Raser-Szene

„Carfreitag“ im Ruhrgebiet: Polizei Dortmund findet Elektroschocker und Machete – hunderte Raser fahren zu schnell

Die Polizei in Dortmund hat am vergangenen Wochenende die Tuner- und Raserszene kontrolliert. 
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Die Polizei in Dortmund hat am vergangenen Wochenende die Tuner- und Raserszene kontrolliert. 

Der Carfreitag gilt als Highlight für Autofans und damit auch für Raser. In mehreren Städten im Ruhrgebiet gab es hunderte Kontrollen und Verstöße.

Update, Samstag (3. April), 14.10 Uhr: Ruhrgebiet – Die Polizei im Ruhrgebiet hatte es am sogenannten „Car-Freitag“ (2. April) wieder mit allerhand Kontrollen in der Raserszene zu tun. Die Behörden hatten sich im Vorfeld bereits auf ein hohes Auto-Aufkommen in ihren Städten eingestellt.

FeiertagKarfreitag
Anlass / GedenkenTod Jesu am Kreuz
Datum 2021Freitag, 2. April

Car-Freitag im Ruhrgebiet: Polizei Dortmund findet Elektroschocker und Machete

Die Dortmunder Polizei kontrollierte unter anderem im Bereich Phoenix West und auf den Straßen rund um den Wall in der Innenstadt. Voll wurde es am Abend. Bis in die Nacht hinein wurden 244 Wagen angehalten, die Beamten sprachen außerdem 206 Platzverweise aus.

In einem Auto fanden die Einsatzkräfte zudem einen Elektroschocker sowie eine Machete und stellten diese sicher. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet.

Polizei Duisburg: Autofahrer fährt auf Autobahn doppelt so schnell als erlaubt

Auch im Kreis Unna und im Kreis Recklinghausen waren Polizei und Ordnungsamt über viele Stunden im Einsatz. In Recklinghausen mussten unter anderem acht Autos beschlagnahmt werden. Bei zweien hatten die Fahrer an illegalen Rennen teilgenommen. In Unna waren fast 300 Autos zu schnell unterwegs. Die Polizei sprach Verwarngelder aus.

Auch im Kreis Recklinghausen gab es viele Polizeikontrollen am „Car-Freitag“.

Auch in Duisburg sind viele Autos am „Car-Freitag“ zu schnell gefahren. Laut den Angaben der Polizei fuhr eine Person auf der Autobahn mit über 160 km/h mehr als doppelt so schnell als erlaubt. Innerorts beschleunigte ein Fahrer sein Auto auf 116 km/h. Erlaubt waren an dieser Stelle 50 km/h.

Übertrieben hat es auch ein 20-jähriger Mann in Gelsenkirchen. Er war mit seinem BMW in Richtung Innenstadt unterwegs – und zwar mit satten 134 km/h. Auch dort hätte der Gelsenkirchener höchstens 50 km/h fahren dürfen. Ansonsten berichtete die Polizei Gelsenkirchen vielerorts jedoch von einem „eher schwachen Verkehrsaufkommen“.

Ursprungsmeldung, Freitag (2. April), 12 Uhr: Am Karfreitag (2. April 2021) gedenken Christen eigentlich des Tod Jesu Christi am Kreuz. Für Autofans, Tuner aber auch Raser hat er jedoch seit einigen Jahren eine andere Bedeutung.

Car-Freitag 2021 in Dortmund und Ruhrgebiet: Polizei kontrolliert jedes Wochenende

Die Tunerszene trifft sich an diesem Tag, der sich auch als „Carfreitag“ etabliert hat. In NRW gibt es mehrere Hotspots, viele Städte im Ruhrgebiet sind offenbar beliebt. In Dortmund führt die Polizei mittlerweile an jedem Wochenende Kontrollen durch, um Raser auf dem Wall einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Aber auch sogenannte Poser sind ein Problem: Sie stören oft die Anwohner durch Lärmbelästigung oder verstoßen gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen. Auch am Carfreitag sind die Beamten in Dortmund unterwegs. Die Kontrollen werden am Oster-Wochenende erweitert.

Ruhrgebiet: Polizei Dortmund zeigt Präsenz am Car-Freitag 2021

„Unter regulären Bedingungen kontrollieren wir verstärkt am Freitag und Samstag“, so ein Sprecher der Polizei Dortmund gegenüber RUHR24. „Am Oster-Wochenende kommen noch der Donnerstag- und Sonntagabend hinzu.“ Mehr Personal als gewöhnlich sei aber nicht im Einsatz.

Neben dem Wall gilt der Phönix-See in Dortmund als Hotspot für Poser. Die Stimmung zwischen den Autofans und den Anwohnern gilt als angespannt. Doch auch andere Städte im Ruhrgebiet haben stellenweise Probleme mit Tunern und Rasern (mehr Blaulicht-News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24.de).

Car-Freitag in Recklinghausen und dem Ruhrgebiet: Zeche gilt als Hotspot

In Recklinghausen sind etwa die Zeche Westerholt und die Zeche Ewald in Herten Anlaufpunkte. Bei Letzterem zeigte sich bereits am Gründonnerstag (1. April) ein Vorbote des Carfreitags. Wie ein Sprecher der Polizei Recklinghausen gegenüber RUHR24 bestätigt, wurden hier rund 150 Autos inklusive Fahrer und Beifahrer entdeckt. Angesichts der Corona-Schutzmaßnahmen ein enormes Problem.

Video: Tuner-Szene in Herten: Erste Gespräche waren erfolgreich

Die Zechengelände seien riesig und die Straßen drumherum gut ausgebaut und „ohne Hindernisse“. Deswegen komme es hier immer wieder zu illegalen Straßenrennen. Am Gründonnerstag wurden deswegen vier Anzeigen ausgestellt. Schwierig sei allerdings, dass die Rennen sich immer wieder verlagern. Insgesamt soll sich das Problem mit Rasern in Recklinghausen bereits verbessert haben. Am Car-Freitag werden dennoch verstärkt Kontrollen durchgeführt.

Car-Freitag im Ruhrgebiet: Polizei geht gegen Raser vor - Dortmund und Duisburg mit dabei

In Duisburg wollen die Polizei und das Ordnungsamt besonders drastisch gegen Raser und Tuner vorgehen. An vor Ort bekannten Hotspots wie an der L1 in Alt-Hamborn sollen Autofahrer verstärkt kontrolliert werden. Neben erhöhter Geschwindigkeit will die Polizei auch überprüfen, ob Pkw technisch verändert wurden. „Bei Verstößen drohen Anzeigen, Bußgelder und Fahrverbote bis hin zu Sicherstellungen von Autos“, schreibt die Polizei Duisburg in einer Pressemitteilung.

„Wir haben in Duisburg mittlerweile das ganze Jahr über Treffen der Szene“, so Stefan Bauerkamp, Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Duisburg. „Wir verfolgen sämtliche Verstöße konsequent und haben natürlich auch die geltenden Corona-Regeln im Visier.“ Ob der Carfreitag in diesem Jahr etwas ruhiger wird, oder ob die Beamten genau so viel zu tun haben, wird sich noch zeigen.