Impfgegner fuhren um den Wall

Irre Fahrrad-Aktion! Polizei Dortmund schockt Gegen-Demo bei „Querdenker“-Korso

Die Polizei Dortmund war am Dienstag (2. März) mit starken Kräften bei der Querdenker-Demo vertreten.
+
Die Polizei Dortmund war am Dienstag (2. März) mit starken Kräften bei der Querdenker-Demo vertreten.

Beim zweiten Autokorso sogenannter „Impfgegner“ hat die Polizei Dortmund am Dienstag (2. März) für eine kuriose Aktion gesorgt - allerdings aufseiten der Gegendemo.

Dortmund – Autofahrer gegen Radler - die aktuellen Autokorsos der sogenannten „Querdenker“ in Dortmund entwickeln sich zu einer Art Kulturkampf. Während die Impfgegner in ihren Autos über den Wall fahren, versuchen Gegendemonstranten auf Fahrrädern zu kontern und die Demo zu stören. So auch am Dienstag (RUHR24.de* berichtete), als 57 Demonstranten in ihren Autos über den Dortmunder Wall fuhren um gegen die Impf-Politik der Bundesregierung zu protestieren.

BehördePolizei Dortmund
PolizeipräsidentGregor Lange
Adresse des PräsidiumsMarkgrafenstraße 102, 44139 Dortmund

Querdenker-Demo in Dortmund: Großes Aufgebot der Polizei verhindert Konfrontationen

Viele Passanten wunderten sich am Abend über die große Polizeipräsenz in der Innenstadt. Das Dortmunder Präsidium hatte ein starkes Aufgebot auf die Straße geschickt, um Konfrontationen zwischen den Lagern zu vermeiden.

Auch ein Vorfall der vorangegangenen „Querdenker-Demo“ spielte bei der Entscheidung für das starke Polizei-Aufgebot eine Rolle. So fand die Polizei bei einem Demonstranten einen Baseballschläger, eine Machete und Reizgas*. Die Situation drohte zu eskalieren, als dieser Teilnehmer auf provozierende Gegendemonstranten traf.

Querdenker-Demo: Polizei Dortmund berichtet von Provokationen einzelner Gegendemonstranten

Provokationen blieben in Form von Störungen der Demo auch an diesem Dienstag nicht aus. Die Polizei Dortmund berichtet von einem Gegendemonstranten, der mit seinem Fahrrad eine Polizeisperre habe überwinden wollen.

Laut Polizeibericht soll dieser Gegendemonstrant sogar sein Fahrrad auf einen Beamten geworfen und diesen leicht verletzt haben. Es folgte die Festnahme.

Dortmund: Gegendemo versucht mit Fahrrädern Demo der Impfgegner zu stören

Die Polizei berichtet ferner von weiteren Gegendemonstranten, die mit ihren Fahrrädern versucht hätten, die Demo der „Querdenker“ zu stören. Einsatzkräfte hätten das jedoch verhindern können.

Die Polizei Dortmund war am Dienstag (2. März) mit starken Kräften bei der Querdenker-Demo vertreten.

Zur „Gefahrenabwehr“ hätten Einsatzkräfte acht Fahrräder der Gegendemonstranten sichergestellt, berichtet die Polizei. Das sei eine Reaktion darauf gewesen, dass die Radfahrer Einsatzfahrzeuge der Polizei blockiert hätten.

Antifa Dortmund: Störung der Impfgegner-Demo ein „Teilerfolg“

Die Dortmunder Antifa als Teil der Gegendemo wertet ihre Störaktion unterdessen als „Teilerfolg“. Man habe es geschafft, den Autokorso zu stören. „Wir haben gezeigt, dass wir in Dortmund Verschwörungserzählungen und Antisemitismus nicht ungestört lassen“*, heißt es in einer Stellungnahme.

Video: Stuttgart: „Querdenker“ beenden Demo-Pause mit Autokorso

Fast beiläufig erwähnt die Sprecherin, dass die Dortmunder Polizei Luft aus Reifen der Gegendemo-Fahrräder gelassen habe. In der Pressemitteilung der Polizei steht dazu nichts. Stimmen die Vorwürfe?

Polizei Dortmund gibt zu: Haben Luft aus Fahrradreifen gelassen

Gegenüber RUHR24 gibt ein Sprecher der Polizei Dortmund im Nachgang der Demo zu, aus 17 Fahrradreifen die Luft gelassen zu haben. Als Grund gibt die Polizei die Furcht vor weiteren Störungen der Demo an. Es habe die Gefahr bestanden, dass Gegendemonstranten die Arbeit der Polizei durch Blockade hätten stören können.

Die Maßnahme sei ein „geringer Eingriff in die Rechte der Betroffenen“, heißt es in der Stellungnahme. Sie habe der Gefahrenabwehr gedient (Hier mehr Blaulicht-News aus Dortmund* auf RUHR24.de lesen).

Apropos „Gefahrenabwehr“: Nicht nur die Gegendemo hatte es mit Repressionen der Polizei zu tun. So mussten sich die Teilnehmer der Querdenker-Demo vor dem Start des Korsos Kontrollen unterziehen. Beamte der Polizei kontrollierten jedes der 57 Fahrzeuge. Bei den Kontrollen fanden die Beamten ein Reizstoffsprühgerät und ein Messer. Es wurden Strafanzeigen gefertigt. *RUHR24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA