Nach Brandanschlag auf Moschee in Dortmund: So reagiert die Polizei auf die Attacke

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Foto: dpa
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Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Foto: dpa

Dortmund/NRW - In der vergangenen Nacht haben Unbekannte einen Brandsatz auf eine Moschee in Dortmund geworfen. War es ein versuchter Anschlag? Alle Infos:

In der Nacht zu Montag (21. Oktober) haben bisher Unbekannte einen Brandsatz bestehend aus zwei Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit auf eine Moschee in Dortmund geworfen. Die mutmaßlichen Täter konnten danach flüchten. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen.

  • Die Moschee steht in Dortmund im Stadtteil Eving.
  • Zu einem größeren Brand kam es nicht.
  • Die Polizei ermittelt nun in verschiedene Richtungen.

Dortmund: Moschee mit Brandsatz beworfen

Update, Dienstag (22. Oktober), 15.17 Uhr: Einen Tag nach dem Brandanschlag auf eine Moschee in Dortmund-Eving ist die Polizei alarmiert und blickt noch stärker auf die islamischen Gotteshäuser in Dortmund und Lünen - welches zum hiesigen Polizeipräsidium gehört.

In einer Mitteilung kündigte die Polizei an, die Moscheen "mit besonderer Wachsamkeit (...) im Blick zu behalten." Auch die Bezirksbeamten würden hier in der nächsten Zeit einen Schwerpunkt ihrer Arbeit setzen, heißt es.

Polizei Dortmund traf sich nach Brandanschlag mit muslimischen Verbänden

Bereits wenige Stunden nach dem Brandanschlag, am Montagabend, haben sich im Polizeipräsidium die Vertreter muslimischer Institutionen der Städte Dortmund und Lünen zu einem gemeinsamen Dialog mit der Dortmunder Polizei getroffen.

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange zeigte sich persönlich betroffen: "Mich hat diese Tat schockiert. Daher kann ich den muslimischen Gemeinden in Dortmund und Lünen versichern, dass die Dortmunder Polizei ihr Möglichstes unternehmen wird, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten."

Unterdessen hat die Polizei "personalintensive Ermittlungskommission" innerhalb der Kriminalinspektion Staatsschutz eingerichtet.

Update, Montag (21. Oktober), 14.21 Uhr: Die "Plattform der türkischen Vereine in Dortmund" zeigt sich schockiert von dem versuchten Anschlag. Emre Gülec, Sprecher der Plattform teilte mit: "Wir, die türkische Community in Dortmund, verurteilen den heimtückischen Angriff auf die DITIB Ulu Moschee in Dortmund-Eving aufs Schärfste."

Gleichzeitig fordert er zum Handeln auf: "Damit sich ein solcher Angriff nicht wiederholt und die Sicherheit unserer Moscheen und Vereine gewährleistet ist, müssen dringend präventive Maßnahmen getroffen werden."

Bei dem betroffenen Gebäude handelt es sich um eine Moschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib.

Versuchter Brandanschlag auf Moschee in Dortmund: Staatsschutz eingeschaltet

Erste Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass sich zwei mutmaßliche Täter in der Nacht zu Montag (21. Oktober) über die Derner Straße gegen 1.30 Uhr der Moschee im Gründlingsweg genähert haben. Sie seien hinter einem geparkten Auto hervorgetreten und hätten zwei Flaschen in Richtung der Moschee geworfen, so die Polizei.

In den Flaschen soll sich eine brennbare Flüssigkeit befunden haben. Nachdem die Fassade und der Boden der Moschee mit dem Brandsatz getroffen wurden, entzündete sich die Flüssigkeit. Eine dritte Flasche zerbrach bereits auf der Straße, noch bevor sie die Moschee erreichte.

Nach der Aktion seien die zwei mutmaßlichen Täter über die Straße An den Teichen in Richtung Norden geflüchtet. Das Feuer war schon beim Eintreffen der Polizei Dortmund wieder erloschen. Der entstandene Sachschaden sei gering.

Brandanschlag auf Moschee: Polizei Dortmund nimmt Ermittlungen auf

Wie die Polizei berichtet, ermittle man in verschiedene Richtungen. Auch die Frage, ob der syrische Grenzkonflikt mit der Türkei als Hintergrund der Tat gedient hat, werde dabei überprüft.

Die Polizei Dortmund stehe jetzt im engen Austausch mit der betroffenen Gemeinde. Zusätzlich sei besondere Aufmerksamkeit auf die Moscheen in Dortmund und Lünen gerichtet.

Auch interessant: Nach einem versuchten Brandanschlag im Oktober 2019 ist die Polizei Dortmund jetzt mit einer Fotofahndung an die Öffentlichkeit gegangen. 

Dortmund: Polizeipräsident Gregor Lange ist von Brandanschlag auf Moschee schockiert

"Mich hat diese Tat schockiert und ich kann das daraus entstandene Sicherheitsbedürfnis der Moscheen nachvollziehen. Wir werden als Polizei alles tun, was möglich ist, um die Gemeinden zu schützen," so Polizeipräsident Gregor Lange, der jetzt auch Corona-Ignoranten kritisiert hat

"Zur Aufklärung der Tat habe ich eine Ermittlungskommission bei unserem Staatsschutz eingerichtet. Ich werde persönlich den Kontakt zu der betroffenen Moschee und weiteren Gemeinden suchen," heißt es weiter.

Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die Hinweise zur Tat und/oder flüchtigen Personen geben können. Sie können sich bei der Polizei Dortmund unter der Nummer 0231 1327441 melden.

Erst im letzten Monat gab es in Duisburg einen Bombendrohung gegen eine Moschee. In einer Email hieß es damals: "Um 11 Uhr fliegt...eine Bombe hoch." Und das ist keine Seltenheit. Immer wieder richten sich solche Drohungen an Moscheen. Auch die Gemeinden in Essen, Hagen und Unna waren erst kürzlich von einer solchen betroffen