Revolution auf der Straße

Dortmund wagt Holland-Experiment – Änderung für Autofahrer kommt

Dortmund nimmt sich Holland als Beispiel und plant eine kleine Verkehrs-Revolution. Für Auto- und Radfahrer könnte sich einiges grundsätzlich ändern.

Dortmund – Wenn es nach CDU und Grünen geht, könnte es im Dortmunder Stadtverkehr künftig zugehen, wie in Holland. Nicht dass die Ruhr-Metropole plötzlich vor Radfahrern platzt – aber am Ende soll die kleine Verkehrsrevolution in genau diese Richtung gehen.

StadtDortmund
Beteiligte ParteienGrüne und CDU
GremiumAusschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün

Dortmund: Holland als Vorbild – Spezial-Kreisverkehre sollen kommen

So haben sich die beiden Parteien im Verkehrsausschuss der Stadt nun erfolgreich dafür eingesetzt, dass in Dortmund zwei große Kreuzungen zu speziellen Kreisverkehren umgebaut werden. Sollte der Verkehr dort flüssig und mit weniger Unfällen laufen, könnten weitere Kreuzungen nach demselben Prinzip umgebaut werden.

Davon profitieren sollen am Ende Fußgänger und Radfahrer. Insbesondere Abbiegeunfälle mit LKW sollen durch die Holland-Kreisverkehre verhindert werden, versprechen sich Grüne und CDU. Als Konsequenz rechnen die Parteien mit mehr Radfahrern –sollten diese sich im Straßenverkehr sicherer fühlen, als jetzt (hier mehr News aus Dortmund auf RUHR24 lesen).

Dortmund: Schlechte Noten für Verkehr bei ADFC-Umfrage

Denn: Laut einer Umfrage des Fahrradverbands ADFC lässt das Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr in Dortmund zu wünschen übrig. Unter den Großstädten mit über 500.000 Einwohnern in Deutschland belegt Dortmund Platz 13 von 14, was den Radverkehr betrifft. Die Stadt tut also gut daran, zu handeln.

Thomas Eltner, Grünen-Mitglied im Verkehrsausschuss sagt: „Aus der Panel-Marktforschung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr wissen wir, dass die Menschen auch nach der Corona-Pandemie das Fahrrad weiter häufiger nutzen wollen.“ Es sei demnach eine jetzt spürbare Verbesserungen auf der Straße nötig.

Dortmund: Holland-Kreisverkehre sollen Radfahrer und Fußgänger schützen

Und was ist an den Holland-Kreisverkehren anders, als bei den uns bekannten? Im Prinzip drei Dinge:

  • Radfahrer und Autofahrer werden klar voneinander getrennt,
  • in den Kurven verringert das niederländische Modell den Kurvenradius und damit auch die Geschwindigkeiten im Kreuzungsbereich,
  • der Übergang für die Radfahrer wird ein kleines Stück in die kreuzende Straße verlegt (siehe Grafik unten).

Der Vorteil an dem Kreisverkehr ist, dass Autos gerade auf den Radweg zufahren. Der gefürchtete „Tote Winkel“ entfällt damit.

Die Stadt Dortmund will künftig zwei Kreisverkehre nach niederländischem Vorbild bauen. Hier das erste Beispiel.
Radfahrer und Fußgänger sollen in Dortmund durch die „Holland-Kreisverkehre“ besser geschützt werden. So sieht das zweite Beispiel für einen solchen Kreisverkehr aus.

Wo die zwei Kreisverkehre in Dortmund gebaut werden, steht noch nicht fest. Die Grünen schlagen allerdings vor, unter anderem im Zusammenhang mit dem geplanten Rückbau des Heiligen Wegs die Kreuzungen mit der Hamburger Straße oder der Ernst-Mehlig-Straße in der östlichen Innenstadt dafür zu nutzen.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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