb weniger Minuten seien mehr als 4.000 Termine in den Warenkörben reserviert gewesen. Für das System sei das technisch kein Problem gewesen. In dem nördlichen Bundesland gab dagegen der fehlende Nachschub an Impfstoff und die fehlenden freien Impftermine dem Run auf die „Tickets“ einen Dämpfer (mehr News zur Corona-Pandemie im NRW-Live-Ticker).

Auch für Eventim ist die Organisation der Impftermine eine Chance in der Krise. Denn der Lockdown in der Corona-Krise legt auch die Veranstaltungsbranche lahm. Anders als bei dem System der KVWL bietet das Ticket-System von Eventim zudem bei der Impfterminvergabe offenbar einige Vorteile. So können die Termine für die erste und die zweite Impfung voraussichtlich auch in Dortmund bald zusammen gebucht werden.

Rubriklistenbild: © Dortmund-Agentur/Roland Gorecki