Wegen Berechnung des RKI

Dortmund: Corona-Zahlen sorgen für Verwirrung bei Inzidenz-Wert - doch es gibt eine Wende

Frank Renken (l.), Chef des Gesundheitsamts Dortmund und Lothar Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts
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Frank Renken (l.), Chef des Gesundheitsamts Dortmund und Lothar Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts, arbeiten bei der Berechnung der 7-Tage-Inzidenz mit unterschiedlichen Zahlen.

Die Corona-Zahlen der Stadt Dortmund und des Robert Koch-Instituts unterscheiden sich. Nicht selten führt das zu Verwirrung. Wie kommt die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz zustande?

Update, Freitag (9. Oktober), 13.09 Uhr: Dortmund - Die Stadt Dortmund hat aufgrund des Zahlen-Chaos beim Wert der 7-Tage-Inzidenz nun offenbar ein Einsehen und stellt deren Berechnung ab heute um. Grundlage für Bekanntgabe der Inzidenz war bislang die von der Stadt aufgrund der Meldedaten errechnete Einwohnerzahl von 603.609. Auf Anfrage von RUHR24 heißt es am Freitagmittag plötzlich: „Die Stadt Dortmund wird ab heute in ihren täglichen Updates im Sinne der besseren Vergleichbarkeit der landesweit einheitlichen Datenbasis den Inzidenzwert auf RKI-Datenbasis veröffentlichen.“ Das RKI nutzt für die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz die amtlichen Einwohnerzahlen des Statistischen Landesamts NRW. Demnach hat Dortmund aktuell nur 588.250 Einwohner. Am Freitag (9. Oktober) lag die 7-Tage-Inzidenz in Dortmund demnach bei 26,3.

Erstmeldung, Freitag (9. Oktober), 11 Uhr: Dortmund - Wer auf die Entwicklung der Corona-Zahlen schaut, der muss derzeit verschiedene Werte im Blick haben. Prominent berichtet wird häufig über die neu gemeldeten Infizierten. Etwas mehr Aussagekraft hat der Wochen-Durchschnittswert pro 100.000 Einwohner, auch 7-Tage-Inzidenz genannt. Doch genau darum gibt es nun Verwirrung, berichtet RUHR24.de*.

Name\tCOVID-19-Virus
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Prävention (u.a.)\tAbstand halten, Hände waschen, Maske tragen

Corona in Dortmund: 7-Tage-Inzidenz sorgt für Verwirrung

Erreicht dieser Wert in NRW 35 Neuinfizierte in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, können von der Stadt weitere Einschränkungen und Maßnahmen beschlossen werden. Liegt der Wert bei über 50, sind Maßnahmen mehr oder weniger Pflicht.

Hier nun liegt der Kern des „Problems“, das sich jetzt zwischen der Stadt Dortmund und dem Robert Koch-Institut (RKI) aufgetan hat. Denn während die Stadt die 7-Tage-Inzidenz mit der von ihr festgelegten Einwohnerzahl von über 600.000* berechnet, hat das RKI ganz andere Einwohnerzahlen Dortmunds.

Coronavirus in Dortmund: Stadt nutzt andere Zahlen für Berechnung der 7-Tage-Inzidenz

So rechnet die Bundesbehörde noch mit den Zahlen der Weiterführung und Hochrechnung des 2011er-Zensuses, der erst in 2022 erneuert wird. Und laut diesen Zahlen hat Dortmund nur 588.250 Einwohner und nicht die von der Stadt Dortmund laut Melderegister gezählten 603.609 Einwohner.

Im Umkehrschluss entstehen bei der Berechnung der 7-Tage-Inzidenz unterschiedliche Werte. Konkret: Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sind immer etwas höher, als jene der Stadt Dortmund.

7-Tage-Inzidenz für Corona in Dortmund: Berechnung anders als beim RKI

Das ist insofern wichtig, dass die 7-Tage-Inzidenz, so sie denn den Wert von 35 oder gar 50 erreicht und überschreitet, für Eingriffe des öffentlichen Lebens sorgen könnte. Etwa was private Feiern und Hochzeiten*, Gastronomie oder zulässige Zuschauerzahlen in Kultur und Sport betrifft.

Frank Renken (hier im Bild mit Dortmunds Sprecherin Anke Widow) errechnet die 7-Tage-Inzidenz in Dortmund anders als das RKI.

Maßgeblich für Maßnahmen seien aber die Zahlen des Robert Koch-Instituts, stellte Dr. Frank Renken, Chef des Dortmunder Gesundheitsamts, am Montag (5. Oktober) auf Nachfrage der Ruhr Nachrichten klar. Denn die einzig amtliche Einwohnerzahl wird durch das Statistische Landesamt festgelegt. Und da hat Dortmund nun mal deutlich weniger als 600.000 Einwohner.

Video: Corona: Das kommt im Herbst und Winter auf uns zu

Dortmund ist übrigens nicht die einzige Stadt in Deutschland, die „eigene“ Einwohnerzahlen aus dem Melderegister für die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz zu Grunde legt. Auch in Hamburg oder München ist das Usus. Hamburg hält ihren 7-Tage-Wert daher für genauer als jenen des RKI. Hinweis: Der Stadt Dortmund liegt zum Grund für die unterschiedliche Berechnung eine Anfrage unserer Redaktion vor, wir reichen die Antwort nach. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.