Covid-19-Pandemie

Dortmund: Corona-Ausbrüche an Schulen - Stadt fordert mehrere Maßnahmen für Schüler

Wie hier in Mainz stürmen Schüler auch in Dortmund in Corona-Zeiten die Busse zur Schule.
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Wie hier in Mainz stürmen Schüler auch in Dortmund in Corona-Zeiten die Busse zur Schule.

Steigen die Corona-Zahlen in Dortmund, steigen sie auch unter den Schülern. Die Stadt schlägt jetzt Alarm und fordert zwei Maßnahmen.

Dortmund - Sollen Schüler wieder von daheim unterrichtet werden oder bricht dann das Chaos aus? Zu dieser Frage gibt es in Corona-Zeiten viele Meinungen in NRW. Die Stadt Dortmund fordert vom Land angesichts steigender Corona-Zahlen auch unter Schülern in Dortmund eine Wiedereinführung des Distanzunterrichts.

StadtDortmund
Bevölkerung601.780 (Ende 2019)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Corona-Zahlen bei Schülern soll zu Distanzunterricht an Schulen führen

Dortmunds Schul- und Jugenddezernentin Daniela Schneckeburger (Grüne) will Kontakt zur Bezirksregierung in Arnsberg sowie zur Landesregierung in Düsseldorf aufnehmen, um mehrere Maßnahmen in die Wege zu leiten. Konkret geht es um folgende Punkte:

  • Entzerrung der Schülertransporte zur Schule und wieder zurück.
  • Wiedereinführung einer Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht.

Schneckenburger fordert von der Landesregierung ein pädagogisches Konzept, um Präsenz- mit Distanzunterricht – besonders für ältere Schüler – zu verbinden. Weniger Schüler, aufgeteilt in mehr zur Verfügung stehenden Räumen wäre die Konsequenz. Auch die Lehrergewerkschaft GEW in Nordrhein-Westfalen fordert kleinere Gruppengrößen aufgrund steigender Corona-Zahlen.

Coronavirus in NRW: Dortmund will Solinger-Modell für Schulen mit Distanzunterricht

Genau ein solches Corona-Konzept hatte die Stadt Solingen erst kürzlich für ihre Schulen auf dem Weg gebracht. Doch aus Düsseldorf wurde die Stadt im Bergischen Land schnell zurückgepfiffen. Die schwarz-gelbe Landesregierung wolle so lange wie möglich auf Präsenzunterricht setzen und dabei ein einheitliches Vorgehen im ganzen Land durchsetzen. Dabei pocht auch die Landesschülervertretung NRW auf digitalen Unterricht, wo es möglich ist.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sieht im Falle von Distanzunterricht die Bildungsgerechtigkeit gefährdet. Präsenzunterricht in offenen Schulen, so die Ministerin, habe für die geistige, soziale und persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen höchste Bedeutung. Die soziale Benachteiligung von Kindern aus Familien, die wenig Unterstützung bieten können, würde durch Distanzunterricht verstärkt.

Coronavirus an Schulen in NRW: Knickt die Landesregierung wegen Druck aus Dortmund und Co. ein?

Es ist also fraglich, ob die Stadt Dortmund mit ihrer Forderung an Düsseldorf ihr Ziel erreicht (hier alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen). Am Ende könnte die Landesregierung aber angesichts des Drucks aus den Städten und durch den Blick auf die steigenden Corona-Zahlen unter Schülern nachgeben.

Video: Wieder Maskenpflicht für Schüler im Unterricht in NRW

In Dortmund hat man unterdessen eine weitere Maßnahme im Auge, mit der die Landesregierung allerdings nichts zu tun hat: den Transport der Schüler. Während in den Schulen penibel auf Abstände und weitere Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Coronagesetzt wird, müssen sich Schüler auf dem Weg zum Unterricht nicht selten in überfüllte Busse und Bahnen quetschen.

Dortmund: Dezernentin prüft aufgrund von Corona-Zahlen Entzerrung des Schulstarts

Doch es gibt ein Problem: Mehr Busse und Bahnen seien in Dortmund in den Morgenstunden derzeit nicht mehr auf die Straße zu bringen. Der DSW21 als Verkehrsunternehmen fehle dazu laut Daniela Schneckburger schlicht das Personal.

Auch die Startzeiten des Unterrichts seien bereits weitestgehend entzerrt, so die Schuldezernentin bei der Pressekonferenz der Stadt am Dienstag (3. November). Nur an einzelnen Stellen sei noch „auszuloten“, wo der Unterricht zu einer anderen Uhrzeit als wie gewöhnlich um 8 Uhr starten könne.

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