Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch! Für Martin Hesterberg aus Dortmund gibt es in seinem „Filetshop“ an der Saarlandstraße nichts Anderes. Bei der 17. Verleihung des Westfälischen Handelspreis 2017 gewann der Dortmunder Unternehmer jetzt den ersten Preis. 

„Der Preisträger des Westfälischen Handelspreis 2017 hat einen besonderen Trend erkannt, er hinterfragte sich und entwickelte sich weiter. Mit Mut, Herz und Leidenschaft erreicht er alle Sinne seiner Kunden“, so die Jury.

„Ich freue mich sehr und habe alle Daumen gedrückt“, so Preisträger Martin Hesterberg, der 2011 den Filetshop in Dortmund eröffnete. „Es geht nicht nur um mich, sondern auch um Handel, Wandel und Veränderung“, so der 41-Jährige. Es war ein langer Prozess, indem er viel lernen musste. Veränderung könne man immer als Gefahr oder als Chance sehen.

Als Hesterberg Freunden von seiner Idee erzählte, im Filetshop das beste Fleisch in Dortmund zu verkaufen, musste er sich oft „ausgerechnet du“ anhören. Dabei gehe es beim Filetshop nicht nur ums Fleisch. „Unser Ruf eilt uns voraus und ich werde weiter dafür sorgen“, sagt Hesterberg.

Ende November soll ein weiterer Filetshop in Unna eröffnen. „Auch Vegetarier können mit dem Spruch ‚Esst weniger Fleisch, aber besseres‘ etwas anfangen“, so Hesterberg. Was Hesterberg außerdem gelernt hat, ist unter anderem, dass man sich nicht darauf konzentrieren sollte, anderen das Leben schwer zu machen. „Das ist schlecht fürs Karma.“ Man sollte viel mehr positiv denken und weiteres entwickeln. „Wir geben uns allergrößte Mühe nicht nur allerbestes Fleisch anzubieten, sondern auch immer ein offenes Ohr zu haben“, verspricht der Gewinner des diesjährigen Westfälischen Handelspreis.

„Es muss noch etwas anderes geben“

Martin Hesterberg ist 41 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern und hat sich beruflich irgendwann gedacht „es muss noch etwas anderes geben“. So kam die Idee zum Filetshop. Das Motto: „Esst weniger Fleisch, aber besseres.“ 2011 eröffnete der Filetshop in der Saarlandstraße, danach die Filiale in Essen. Seit 2015 gibt es außerdem die Steak-Akademie.

„Fleisch hat Charakter“, so Hesterberg. Es gehe um Genuss, Erlebnis und Leidenschaft. Der Filetshop arbeitet mit 25 Lieferanten aus elf Ländern zusammen. 80 verschiedene Fleischarten bietet Hesterberg im Filetshop an, dazu Soßen, Weine und Gewürzmischungen. Auf der GourmeDO kam es am Stand vom Filetshop zu einem nicht endenden Andrang. 36 Mitarbeiter wollen mit Hesterberg das Fleischerlebnis für die Kunden erweitern.

„Ich bin dankbar, dass meine Frau Hannah mich so unterstützt.“ Montags ab 14 Uhr hat der 41-Jährige einen Kindertag eingeführt, um Zeit mit seinen beiden Kindern verbringen zu können.

Am Mittwoch (18. Oktober) wurde der Westfälische Handelspreis 2017 an den Dortmunder Martin Hesterberg verliehen. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Am Mittwoch (18. Oktober) wurde der Westfälische Handelspreis 2017 an den Dortmunder Martin Hesterberg (5. v. l.) verliehen. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

Für den Westfälischen Handelspreis 2017 waren außerdem nominiert:

Andrea von der Heydt, Fairbleiben (Dortmund):

Andrea von der Heydt (48) gründete 2010 FairBleiben, ein Kaufhaus für faire Mode. Im Heiligen Weg 3-5 auf 130 Quadratmetern verkauft sie biologische und faire Mode für Männer und Frauen. Mit ihrem Kaufhaus für faire Mode möchte sie so die Welt ein bisschen besser machen.

Anett Kyncl, Der Senfladen (Unna):

Annett Kyncl (47) ist ausgebildete Köchin. Seit 2009 ist sie mit dem Senfladen selbstständig. 300 Senfsorten und rund 150 verschiedene Gewürze gibt es hier. Darunter momentan auch einen pinkfarbenen Einhornsenf und den Lindensenf mit Bier aus der Lindenbrauerei.

Sabine und Wilfried Lentz, BUK – Buch und Kunst (Hamm):

Sabine (62) und Wilfried Lentz (62) haben 1978 ihren eigenen Verlag mit angeschlossener Buchhandlung gegründet. Mittlerweile haben sie 32 Mitarbeiter und fünf Läden. In Kooperation mit einer benachbarten Apotheke bietet BUK auch einen Auslieferungsservice an.

Rainer Waldschmidt, Waldschmidt (Dortmund):

Rainer Waldschmidt (62) führt in vierter Generation das 1885 gegründete Familienunternehmen Waldschmidt. Kamine, Öfen, Saunen, Grills und Strandkörbe werden auf der Rheinischen Straße im Unionviertel auf drei Etagen und 400 Quadratmetern angeboten.