Dorstfeld: Darum wird das Westbad in Wischlingen neu aufgebaut

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Dortmund/NRW - Die Stadt will das marode Westbad in Dorstfeld abreißen und es in Wischlingen neu aufbauen. Dafür gibt es eine Reihe an Gründen. Wir sagen euch welche.

Seit drei Jahren gibt es Diskussionen um das marode Westbad in Dorstfeld. Die Stadt entschied sich trotz Bürgerprotesten dazu, das Bad neu aufzubauen - allerdings in Wischlingen. Dafür nennt sie eine ganze Reihe an Gründen.

Dortmund-Innenstadt-West. Günstiger, attraktiver und zukunftsfähiger: Diese drei Wörter fassen die Gründe zusammen, warum die Stadt das Westbad in Dorstfeld am Standort Kortental abreißen und etwa drei Kilometer weiter nördlich im Revierpark Wischlingen wiederaufbauen will.

So weit liegen die beiden Standorte auseinander:

Zum Hintergrund: Seit Herbst 2014 gibt es Diskussionen um das marode Bad in Dorstfeld. Als die Stadt einen Neubau an anderer Stelle in Erwägung zog, regten sich Bürgerproteste gegen die Schließung. Die Stadt ließ daraufhin prüfen, welche Variante besser für die Zukunft sei: Neubau am Kortental oder Neubau in Wischlingen. Dass es am Ende der Revierpark ist, der vom Neubau profitiert, hat diverse Gründe. "Uns ist klar, dass das nicht jedem gefallen wird, weil das Westbad im Kortental viele Emotionen weckt", sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Doch es sprechen einige Aspekte für die Entscheidung der Stadt. Das sind sie:

1. Zukunft

Laut Stadt gibt es in der Metropole Ruhr zu viele klassische Hallen- und Freibäder. Sie verzeichnen dramatische Besucherrückgänge von bis zu 60 Prozent zu vergangenen Zeiten. Das hat mit dem veränderten Freizeitverhalten zu tun. Bahnen schwimmen reicht vielen Nutzern nicht mehr aus. Stattdessen steht die Unterhaltung im Vordergrund: Rutschen, Wasserspielplätze, Wellenbäder sind gefragt. Das Schwimmbad in Wischlingen kann diese Ansprüche eher erfüllen, als ein reines Hallenbad in Dorstfeld, meint die Stadt. Der Standort Wischlingen eröffnet der Stadt zusätzlich die Perspektive, Erweiterungen vorzunehmen: zum Beispiel den Bau einer Rutsche.

2. Schulschwimmen

Laut Stadt wird das klassische isolierte Hallenbad (25-Meter-Becken) in allen Studien landesweit als "nicht mehr zeitgemäß und zukunftsfähig" klassifiziert. Der Bedarf an solchen Bädern sei mit den Standorten in Lütgendortmund, Mengede sowie dem Nord- und Südbad gedeckt. Was die Fahrzeiten betrifft, würde sich mit einem Neubau in Wischlingen für die Schüler nicht viel verändern. Einige hätten dadurch einen längeren Weg, andere einen kürzeren.

3. Babyschwimmen

Die Kritik von den Bürgern, bei einem Neubau des Westbads in Wischlingen gäbe es kein Babybecken, weist die Stadt zurück. Denn: In Wischlingen gibt es bereits ein in den letzten Jahren aufgewertetes Babyschwimmbecken. Es müsste also kein neues Becken gebaut werden.

4. Kosten

Der Neubau des Westbads am Standort Wischlingen kostet die Stadt 1,2 Millionen Euro weniger als ein Neubau am Kortental. Sozialräume und Babybecken sind in Wischlingen schon vorhanden und müssten nicht neu gebaut werden. Die Kosten für den Neubau in Wischlingen liegen bei 11,9 Millionen Euro. Was die Personalkosten betrifft, sieht die Stadt auch Vorteile für den Standort Wischlingen, weil sie dort auf bereits vorhandenes Personal zurückgreifen könnte.