7 Dinge, die du über den Phoenix See noch nicht wusstest

Der Phoenix See in Hörde. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Der Phoenix See in Hörde. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Der Phoenix See spaltet in Dortmund die Gemüter. Doch richtig viel wissen nur die wenigsten über über den See. Wir haben sieben interessante Fakten für euch

Der Phoenix See spaltet in Dortmund die Gemüter: Die einen finden ihn potthässlich und künstlich, die anderen freuen sich über die neu geschaffene Wasserfläche mitten in der Stadt. Doch so richtig viel wissen viele nicht über Dortmunds umstrittenen See - und mit Sicherheit auch nicht diese sieben Dinge.

1.) 34 Fußballfelder groß

Fangen wir bei den blanken Maßen an: Der See ist über einen Kilometer lang. Um genau zu sein 1200 Meter. An der breitesten Stelle misst er 320 Meter. Das ergibt eine Wasserfläche von 24 Hektar oder 0,24 Quadratkilometer. Umgerechnet sind das etwa 34 Fußballfelder. Zum Vergleich: Der Kemnader See in Bochum ist 1,25 Quadratkilometer groß, der Bodensee knackige 536 Quadratkilometer.

2.) Deutschlandweit einzigartige Maschine

Von der Stadt Dortmund heißt es, der Phoenix See hätte "Gebirgswasserqualität". Naja, vielleicht ist das ein bisschen übertrieben, aber sauber ist das Wasser allemal. Dafür sorgt auch eine Anlage, die es in dieser Dimension in Deutschland nur einmal gibt: die sogenannte "Phosphat Eliminationsanlage". Sie filtert, wie der Name schon sagt, Phosphat aus dem Wasser, kann innerhalb von einem Jahr das komplette Wasser des Sees (600.000.000 Liter) säubern. Phosphat kann unter anderem durch Dünge- oder Waschmittel ins Wasser gelangen. Hoher Phosphorgehalt sorgt dafür, dass viele Algen wachsen. Beim Abbau der abgestorbenen Algen wird sehr viel Sauerstoff verbraucht, sodass dadurch viele Wasserlebewesen sterben.

3.) Der See ist eine Talsperre

Oberhalb des nördlichen Ufers des Phoenix Sees verläuft die Emscher wieder oberirdisch. Die Emschergenossenschaft ist gerade dabei, das Flüsschen zu renaturieren. Abwässer fließen in einem Tunnelsystem unterhalb der Erde. Gibt es heftige Niederschläge und droht Hochwasser an der Emscher, dient der Phoenix See sozusagen als Backup, offiziell: "Hochwasserrückhalteraum." Heißt: Ein Teil des Emscherwassers gelangt in den See und wird dort zwischengespeichert. Der See gilt planungsrechtlich übrigens als Talsperre.

4.) Heimat für viele Wasservögel

2014, also nur zwei Jahre nach Fertigstellung des Sees, gab es erstes Lob von Naturschützern. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bezeichnete damals den Phoenix See als Wasserfläche Dortmunds mit der größten Artenvielfalt an Wasservögeln. 46 Vogelarten gibt es hier. Dazu gehören: Reiher, Enten, Haubentaucher, Möwen, Blässhühner, Flussregenpfeiffer und auch der Eisvogel. Leider gibt es auch weniger beliebte Wasservögel, wie etwa die Kanadagänse, die von Stadt und Bürgern kritisch beäugt werden.

5.) Viele Verbote

Um den Phoenix See nicht einfach seinem Schicksal zu überlassen, gibt es laut Seesatzung eine Menge Verbote. Das ist am See nicht erlaubt: Campen / Übernachten (außer mit Sondergenehmigung); Schieß-, Wurf- und Schleudergeräte benutzen; aggressives Betteln, ständige "ortsfeste" Ansammlungen von Personen, von denen regelmäßige Störungen ausgehen bei übermäßigem Alkoholgenuss; Blumen, Zweige und Früchte abbrechen; sich dort (im "Erholungsgebiet") berauscht durch Alkohol oder andere Drogen aufzuhalten; Boote nutzen, die länger als 6,40 Meter sind; nach Sonnenuntergang Boot fahren; auf Booten übernachten; Baden, Surfen und Tauchen; Fischen; Grillen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

6.) Riesige Baustelle

Der erste Spatenstich für den Bau des Phoenix Sees war 2005. Zeitweise war die Baustelle die größte in Europa. Über 100 Großgeräte liefen damals auf Hochtouren. Fünf Jahre später wurde der See dann mit Wasser befüllt. Im Oktober 2010 war das. Im Mai 2011 war der See dann vollständig mit Wasser gefüllt.

7.) Beeindruckende Historie

Die Geschichte des Sees, bzw. dessen Fläche, reicht bis ins Jahr 1841 zurück. In diesem Jahr entstand hier das erste Stahlwerk. Bis 2001 reichte die Ära der Stahlerzeugung in Hörde. Zwischenzeitlich arbeiteten rund 10.000 Menschen auf dem Gelände. 1963 entstand auf dem Areal das modernste Oxygen-Stahlwerk Europas. Und jetzt ist das Gebiet mit dem See eines der teuersten Wohngebiete der Stadt Dortmund.