Fans protestieren in Dortmund gegen Neonazis - BVB dankt ihnen mit diesem Banner

Mit diesem Banner dankt der BVB im Stadion den Fans, die zuvor am Sonnenplatz in Dortmund gegen Neonazis protestiert haben. Foto: Twitter/@tobi_tobson
+
Mit diesem Banner dankt der BVB im Stadion den Fans, die zuvor am Sonnenplatz in Dortmund gegen Neonazis protestiert haben. Foto: Twitter/@tobi_tobson

Dortmund/NRW - Rund 25 Neonazis haben am Samstag in Dortmund eine Kundgebung abgehalten. Es gab lautstarken Protest von BVB-Fans. Der Verein dankte ihnen mit einem Banner.

Rund 25 Neonazis haben gestern (Samstag, 14. September) an der Möllerbrücke in Dortmund eine Kundgebung abgehalten. Es gab lauten Gegenprotest zahlreicher BVB-Fans. Anschließend bedankte sich der Verein mit einem Banner.

  • Hunderte BVB-Fans haben am Samstag gegen Neonazis in Dortmund demonstriert.
  • Die Rechtsextremen hielten vor dem Heimspiel von Borussia Dortmund eine Kundgebung auf dem Sonnenplatz ab.
  • Der BVB dankt den Fans mit einem Banner im Stadion.

BVB dankt Fans im Stadion mit Banner für Gegenprotest

Update, Sonntag (15. September), 12.36 Uhr: Der BVB hat den Fans gedankt, die am Samstagmittag gegen die kleine Gruppe von Neonazis auf dem Sonnenplatz in Dortmund demonstriert haben.

Auf einem Banner im Stadion war zu lesen: "Danke an alle BVB-Fans, die sich heute den Nazis am Sonnenplatz entgegengestellt haben!" Zuvor hatte der Verein Fan-Gruppierungen zu dem Protest aufgefordert.

Fans demonstrieren gegen Neonazis in Dortmund

Update, Samstag (14. September), 14 Uhr: Je näher der Anstoß im Stadion zum Spiel des BVB gegen Bayer Leverkusen rückt, desto mehr lichten sich die Reihen der Gegendemonstranten.

Nachdem die Neonazis von den BVB-Fans lautstark ausgepfiffen wurden, als sie während der Kundgebung die Hymne "Am Borsigplatz geboren" spielten, spielen sie nun nur noch Rechtsrock.

Zeitweise rund 300 Gegendemonstranten am Sonnenplatz

Update, Samstag (14. September), 13.30 Uhr: Inzwischen haben sich gut 300 Gegendemonstranten auf beiden Seiten des Sonnenplatzes eingefunden und begleiten die Kundgebung mit lauten Pfiffen und Rufen. Den Demonstranten und Fans von Borussia Dortmund stehen zwei Dutzend Neonazis gegenüber, die versuchen, der Kundgebung zu folgen.

Update, Samstag (14. September), 13.19 Uhr: Die Kundgebung der Neonazis hat unter lautstarkem Protest der Demonstranten und BVB-Fans begonnen. "Wir sind Dortmund und ihr nicht" skandieren die Protestierenden.

Polizei Dortmund riegelt Sonnenplatz ab

Update, Samstag (14. September), 13 Uhr: An der Ecke Große Heimstraße in Dortmund haben sich rund 50 Personen zum Protest gegen die Nazi-Kundgebung eingefunden. Sie werden von rund 100 Demonstranten und zahlreichen BVB-Fans an der Möllerbrücke unterstützt.

Bislang stehen den Demonstranten gegen Rechts rund 10 Neonazis gegenüber, die zu einer Kundgebung auf dem Sonnenplatz gekommen sind. Die Polizei hat den Sonnenplatz bereits abgeriegelt. Auf der Möllerbrücke zeigt die berittenen Polizei Präsenz.

BVB-Fan-Initiative ruft zu Protest auf

Ursprungsmeldung, Donnerstag (12. September): Wie die Ruhr Nachrichten berichten, will die Partei "Die Rechte" am Samstagmittag auf dem Sonnenplatz in Dortmund eine sogenannte "Standkundgebung" abhalten. Der Platz liegt direkt auf dem Weg zum Westfalenstadion, das am Samstag viele BVB-Fans besuchen werden. Der Grund ist das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

Am Donnerstagnachmittag (12. September) hat die BVB-Fan-Initiative "Ballspiel vereint", die sich gegen Diskriminierung einsetzen, zum Gegenprotest aufgerufen. „Am Samstag wollen die Nazis (...) eine Kundgebung abhalten, in der sie über die hohe Kriminalität im Kreuzviertel fantasieren werden“, teilen sie mit.

Dabei hatte erst am Donnerstag (12. September) ein Neonazi nach einer Demo einem Passanten in Dortmund-Dorstfeld in den Rücken getreten.

Dass die Kundgebung auf den Tag des Heimspiels gelegt wurde, sei pure Provokation. Um 15.30 Uhr ist Anstoß gegen Bayer Leverkusen. Zehntausende Fans werden am Samstag ins Stadion strömen und auf diesem Wege auch durchs Kreuzviertel in Dortmund laufen.

Wir rufen dazu auf, diese Provokation nicht unbeantwortet zu lassen“, schreibt die Initiative. Man wolle „den Nazis auf dem Weg zum Stadion zeigen, dass sie in dieser Stadt und bei diesem Verein keinen Platz haben“.

Neonazi-Demonstration ist eine Reaktion auf das bewachte Graffiti in Dorstfeld

Am 6. September kam es in Dorstfeld, einem Stadtteil von Dortmund, zu einem Polizeieinsatz der besonderen Art. Graffiti-Künstler hatten Symbole von Nazis übersprüht. Die Beamten überwachten die Aktion, mit der die Beteiligten "ein Zeichen gegen Rechts" setzen wollten. Und auch am Flughafen in Dortmund musste die Bundespolizei eingreifen - sie untersagte Rechtsextremen die Ausreise nach Bulgarien.

Um weiter gegen die Nazis vorzugehen, ruft "Ballspiel vereint" jetzt Leute auf, sich am dem Gegenprotest am Samstag zu beteiligen.„Kommt zur angemeldeten Gegenveranstaltung um 12.30 Uhr!“

Der Aufruf endet mit dem Satz: „Borussia bleibt schwarz-gelb statt braun - our colours are beautiful“. Der Spruch ist seit dem 6. September auch auf den Wänden in Dorstfeld im sogenannten "Nazi-Kiez" zu lesen.