Corona-Krise

Fußballmuseum Dortmund: Stadt muss Millionenverluste zahlen – „große Unsicherheit“

Der Bund der Steuerzahler kritisiert den Umgang der Stadt Dortmund mit den Kosten des Fußballmuseums in Dortmund.
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Das Fußballmuseum in Dortmund.

Das Coronavirus sorgt für massive Verluste beim Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Die Kosten gehen in die Millionen. Zahlen muss die Stadt.

Dortmund – Normalerweise sollten rund 200.000 Besucher im Jahr das Deutsche Fußballmuseum gegenüber des Hauptbahnhofs in Dortmund besuchen. In der Corona-Pandemie ist diese Zahl verständlicherweise massiv eingebrochen – und damit auch die Einnahmen. Wegen einer umstrittenen Klausel muss die Stadt Dortmund nun mehrere Millionen Euro zuschießen.

StadtDortmund
Einwohner603.000 (2020)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Corona in Dortmund: Stadt muss Millionenverluste des Fußballmuseums übernehmen

Schon für das Jahr 2020 hatte das Fußballmuseum in der Innenstadt keine Besucherzahlen mehr herausgegeben. Bereits hier hatte die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass die Türen zur Fußball-Ausstellung monatelang geschlossen bleiben mussten. Der Verlust ist massiv und beträgt rund 2,3 Millionen Euro. Das geht aus einer Beschlussvorlage (PDF) des Dortmunder Stadtrats hervor.

Gerechnet hatte man im Haushalt der Stadt zuletzt mit jährlichen Kosten von rund 900.000 Euro für das 2015 eröffnete Museum. Der Kämmerer muss das Geld zuschießen, weil die Stadt Dortmund mit dem DFB einen Vertrag ausgehandelt hat, der sie an den Verlusten beteiligt. Das Vorgehen der Stadt hatte der Bund der Steuerzahler Ende 2020 bereits als „Augenwischerei“ kritisiert. Damals sagte Kämmerer Jörg Stüdemann den Ruhr Nachrichten: „Wir befinden uns in Gesprächen mit dem DFB, wie wir aus der Situation wieder herauskommen.“

Fußballmuseum Dortmund: Coronavirus und Shutdown sorgen für Millionenverluste

Doch das Coronavirus blieb und damit auch der Shutdown sowie weitere harte Verluste für das Museum. Mittlerweile rechnet die Stadt auch für das Jahr 2021 mit herben Einbußen beim Fußballmuseum des DFB. Zu den bereits eingeplanten Verlusten von etwa 900.000 Euro befürchtet die Stadt weitere Belastungen der Kasse von rund 1,15 Millionen Euro. Macht unter dem Strich weitere 2 Millionen Euro Miese.

Auch das Deutsche Fußballmuseum hat wieder geöffnet. Allerdings müssen einige Auflagen erfüllt sein.

Das Fußballmuseum habe jedoch bereits 2020 selbst Schadensbegrenzung betrieben: Die laufenden Kosten wurden etwa durch Kurzarbeit gesenkt (spart 800.000 Euro), es gab Zuschüsse aus Corona-Hilfsprogrammen (200.000 Euro) und Überbrückungskredite der NRW-Bank (775.000 Euro). Trotzdem kam ein Fehlbetrag von knapp 2,3 Millionen Euro dabei heraus. Einen Großteil davon zahlt die Stadt.

Video: Fußballmuseum zeigt Ausstellung über Franz Beckenbauer

Dortmund zahlt Verluste für das Fußballmuseum – „erhebliche Unsicherheit“ wegen Corona

Damit hat die Corona-Krise das Fußballmuseum in eine äußerst prekäre Lage gebracht. Und die Stadt gleich mit. Denn derzeit sieht es auch für das Geschäftsjahr 2021 kaum besser aus: „Für das Jahr 2021 ist seitens der Stadt Dortmund derzeit ein Verlustausgleich in Höhe von 2,05 Millionen Euro zu erwarten“, steht in der Beschlussvorlage. Die Kosten, so wird vermutet, werden wohl über Jahre den Haushalt belasten.

Doch Besserung ist kaum in Sicht. Erst Mitte März unter Auflagen wieder geöffnet, schließt das Fußballmuseum am Sonntag (28. März) erneut. „Grundvoraussetzung für eine weitergehende Öffnung wäre eine 7-Tage-Inzidenz in der Region von 50 bis 100“, steht auf der Internetseite. In Dortmund liegt der Wert jedoch seit knapp einer Woche über 100.

Für das laufende Jahr bestehe eine „erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der gültigen coronabedingten Besuchereinschränkungen“, heißt es vom Kämmerer. Auch sei unklar, ob und wie die Verluste mit Förderhilfen von Bund und Land NRW gesenkt werden können. Die Übernahme der Verluste des Fußballmuseums in Millionenhöhe soll am Donnerstag (25. März) im Stadtrat beschlossen werden.

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