Dortmund: B54-Brücke Steuerverschwendung? Kritik flammt erneut auf

Der Bund der Steuerzahler kritisiert den Bau einer Brücke über die B54. Quelle: Stadt Dortmund
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Der Bund der Steuerzahler kritisiert den Bau einer Brücke über die B54. Quelle: Stadt Dortmund

Dortmund/NRW - Der Bau einer neuen Brücke über die B54 in Dortmund sorgt erneut für Kritik beim Bund der Steuerzahler - doch die Stadt verteidigt ihre Argumente.

Der Bau einer neuen Brücke über die B54 in Dortmund sorgt erneut für Kritik beim Bund der Steuerzahler - doch die Stadt verteidigt ihre Argumente.

  • Die Baukosten für die Brücke über die B54 ist mehrfach gestiegen.
  • Der Bund der Steuerzahler kritisiert die Pläne der Stadt Dortmund.
  • Doch gerade für Phoenix West - so die Stadt - sei der Bau wichtig.

Dortmund: Brücke über B54 sorgt für Kritik vom Bund der Steuerzahler

Eine Fußgängebrücke zwischen dem expandierenden Phoenix-West-Gelände und der Stadtbahn-Haltestelle "Rombergpark" sorgt für Ärger beim Bund der Steuerzahler.

Der eingetragene Verein stört sich in seinem nun veröffentlichten "Schwarzbuch" an der mehrfachen Erhöhung der Kosten für das Projekt. So habe die Stadt die Kosten bei den ersten Plänen in 2007 mit 3,7 Millionen Euro angegeben, bevor 2016 rund 6,6 Millionen Euro veranschlagt wurden.

Inzwischen haben sich die Pläne der Stadt erneut geändert. Die Kosten für den Bau der Brücke liegen derzeit bei 12,1 Millionen Euro.

Dortmund: Weitere Brücke an der B54 ist in nächster Nähe

Nicht nur die steigenden Kosten für die Brücke über die B54 und der Nortkirchenstraße verärgern den Bund der Steuerzahler. Auch der Fakt, dass rund 250 Meter weiter nördlich bereits eine Brücke über die B54 führt, erzürnt den Verein.

Auf seiner Homepage stellt der Bund der Steuerzahler folgende Rechnung auf: Für die rund 12 Millionen Euro könnte die Stadt zum Beispiel alternativ neun Mannschaftswagen für die Feuerwehr kaufen.

Der Bund der Steuerzahler meint: "Die Brücke ist nach wie vor ein Luxusprojekt, das sich eine hoch verschuldete Stadt wie Dortmund (2,7 Mrd. Euro) nicht leisten kann. Zudem zeigt sich, dass Mischfinanzierung mit hohen Fördersummen die Kosten-Nutzen-Kalkulation verzerren kann."

Stadt Dortmund verteidigt ihre Pläne für die Brücke über die B54

Die Stadt verteidigt den Bau der Brücke aber nach wie vor. Er sei wichtig, um die Betriebe, die sich auf Phoenix West ansiedeln, besser an das Stadtbahn-Netz anzubinden. Auch für die Mitarbeiter von Wilo, das aktuell seinen neuen Campus in der Nähe baut, sei die Brücke künftig wichtig.

"Die Errichtung des Brückenbauwerks war ein wichtiges Argument bei der Akquisition von Betrieben und Unternehmen für den Standort Phoenix West", argumentiert die Stadt. Diese Unternehmen würden darauf vertrauen, dass die Stadt ihren Verpflichtungen nachkomme.

Auch Radfahrer sollen künftig laut Stadt von der Brücke über die B54 profitieren. Die Phoenix-Flächen würden somit an das Radwegenetz entlang der B54 angebunden.

Dortmund will Fördergelder für B54-Brücke einwerben

Bleibt die Kritik an den gestiegenen Kosten für die Brücke. Die Stadt will bis zu 80 Prozent der 12,1 Millionen Euro über Fördergelder wieder reinholen. Doch der Bund der Steuerzahler kontert: Auch Fördergelder sind Steuergelder.

Der Rat der Stadt hat mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen, AfD und FDP/Bürgerliste aber bereits in diesem Sommer entschieden, an den Plänen festzuhalten.

Mit dem Start eines Vergabeverfahrens könne laut Plänen der Stadt frühestens im zweiten Quartal 2020 gerechnet werden. Baubeginn wäre somit im optimalen Fall Ende 2020 / Anfang 2021. Die Bauzeit für die Brücke soll circa 18 Monate betragen. "Die Fertigstellung der Maßnahme kann somit frühestens im Jahr 2022 / 2023 erfolgen", heißt es von der Stadt.