Feiern rund um die Uhr

Dortmund hebt Sperrstunde für Clubs auf – Änderung gilt aber nur für kurze Zeit

Dortmunder U-Turm
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In Dortmund soll bald zeitweise in Clubs keine Sperrstunde mehr gelten.

Die Clubs und Diskotheken in Dortmund erwartet eine Neuerung: Die Stadt will die Sperrstunde streichen – allerdings vorerst nur auf Zeit.

Dortmund – Nach einer langen, fast nicht enden wollenden Durststrecke gab es im August für die Betreiber von Gaststätten, Clubs und Diskotheken in NRW endlich die erlösende Nachricht: Trotz Corona darf wieder gefeiert werden. In Dortmund soll es jetzt noch doller kommen.

Stadt Dortmund
Einwohner603.609 (2020)
Fläche280,7 km²

Dortmund streicht Sperrstunde in Clubs – Pilotversuch dauert neun Monate

Denn die Stadt hat angekündigt, die Sperrstunde für Clubs und Diskotheken aufzuheben, wie Rechtsdezernent Norbert Dahmen am Dienstag (14. September) bei einer Pressekonferenz in Dortmund erklärte. Die landesrechtlich vorgeschriebene Sperrstunde von 5 bis 6 Uhr diene „dem Schutz der Nachtruhe und der Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs“.

In anderen größeren Städten in Nordrhein-Westfalen gebe es die Sperrstunde jedoch schon länger nicht mehr. Dortmund wolle nun nachziehen, so Dahmen weiter. Die Aufhebung soll ab dem 1. Oktober starten. Einen Haken hat die Änderung allerdings: Sie soll vorerst nur für neun Monate, sprich bis zum 30. Juni 2022 gelten.

Im Rahmen eines Pilotversuchs wolle die Stadt herausfinden, ob es durch die verlängerten Öffnungszeiten der Clubs und Bars etwa zu Störungen oder Lärmbelästigung kommt. Immerhin befinden sich in Dortmund nicht wenige Gaststätten oder Diskotheken in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern (weitere News aus Dortmund bei RUHR24 lesen).

Tanzen trotz Corona wieder erlaubt: Sperrstunde sollte in Dortmund schon im Frühjahr fallen

Der Rat der Stadt Dortmund hatte den Testversuch bereits im März beschlossen. Der Zeitpunkt konnte jedoch nicht ungünstiger fallen: Deutschland hatte sich mitten im Corona-Lockdown befunden, an ausgelassenen Partys war nicht zu denken.

Video: Clubs und Diskotheken öffnen: NRW lockert weitreichend

Jetzt ist die Situation eine andere. Die Coronaschutzverordnung in NRW (PDF) erlaubt aktuell (Stand 14. September) wieder Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen. Besucher in Clubs müssen jedoch die 3G-Regel einhalten (geimpft, genesen, getestet). Wobei auch hier noch eine besondere Einschränkung gilt: Für Ungeimpfte gilt in Diskotheken eine PCR-Testpflicht – ein Club-Betreiber aus NRW war mit seinem Eilantrag dagegen erst kürzlich gescheitert.

Sperrstunde in Clubs aufgehoben: „Nightlife-Szene“ in Dortmund soll attraktiver werden

In Dortmund nehme das Nachtleben erst gerade wieder an Fahrt auf. Von der gestrichenen Sperrstunde auf Zeit erhofft sich Norbert Dahmen, dass die Dortmunder „Nightlife-Szene“ wie in anderen Großstädten ebenfalls an Attraktivität dazugewinnen kann. „Am Wochenende ist es theoretisch möglich, 24 Stunden durchzufeiern“, so der Rechtsdezernent. Es gebe auch einige Betriebe, die erst nachts öffnen würden.

Der Zeitraum für den Pilotversuch sei außerdem nicht zufällig gewählt. „Wir wollen in einer Versuchsphase ausprobieren, ob wir die Sperrstunde dauerhaft abschaffen können und wollen dabei Erfahrungen aus den Sommer- und Wintermonaten mitnehmen“, so Dahmen.

Endgültige Aufhebung der Sperrstunde in Dortmund: Entscheidung frühestens in 2022

Die Probephase soll ab dem 1. Oktober durch das Ordnungsamt und den Nachtbeauftragten der Wirtschaftsförderung in den Clubs und Diskotheken begleitet werden. In die Auswertung nach neun Monaten sollen auch „polizeiliche Erkenntnisse“ einfließen. Frühestens im kommenden Jahr könnte die Stadt dann eine endgültige Aufhebung der Sperrstunde beschließen.

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