Inzidenz steigt weiter

Dortmund ist unter den Top 10 Corona-Hotspots in Deutschland

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Dortmund immer weiter an. Mittlerweile zählt sie mit zu den höchsten in ganz Deutschland. Ein Rückblick auf die Entwicklung der Zahlen.

Dortmund – Eigentlich sah es in Sachen Corona den Sommer über gut aus in Dortmund: Die Zahlen waren konstant niedrig und die Bürger konnten sich auf viele Lockerungen freuen. Sogar kleinere Konzerte wie der „Sommer am U“ durften stattfinden. Doch seit ein paar Tagen sieht die Corona-Entwicklung in Dortmund gar nicht mehr so rosig aus: Die Sieben-Tage-Inzidenz schnellt in die Höhe.

StadtDortmund
Bevölkerung603.167
Inzidenz142,1 (Stand 22. August 2021)

Corona-Inzidenz in Dortmund: Ruhrgebietsmetropole entwickelt sich zum Hotspot

Aktuell hat Dortmund die fünfthöchste Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Deutschland und entwickelt sich damit zum echten Corona-Hotspot. Am Sonntag (22. August) lag die Inzidenz in der Ruhrgebietsmetropole offiziell bei 134,8. Laut Berechnungen der Stadt steigt sie am Montag auf 142,1.

Damit gibt es in Dortmund deutlich mehr Corona-Infektionen, als in ihren umliegenden Städten und Kreisen. Zum Vergleich: Im Kreis Unna lag die Inzidenz am selben Tag bei 72,2 (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Getoppt wird die Inzidenz in Dortmund momentan nur noch von vier Städten:

  • 1. Leverkusen: 189,3
  • 2. Solingen: 168,3
  • 3. Bielefeld: 146,9
  • 4. Krefeld: 140,3
  • 5. Dortmund: 134,8

Corona-Hotspots in Deutschland: Nur Städte und Kreise aus NRW sind in den Top 10

Die anderen Städte und Kreise, die sich ebenfalls in der Top 10 der höchsten Corona-Inzidenz befinden, sind die folgenden:

  • 6. Wuppertal: 129,0
  • 7. Köln: 127,9
  • 8. Märkischer Kreis: 127,7
  • 9. Düsseldorf: 127,2
  • 10. Bochum: 126,9

NRW ist Corona-Hotspot Nummer 1 - im Frühjahrs-Lockdown sah die Lage noch anders aus

Auffällig ist, dass alle Städte und Kreise aus dieser Top 10 in Nordrhein-Westfalen liegen. Zum Zeitpunkt der zweiten und dritten Corona-Welle waren die Zahlen im Westen im Vergleich zum Osten Deutschlands deutlich geringer. Doch das Blatt scheint sich gewendet zu haben: Spitzenreiter der östlichen Bundesländer ist Berlin-Neukölln mit einer Inzidenz von 90,3, gefolgt von den Berliner Stadtteilen Spandau und Friedrichshain.

Der ehemalige Corona-Hotspot des Ostens, der Vogtlandkreis in Sachsen, hat nur noch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 8,4. Zum Vergleich: Im März 2021, als die dritte Welle in vollem Gange war, hatte der Kreis mit einer Inzidenz von 521,9 (26. März 2021) noch eine der höchsten in ganz Deutschland.

Warum ist die Corona-Inzidenz in NRW aktuell so hoch? RKI nennt Gründe

Nordrhein-Westfalen hat den Osten als Corona-Hotspot beerbt. Aber wie konnte es dazu kommen? Konkrete Gründe für den rasanten Anstieg der Fallzahlen in NRW sind nicht eindeutig zu benennen. Eine Ursache für die vielen Neuinfektionen sind aber offenbar Reiserückkehrer.

Laut dem neuesten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) seien knapp ein Viertel aller neu gemeldeten Corona-Fälle auf eine Ansteckung im Ausland zurückführen – am häufigsten bei Reisenden aus der Türkei. Dort lag die Inzidenz zuletzt bei 162,7 (Stand 22. August).

Viele der Corona-Neuinfektionen sind auf Reiserückkehrer zurückzuführen

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen sind am vergangenen Mittwoch (17. August) aus den Sommerferien zurückgekehrt. Und wie beispielsweise der Dortmunder Flughafen berichtet, seien die Passagierzahlen in Ferienfliegern im Sommer 2021 sprunghaft angestiegen: So seien allein im Juni laut einer Sommer-Analyse des Airports insgesamt 83.189 Menschen ins Ausland geflogen. Im Juni 2020 waren es gerade mal etwas mehr als 20.000 Fluggäste.

In Bezug auf die Infektionszahlen bedeutet dies, dass sich rein statistisch gesehen, mehr Menschen im Urlaub mit Corona hätten anstecken können. Zum Vergleich: In Sachsen enden die Schulferien erst am 3. September. Viele Urlauber dürften deswegen noch gar nicht nach Hause gekommen sein. Ob sie sich im Ausland angesteckt haben könnten, kann man aktuell noch nicht sagen. Daten dazu dürften frühestens in der ersten oder zweiten Septemberhälfte vorliegen, wenn die Inkubationszeit abgelaufen ist.

Mehr als jede vierte Corona-Infektion in Düsseldorf stammt zurzeit direkt von einem Reiserückkehrer.

Inzidenz in Dortmund steigt in nur sechs Tagen rasant an

Dass sich Dortmund zum Corona-Hotspot entwickelt, wurde in den vergangen sechs Tagen immer deutlicher. Fast jeden Tag meldete die Stadt mehr als 100 Corona-Neuinfektionen:

  • Sonntag (22. August): 67 neue Corona-Fälle
  • Samstag (21. August): 159 neue Corona-Fälle
  • Freitag (20. August): 122 neue Corona-Fälle
  • Donnerstag (19. August): 201 neue Corona-Fälle
  • Mittwoch (18. August): 137 neue Corona-Fälle
  • Dienstag (17. August): 114 neue Corona-Fälle
  • Montag (16. August): 36 neue Corona-Fälle

Corona-Neuinfektionen nicht nur bei Reiserückkehrern – Delta-Variante auf dem Vormarsch

Neben den Infektionen von Reiserückkehrern beobachtet das RKI auch wieder häufiger lokale Corona-Ausbrüche in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Ausbrüche längst nicht mehr so stark sind wie zu Beginn der Pandemie. Grund dafür ist die hohe Impfquote bei den über 80-Jährigen.

Darüber hinaus weist das RKI daraufhin, dass ein Großteil der Corona-Fälle mittlerweile auf die Delta-Variante zurückzuführen sind, welche sich deutlich schneller und einfacher verbreitet. Gleichzeitig nimmt die Impfbereitschaft aber immer weiter ab.

Rubriklistenbild: © Anika Hinz/RUHR24

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