Dortmund: Antifa demonstriert gegen Thor-Steinar in der Innenstadt

Die Antifa demonstriert gegen Thor-Steinar in der Innenstadt von Dortmund. Foto: Anna Quasdorf / RUHR24
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Die Antifa demonstriert gegen Thor-Steinar in der Innenstadt von Dortmund. Foto: Anna Quasdorf / RUHR24

Dortmund/NRW - Am Samstag (2. November) demontriert die Autonome Antifa gegen den Bekleidungsladen Thor-Steinar in der Dortmunder Innenstadt. Hier die Infos.

Am Samstag (2. November) will die Autonome Antifa in Dortmund gegen eine Filiale der bei Neonazis beliebten Kleidungsmarke Thor Steinar protestieren. Der Demozug ist bereits angemeldet und genehmigt. Doch eine kurzfristige Entscheidung der Polizei sorgt für Unmut bei der Antifa.

  • Die Polizei in Dortmund hat kurzfristig die Route einer für Samstag (2. November) geplanten Demonstration geändert.
  • Bei der wollen Antifaschisten gegen die Filiale der Marke Thor Steinar in der Innenstadt protestieren.
  • Die Veranstalter der Demo sprechen nun von "böswilliger Täuschung" seitens der Polizei.

Antifa Dortmund demonstriert gegen "Thor-Steinar"-Laden

Update, Dienstag (5. November), 11.26 Uhr: Der "Thor-Steinar"-Laden soll nun mit Hilfe der Stadt Dortmund geschlossen werden.

Update, Samstag (2. November), 15.05 Uhr: Die Antifa erklärt auf Twitter die Demonstration gegen Thor-Steinar für beendet. Es soll zu keinerlei Auseinandersetzungen gekommen sein.

Update, Samstag (2. November), 14 Uhr: Trotz der kurzfristigen Änderung der Laufroute, sind rund 350 Menschen zusammen gekommen, um gegen Thor-Steinar zu demonstrieren. Die Demonstration ist bisher friedlich verlaufen.

"Eine offizielle Gegendemonstration ist nicht angemeldet worden. Wir erwarten allerdings ein wenig Gegenwind bei Thor-Steinar", so ein Sprecher der Antifa gegenüber RUHR24.

Nazi-Laden der Marke Thor Steinar sorgt in Dortmund für Unmut

Erstmeldung, Freitag (1. November), 21.15 Uhr: Rund zwei Monate ist es her, dass in Dortmund eine Filiale der Kleidungsmarke Thor Steinar eröffnet hat. Seitdem steht der Laden in der Kritik: Er gilt als Anlaufstelle für Neonazis und auch der Marke selbst werden Verbindungen in die rechte Szene nachgesagt.

Das hat in den vergangenen Wochen für reichlich Zündstoff gesorgt. Wiederholt hatten Nazi-Gegner gegen die Filiale und die Marke demonstriert. Teilweise war es zu Angriffen auf das Geschäft gekommen. Unbekannte hatten es mit Farbbeuteln beworfen und schließlich sogar mit Böllern attackiert. Mittlerweile gibt es ein Video, das den Anschlag auf den "Thor-Steinar"-Laden zeigt.

Demo gegen Nazi-Laden Thor Steinar in Dortmund verlegt

Dessen ungeachtet will die Autonome Antifa ihren Protest gegen den Laden fortsetzen: Für Samstag (2. November) ist eine Demonstration durch die Innenstadt geplant. Eine von der Polizei kurzfristig durchgesetzte Änderung der Demostrecke sorgt bei den Nazi-Gegnern nun für Aufregung.

Denn statt zentral in der Innenstadt soll die Demonstration nun in Seitenstraßen stattfinden. Bei der neuen Auflage beruft sich die Polizei laut Antifa auf eine durch den Hansemarkt in Dortmund veränderte Situation. Das hält Kim Schmidt, Pressesprecherin der Antifaschisten, jedoch für einen Vorwand.

Verlegte Demo gegen Nazi-Laden in Dortmund: Antifa sieht "böswillige Täuschung"

"Unser Anmelder hat die geplante Route ausführlich mit der Polizei besprochen, auch und gerade im Hinblick auf den Hansemarkt", erklärt Schmidt. "Jetzt so zu tun, als käme der Hansemarkt überraschend, ist eine böswillige Täuschung und wirft ein sehr schlechtes Licht auf die Kooperationsbereitschaft der Polizei."

Besonders der Zeitpunkt der Änderung erzürnt die Antifa: Erst kurz vor dem Feiertag (Allerheiligen) am Freitag sei man über diese informiert worden. Damit sei es nur erschwert möglich, das Vorgehen der Polizei gerichtlich überprüfen zu lassen.

Demo gegen Nazi-Laden in Dortmund: Auflagen laut Polizei begründet

Von einer böswilligen Täuschung will man bei der Polizei Dortmund nichts wissen. "Wir begrüßen jegliche Art des friedlichen Protests", äußerte sich ein Sprecher gegenüber RUHR24. Eine kurzfristige Änderung der Route sei in jedem Fall begründet.

Das jedoch zweifeln die Mitglieder der Dortmunder Antifa-Gruppierung an. Ein Anwalt sei bereits eingeschaltet und eine Klage im Eilverfahren werde geprüft.