Plakate gegen Raser

Dortmund greift im Kampf gegen Raser auf neues Mittel zurück

Plakat auf der B1 gegen Raser
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Die Plakataktion auf der B1 in Dortmund soll Raser entgegenwirken.

Drastische Worte, heftige Bilder: Eine Plakat-Aktion an der B1 Richtung Dortmund soll Raser aufschrecken.

Dortmund – Die Stadt und die Polizei Dortmund setzen mit Plakatwänden an der B1 ein Zeichen gegen Raser. Immer wieder hat Dortmund mit illegalen Straßenrennen der Raser-Szene zu kämpfen. Die Polizei hat in der Vergangenheit schon häufig Kontrollen durchgeführt und dabei hart durchgegriffen. Die Plakat-Aktion ist Teil einer im Oktober 2021 gestarteten Kampagne gegen das Rasen.

Dortmund: Plakatwände an der B1 – abschreckende Fotos sollen Raser wachrütteln

Auf den drei Plakatwänden entlang der B1 zeigen drei aufeinander folgende Szenen, die eine Geschichte erkennen lassen. Es gehe um „rasende Verbrecher, die bei einem verbotenen Rennen ihre Insassen und unbeteiligte Verkehrsteilnehmer töten oder mit lebenslang anhaltenden Folgen schwer verletzen können“, so die Stadt Dortmund.

Mit den aufeinander aufbauenden Sätzen auf den drei großformatigen Bildern soll verdeutlicht werden, welche Konsequenzen den Rasern drohen können.

  • ein Straßenrennen – „Du rast“
  • ein schwer beschädigtes Fahrzeug – „Einer stirbt“
  • ein Haftraum der Justizvollzugsanstalt Dortmund – „Hier wohnst Du dann“
Plakate an der B1 Richtung Dortmund sollen Raser abschrecken.

Dortmunder Polizeipräsident wird deutlich: „Wer so den Kick sucht, riskiert Menschenleben“

Die Plakate sollen den Rasern nach Angaben der Stadt ihr verantwortungsloses Handeln vor Augen führen. Der Polizeipräsident Gregor Lange findet dafür klare Worte: „Wer so den Kick sucht, riskiert Menschenleben. Diesen Irrsinn müssen wir stoppen“ (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Nach Informationen der Stadt Dortmund hat die Polizei im Jahr 2021 insgesamt 120 verbotene Straßenrennen ermittelt. Die Raser seien dabei bis zu 200 Kilometer pro Stunde in Dortmund und den nahe gelegenen Autobahnen unterwegs gewesen. In der Vergangenheit wurden durch die Raser-Szene immer wieder Unbeteiligte lebensbedrohlich verletzt.

Die Folgen für die Fahrer umfassten im vergangenen Jahr eine Geldstrafe von bis zu 10.500 Euro und den Entzug der Fahrerlaubnis für 30 Monate.

Mit Plakaten will die Polizei Dortmund Verkehrsteilnehmer sensibilisieren.

Stadt Dortmund geht gegen Raser vor – Täter sind sich meist keiner Schuld bewusst

Nach mehreren Anklagen gegen Raser im Jahr 2021 hat die Polizei bei den Tätern häufig ein ähnliches Verhalten feststellen können. „Sie machen sich mit sehr selbstbewusstem Auftreten einen Spaß aus ihrem riskanten Verhalten und halten sich bisweilen für unsterblich, sind sich keiner Schuld bewusst“, so die Stadt Dortmund.

Zusammen mit der Stadt verfolgt die Polizei seit 2018 eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Rasern. Ein hoher Kontrolldruck und eine konsequente Sicherstellung von Fahrzeugen, Führerscheinen und Mobiltelefonen bei Verstößen sollen die Szene wachrütteln. Um Straßen für Rennen unattraktiv zu machen, sind auch strategische Fahndungen und Tempokontrollen Teil der Strategie gegen die Verkehrsstraftäter.

Dortmund: Mutter eines Opfers von Straßenrennen appelliert an Raser-Szene

Die Polizei Dortmund klärt Schülerinnen und Schüler regelmäßig mit dem „Crash-Kurs NRW“ über Unfallrisiken im Straßenverkehr auf. Verschiedene Einsatzkräfte der Stadt sowie Angehörige, die jemanden durch Verkehrsunfälle verloren haben, erzählen in dem Kurs von ihren Erlebnissen.

Die Dortmunderin Claudia Wagner hat im Juni 2014 ihre Tochter bei einem Raser-Unfall in Nürnberg verloren. Sie berichtet beim Crash-Kurs über den Verlust ihrer Tochter und appelliert an die Raser-Szene. „Ihnen, den Rasern, sage ich: Freundschaft und Familie haben sicher auch bei Ihnen einen sehr hohen Stellenwert. Wenn das so ist, dann stoppen Sie bitte ein für alle Mal diese verbotenen Rennen. Geben Sie Maries Tod einen Sinn“, so Claudia Wagner.

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