Finanzspritze der Stadt 

Comeback-Pläne nach Corona: Dortmund pumpt Millionen in die Eventbranche

Die Wirtschaftsförderung in Dortmund hat große Pläne.
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Die Wirtschaftsförderung in Dortmund hat große Pläne.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund reagiert auf die Folgen der Corona-Pandemie und plant ein millionenschweres Wiederaufbauprogramm.

  • Die Wirtschaftsförderung Dortmund hat ein Konzept entwickelt, um die Wirtschaft in der Stadt künftig anzukurbeln.
  • Der Vorschlag muss allerdings noch vom Rat abgesegnet werden. 
  • Kurioserweise unterstützt das Programm nicht nur benachteiligte Branchen in der Corona-Zeit

Dortmund - Die Wirtschaft in Deutschland hat aufgrund der Corona-Pandemie (alle Neuigkeiten im Live-Ticker) teilweise herbe Rückschläge erlitten. Einige Branchen kamen zeitweise zum Stillstand und sind nun von Kurzarbeit betroffen oder gar existenzbedroht. In Dortmund richtet man den Blick jedoch wieder nach vorne. Die Wirtschaftsförderung hat ein auf fünf Jahre angelegtes Wiederaufbauprogramm entwickelt. 

Stadt

Dortmund

Fläche

280,7 km²

Metropolregion

7.268 km²

Bevölkerung

585.813 (Stand 2016)

Dortmund: "Mit neuer Stärke" aus der Corona-Krise

Das Grundlagenpapier mit dem Titel "Neue Stärke" für ein Wiederaufbauprogramm für die Dortmunder Wirtschaft muss allerdings noch in der nächsten Ratssitzung besprochen werden. Das übergeordnete Ziel des Förderpakets macht dennoch Mut, stärker aus der Krise hervorgehen, als Dortmund hineingegangen ist.

Gleichzeitig mahnt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, Thomas Westphal, jedoch auch, dass es "eine einfache Rückkehr zum Zustand vor Corona nicht geben wird." 

Coronavirus in Dortmund: Doppelstrategie soll Wirtschaft wieder stabilisieren

Trotzdem besteht laut Westphal die Möglichkeit, die durch die Krise extrem beschleunigten Entwicklungen zu nutzen und in neues Wachstum umzuwandeln. Umgesetzt werden soll dies mit einer integrierten, flächendeckenden Strategie, die gezielte Maßnahmen vorsieht. 

Dabei setzten die Konzepte bewusst nicht nur auf klassischen Förderprogramme für besonders betroffene Branchen. Vielmehr will man mit einer Doppelstrategie zu neuer Stärke finden.

Stadt Dortmund investiert 15 Millionen Euro in fünf Jahren

"Unsere Vorgehensweise ist eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite wollen wir den Branchen unter die Arme greifen, die besonders hart getroffen wurden. Wir haben aber auch die Unternehmen im Fokus, die die Krise wenig oder gar nicht spüren oder zurzeit sogar als Gewinner hervorgehen", erklärte Thomas Westphal, der künftig neuer Oberbürgermeister von Dortmund werden will.

Thomas Westphal setzt sich für eine Doppelstrategie zum Aufschwung der Wirtschaft ein.

Damit dieses Vorhaben gelingt, will die Stadt insgesamt 15 Millionen Euro in fünf Jahren einsetzen. Mithilfe der Finanzspritze sollen dann eigene Projekte durchgeführt werden. Die Mittel sollen aber vor allem auch als Innovations- und Finanzierungshebel dienen, um weitere Gelder vom Bund, dem Land und der EU zu akquirieren.

Wirtschaftsförderung in Dortmund präsentiert erste Konzeptideen

Insbesondere den Sektoren Handel, Gastronomie sowie der Freizeit-, Event- Beherbergungs- und Tourismusbranche und Teilen des Handwerks, soll künftig kräftig unter die Arme gegriffen werden. Sie sollen mit der Comeback-Strategie direkt gefördert werden und von Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Wirtschaftsförderung profitieren. 

Dafür plant die Stadt

  • die Aussetzung der Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen bis 2025 
  • die Einrichtung einer Gastronomieakademie 
  • die Schaffung von PopUp-Standorten für kurzfristige Gastrokonzepte 
  • Wettbewerbe für junge gastronomische Konzepte 
  • die Bildung eines Club- und Eventfonds, um die Projekte finanzieren zu können 
  • Etablierung eine*r "Nightlife-Beauftragen" als Bindeglied zwischen den Gästen, der Wirtschaft und Verwaltung

Dortmund: Auch die Gewinner in der Corona-Pandemie sollen gefördert werden

Das Comeback-Konzept der Stadt bezieht jedoch auch diejenigen ein, die von der Corona-Krise wenig bis gar nicht betroffen sind oder sogar von ihr profitieren konnten. Denn ihre Stärkung kann wiederum zu Synergieeffekten mit anderen Branchen und somit zu einer Steigerung der Beschäftigungszahlen führen.

"Um die Potenziale der Wirtschaft in einer Krise zu nutzen, gehört es auch dazu, diejenigen zu fördern, denen die letzten Monate einen regelrechten Schub versetzt haben", so Westphal. "Das ist aber nicht neu, das war schon entscheidend für den Erfolg des Dortmunder Modells der letzten Jahrzehnte, mit dem wir auch den Strukturwandel gemeistert haben."

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