BUND-Vorwurf

B1 in Dortmund: 200 Bäume gefällt – hintergeht Straßen.NRW die Stadt?

An der B1 in Dortmund sind bis zu 200 Bäume gefällt worden. Das wirft Fragen auf. Wusste die Stadt von der Aktion von Straßen.NRW?

Dortmund – An der B1 sind, wie RUHR24* erfahren hat, eine große Anzahl an Bäumen gefällt worden. Doch wer hat das erlaubt? Die Protagonisten sind Straßen.NRW, der Eigentümer der Fläche und die Stadt Dortmund*.

StadtDortmund
StraßeB1 - Bundesstraße 1
ThemaFällung von Bäumen auf Grünfläche durch Straßen.NRW

Dortmund: 200 Bäume an der B1 gefällt – BUND stellt unangenehme Fragen an Stadt und Straßen.NRW

Die Ortsgruppe Dortmund des BUND ist mit einem Statement an die Öffentlichkeit gegangen. Der Vorwurf: Straßen.NRW hat die Fällung von 200 Bäumen an der B1 in Auftrag gegeben. Der Grund: Angeblich haben diese Rotbuchen und Stieleichen eine Gefährdung für den Straßenverkehr dargestellt (mehr News aus Dortmund* bei RUHR24).

Die Bäume standen auf einer Fläche an der B1 in Dortmund. Genau genommen zwischen den Straßen Westfalendamm (B1), Schleefstraße und Buddenacker. Ganz in der Nähe befindet sich die Decathlon-Filiale im Stadtteil Aplerbeck.

Die Bäume standen direkt am Straßenrand. Angeblich zu nahe, zumindest aus Sicht von Straßen.NRW. Der Landesbetrieb habe daraufhin den Eigentümer angeschrieben, der wiederum die Fällung der Bäume in die Wege geleitet haben soll.

Weiterhin schreibt der BUND Dortmund, dass das Stadtplanungsamt erst nach der Abholzung informiert worden sei. Allerdings habe das Umweltamt schon im Jahr 2020 von dem Vorhaben der Fällungen erfahren.

Dortmund: Bäume an der B1 gefällt – eigentlich handelt es sich um eine Grünfläche

Doch das ist nicht alles: Aus dem Schreiben geht hervor, dass es sich um eine sogenannte „Fläche für Maßnahmen zum Schutz und zur Pflege und der Entwicklung von Natur und Landschaft“ gehandelt habe. Laut Gesetz ist eine solche Fläche vor jeglicher Veränderung zu schützen.

Zudem habe man vonseiten Straßen.NRW weder dem Eigentümer noch der Stadt Dortmund* Belege für die fehlende Standfestigkeit der Bäume* und der Gefährdung des Straßenverkehrs vorgelegt. Auch seien weder Krankheitszeichen, noch andere Gefährdungsmerkmale zu erkennen gewesen, heißt es vom BUND Dortmund.

Der BUND erhebt Vorwürfe gegen die Stadt Dortmund und Straßen.NRW - wurden Bäume an der B1 unrechtmäßig gerodet?

Jetzt bleiben aus Sicht des BUND Dortmund einige Fragen auch im Hinblick auf die Stadt offen. Beispielsweise, warum Straßen.NRW außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs und angeblich ohne Zustimmung der Stadt gehandelt habe? Zudem: Wie es sein kann, dass eine ehemals städtische Fläche an eine Privatperson verkauft und wie eine eigentliche Grünfläche als Bauland angepriesen habe werden können?

Dortmund: BUND fordert Stadt nach Fällung zahlreicher Bäume an der B1 zum Statement auf

Aus Sicht des BUND Dortmund sei es auch notwendig, jegliche Beteiligung der Stadt aufzudecken. Wie kam Straßen.NRW an die Kontaktdaten des Eigentümers? Warum hat das Umweltamt nicht auf das Vorhaben reagiert?

Warum wurden weder Ausschüsse des Rates, noch Naturschutzverbände informiert? Letztendlich ist auch die Frage interessant, ob die Stadt Dortmund ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Verursacher in die Wege leitet? Eine Anfrage der Stadt Dortmund und von Straßen.NRW seitens RUHR24 liegt vor. Der Text wird aktualisiert, sobald eine Antwort da ist. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © RUHR24 / Sabrina Wagner

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