Unmut auf Baustellen wächst

Bagger-Protest heute in Dortmund: Bauarbeiter wollen Straßen blockieren

Ein Protestzug der IG BAU führt am Freitag zu einem Gebäude an der B1 in Dortmund.
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Ein Protestzug der IG BAU führt am Freitag zu einem Gebäude an der B1 in Dortmund.

In Dortmund demonstrieren Bauarbeiter heute für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Ein Protestzug mit Baggern führt durch die Stadt.

  • Am Freitag fahren Bauarbeiter in einem Protestzug mit schwerem Gerät durch Dortmund.
  • Tarifverhandlungen mit den Bauverbänden verliefen bislang ohne Ergebnis.
  • Vor dem Baugewerbeverband NRW auf dem Westfalendamm soll jetzt der Druck erhöht werden.

Dortmund – Am Freitag (21. August) fahren Bauarbeiter in Dortmund mit schwerem Gerät auf. Sie demonstrieren für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in der Baubranche. Die Tarifverhandlungen stockten zuletzt.

Dortmund: Bagger-Protest für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

"Mit ihrem Protest wollen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Denn sie sind es, die durch ihre Arbeit den Bau-Boom auch in der Corona-Krise am Laufen halten", sagt Sven Bönnemann, Vize-Regionalleiter der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Seit Mai dauert die Tarifrunde mittlerweile an. Noch immer hätten die Bauverbände kein Angebot vorgelegt. Dabei sei die Wirtschaftslage trotz der Corona-Krise (alle aktuellen Entwicklungen im NRW-Ticker) auf einem guten Niveau.

Ein Radlader führt den Protestzug der Bauarbeiter durch Dortmund am Freitag an (Symbolfoto).

Bagger-Protest in Dortmund: "Unmut auf Baustellen wird immer größer"

"Der Unmut auf den Baustellen werde immer größer", so Sven Bönnemann weiter. Während ein Großteil der Republik ins Homeoffice gegangen sei, hätten die Bauleute weiter zugepackt. Mit der Protestaktion in Dortmund fordern sie dafür jetzt Anerkennung (alle Artikel aus Dortmund auf RUHR24).

Die IG BAU fordert ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent, "mindestens jedoch 230 Euro mehr im Monat". Azubis sollen 100 Euro mehr bekommen. Allein in Nordrhein-Westfalen sind 157.000 Menschen im Bauhauptgewerbe beschäftigt. Die Gewerkschaft pocht zudem darauf, dass die oft "unkalkulierbare" und unbezahlte Fahrerei zu den Baustellen entschädigt werde.

Die Gewerkschaft begründet die Forderungen damit, dass laut Statistischem Bundesamt der Umsatz der Bauunternehmen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 trotz der Pandemie um 7,1 Prozent gestiegen sei. Das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) schätzt, dass im Juli lediglich zwei Prozent der Beschäftigten im Hoch- und Tiefbau in Kurzarbeit waren. Für das gesamte Baugewerbe lag die Zahl im Juli bei 14 Prozent.

IG BAU ruft zur Demo in Dortmund auf: Protestzug am Freitag über den Westfalendamm

In der Tarifrunde stünden die Zeichen nach drei ergebnislosen Verhandlungen auf Schlichtung. Schlichter ist der Präsident des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. "Sollte auch dieser Versuch scheitern, steht der westfälischen Baubranche ein heißer Herbst bevor", ist sich Bönnemann sicher.

Der Protestzug durch Dortmund beginnt am Freitag um 10.30 Uhr auf der Straße Im Defdahl 205. Ein Radlader führt den Zug zum Baugewerbeverband NRW (Westfalendamm 229) an. Um 11.30 Uhr folgt dort eine Protestkundgebung.

Auch im September 2020 erwarten die Dortmunder einige Baustellen: An der Dortmunder B236, wo die Groß-Baustelle im September 2020 für einige Tage gesperrt wird, kommt es zu beachtlichen Verkehrseinschränkungen.

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