Impfung bald Pflicht im Job?

Dortmund: Erste Unternehmen machen deutliche Ansage zu 2G-Corona-Regel

Kommt die 2G-Regel bald in die Arbeitswelt? Erste Unternehmen aus Dortmund stellen nun konkrete Forderungen in Sachen Corona.

Dortmund – Geimpfte und Genesene, kurz „2G“, könnten demnächst in Dortmunds Arbeitswelt eine wichtigere Bedeutung spielen. Der Grund: Die Unternehmensverbände für Dortmund und Umgebung wollen rechtlich durchsetzen, dass die ihr angeschlossenen Firmen ihre Mitarbeiter fragen dürfen, ob sie gegen Corona geimpft sind oder nicht.

Corona-Inzidenz in NRW120,3 (Stand 1. September)
Vollständig Geimpfte63,3 Prozent
Verabreichte Impfdosen23,1 Millionen

Dortmund: Frage nach 2G auf der Arbeit – Firmen wollen nach Impfung fragen

Durch diese Information wollen Unternehmensverbände für Dortmund und Umgebung die „Coronaschutzmaßnahmen an die jeweilige Pandemielage anpassen.“ Immer mehr Unternehmen in Dortmund und Umgebung seien dazu übergegangen, betriebliche Corona-Maßnahmen zu lockern.

„Gerade hierbei ist es aber für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung, zu wissen, wer im Unternehmen geimpft ist und wo nach wie vor gefährdete Beschäftigte einen hohen Schutz benötigen“, so Ernst-Peter Brasse, Geschäftsführer des Verbandes. Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist dieser Ansicht.

2G-Abfrage in Dortmund: Firmen wollen Rechtssicherheit bei Abfrage nach Impfstatus

Die Unternehmensverbände für Dortmund und Umgebung sind eine Gemeinschaft der Arbeitgeberverbände der Metallindustrie und des Unternehmensverbands Östliches Ruhrgebiet. Unternehmen aus allen Bereichen der gewerblichen Wirtschaft gehören unter anderem zum Mitgliederkreis.

Datenschützer kritisieren die Forderung nach dem Fragerecht zum Impfstatus, sehen die Maßnahme auch rechtlich kritisch. Deshalb fordern die Unternehmensverbände für Dortmund und Umgebung hier Rechtssicherheit.

Dortmund: Firmen wollen ungeimpfte Mitarbeiter vor Corona schützen

Der Verband wolle die „2G“-Nachfrage rechtlich etablieren, um etwa ungeimpfte Außendienstler oder Mitarbeiter mit viel Kunden- oder Kollegenkontakt besser vor einer Infektion zu schützen. Dazu müsse man den Impfstatus aller Mitarbeiter wissen (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

„Vor diesem Hintergrund sei es nicht nachvollziehbar, dem Arbeitgeber kein Fragerecht zuzubilligen. Es diene dem Schutz der gesamten Belegschaft“, so Ernst-Peter Brasse.

Kritik an 2G-Abfrage auf der Arbeit – Gewerkschaften wollen Impf-Nachfrage nicht

Erste Gewerkschaften befürchten durch ein mögliches 2G-Fragerecht eine indirekte Impfpflicht und damit Nachteile für Ungeimpfte. Rein rechtlich gesehen gehe es dem Arbeitgeber nichts an, ob seine Angestellten geimpft seien oder nicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich offen gegenüber der Impf-Abfrage von Arbeitgebern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ indes für die Abfrage des Corona-Impfstatus auf der Arbeit ausgesprochen – zumindest für die nächsten sechs Monate.

Spahn: „Wenn alle im Großraumbüro geimpft sind, kann ich damit anders umgehen, als wenn da 50 Prozent nicht geimpft sind.“

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24, Kay Nietfeld/dpa, uv-do; Collage: RUHR24

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