Stadt sendet Hilferuf

Dortmund mit Corona überfordert - jetzt soll die Bundeswehr helfen

Im Kampf gegen das Coronavirus soll die Stadt Dortmund künftig Hilfe von der Bundeswehr bekommen. Viele Aufgaben seien alleine nicht mehr zu schaffen.

Dortmund - Mittlerweile gelten 19 nordrhein-westfälische Städte und Kreise als Risikogebiete (Stand 15. Oktober). Dortmund gehört seit Mittwoch (14. Oktober) dazu. 77 Neuinfektionen waren an diesem Tag dazu gekommen, wodurch der Inzidenzwert zum ersten Mal über die 50er-Marke kletterte. Aktuell berät die Stadt noch über Maßnahmen gegen die Bekämpfung des Virus. Eine von ihnen steht allerdings schon fest.

Stadt Dortmund
Einwohner603.609
Anzahl aller Corona-Fälle (seit März)2.537
Inzidenzwert50,5 (Stand Donnerstag, 15. Oktober)

Dortmund: 40 Soldaten und Soldatinnen sollen bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen

Wie die Ruhr Nachrichten berichten, hat die Stadt Dortmund einen entsprechenden Hilfsleistungsantrag an die Bundeswehr gestellt. 40 Soldaten und Soldatinnen sollen künftig das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Infektionsketten unterstützen.

Stadtsprecherin Anke Widow habe bereits am Mittwoch auf Nachfrage bestätigt, dass aktuell alle nötigen Voraussetzungen für die Mitarbeit der Soldaten geschaffen werden würden. Am Dienstag - einen Tag bevor der Inzidenzwert über 50 stieg - haben Bundeswehrkräfte die Räumlichkeiten in Dortmund besucht.

Dortmund: Bundeswehr soll schon in der kommenden Woche einsatzbereit sein

Damit die Bundeswehr in Dortmund mithelfen kann, müssen nicht nur technische Hilfsmittel wie Telefone und Computer bereitgestellt werden, sondern auch ein entsprechende Schulung stattfinden.

Bereits in der kommenden Woche sollen die Soldaten und Soldatinnen ihre Arbeit in Dortmund aufnehmen. „Es ist gut, dass es dieses Angebot gibt“, so Anke Widow gegenüber den Ruhr Nachrichten.

Im Juni hat die Bundeswehr nach einem Corona-Ausbruch bei Tönnies in Warendorf unterstützt.

Nachverfolgung von Kontakten wird in Dortmund wegen der vielen Neuinfektionen immer schwieriger

Aktuell sei es einfach nicht mehr möglich, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Grund dafür sei der rasante Anstieg an Infektionen. Das Gesundheitsamt rechne aktuell damit, dass jeder Neuinfizierte zwischen sieben und zehn Kontakten hatte. Der Aufwand dahinter ist immens: Die Behörden müssen sowohl nach dem Gesundheitszustand der Kontakte fragen, als auch nach deren Kontakten. (alle Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24)

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums will die Bundeswehr rund 15.000 Soldaten und Soldatinnen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie einsetzen. Nachdem eine Stadt oder ein Kreis einen Hilferuf abgesetzt hat, sollen die Kräfte in maximal 72 Stunden einsatzbereit sein.

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