1Fahrrad-Demonstration im Juni

Dortmund: Für Autofahrer wird es ungemütlich – Radfahrer kapern B1 und B54

A40, A1, A2: Das Ruhrgebiet ist durchzogen mit Autobahnen. Der RS1 soll die Autobahn für Radfahrer werden, doch der Ausbau stagniert. Jetzt ist in Dortmund ein besonderer Protest geplant.

Dortmund – Kein Stau, Bewegung, frische Luft: Mit dem Fahrrad statt des Autos zur Arbeit zu fahren, ist aktuell für Pendler im Ruhrgebiet eher eine Wunschvorstellung. Mit dem Radschnellweg Ruhr (RS1) soll es eine Alternative zum Auto und einen Lichtblick für Radfahrer geben. Die Bauarbeiten gehen unter anderem in Dortmund jedoch nur spärlich voran. Jetzt ergreifen die Radfahrer die Initiative.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Fläche280,7 km²

Demonstration in Dortmund: Radfahrer machen eigenen Radschnellweg auf den Straßen B1 und B54

Ursprünglich war der Baustart für 2019 gedacht, in Dortmund startete der Ausbau der RS1 allerdings erst im Mai 2021. Planmäßig sollte der Radweg 2024 fertiggestellt werden – inzwischen ist die Rede von 2030. Viel zu spät finden die Radfahrer der Stadt. Sie rufen jetzt ihren eigenen Radschnellweg aus.

„Schon der Baubeginn des RS1 hat sich immer wieder verzögert, und nun geht es genauso weiter“, sagt Peter Fricke von Aufbruch Fahrrad Dortmund. Darum solle „mit einer großen Fahrrad-Demo am 5. Juni mehr Tempo eingefordert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung von Fridays for Future und Aufbruch Fahrrad. Dafür wollen die Aktivisten die viel befahrenen Straßen B1 und B54 in Dortmund kapern.

Dortmund: Radfahrer wollen B1 und B54 kapern – Proteste gegen langsamen Fortschritt bei RS1

Billy Brumshagen von Fridays for Future Dortmund lässt sich in der Pressemitteilung zitieren: „Weil es nur schleppend vorangeht, machen wir unsere Schnellwege jetzt einfach selbst.“ Und weiter: „Wir machen die B1 und die B54 zu Radschnellwegen und fahren mit Polizeischutz auf Tempo-100-Straßen.“

Ehe es auf die Bundesstraßen geht, treffen sich die Demonstranten am 5. Juni (Samstag) um 16 Uhr am Friedensplatz – zunächst sollte der Startpunkt der Hansaplatz sein. Von dort aus geht es weiter auf die B1 und B54. An dem Tag wird es für Autofahrer ungemütlich.

Dortmund: Rad-Demonstration im Juni über B1 und B54 – Ausbau der RS1 dauert an

Die Fahrrad-Demonstration in Dortmund ist Teil eines bundesweiten Aktionstags „gegen die einseitige Ausrichtung der Verkehrspolitik auf das Auto“. Insbesondere die Politik ist in den Augen der Aktivisten gefragt. „Wer Wahlprogramme mit schönen Worten über Radverkehr fülle und sich im Wahlkampf gern auf dem Fahrrad fotografieren lasse, müsse auch liefern, worauf es ankommt: mehr Personal“, heißt es in der Mitteilung.

Der Radschnellweg RS1 zieht sich, wenn er fertiggestellt ist, durch das komplette Ruhrgebiet und verbindet die Städte Duisburg und Hamm miteinander. Insgesamt soll er 101 Kilometern lang werden. In Gelsenkirchen startete der Ausbau des RS1 schon im Oktober 2020 – zwar auch später als geplant, dennoch früher als in vielen anderen Städten in NRW.

Rubriklistenbild: © Jan-Simon Tiessen/Aufbruch Fahrrad Dortmund

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