In diesem Gammel-Haus am Hafen wird bald Integration gemacht

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Dortmund/NRW - Das Projekt "Heimathafen Dortmund" kann starten. Bis 2020 soll eine leerstehende Immobilie am Hafen zu einem Bildungs- und Beratungszentrum umgebaut werden.

Das Projekt "Heimathafen Dortmund" kann endlich losgehen. Bis 2020 soll eine leerstehende und heruntergekommene Immobilie in der Speicherstraße 15 am Hafen zu einem Bildungs-, Begegnungs- und Beratungszentrum ausgebaut werden.

Allein in einem fremden Land, in einer fremden Stadt. Für viele Flüchtlinge wird dies zu einer schwierigen Aufgabe. Nicht selten sind sie völlig auf sich allein gestellt. Dabei möchten viele von ihnen in Deutschland ein neues Leben beginnen, eine neue Heimat finden. Und gerade Dortmund ist ein bevorzugtes Ziel von Zugewanderten und Geflüchteten aus der EU und aus Drittstaaten.

Damit ihre Integration erfolgreich gelingen kann, brauchen sie einen Zugang zu sozialen, kulturellen und beruflichen Beratungs- und Bildungsangeboten. Im Hafen wird genau ein solcher Anlaufpunkt entstehen. Mit einer Förderung in Höhe von knapp 3,7 Millionen Euro will die Stiftung Soziale Stadt, die durch den Bund Deutscher Architekten (BDA Dortmund) unterstützt und beraten wird, ein altes Lagerhaus in der Speicherstraße 15 zum "Heimathafen" umbauen. Beratung, Bildung, Qualifizierung und Kultur sollen dann unter einem Dach stattfinden. "Dortmund will Fremden Heimat sein, der 'Heimathafen' Zuflucht und Zukunft", heißt es auf der Homepage des BDA.

Sierau sieht großes Potential

Am Mittwoch (18. September) übergab Oberbürgermeister Ullrich Sierau der Stiftung den Bewilligungsbescheid zur Projektförderung. Es kann also losgehen.

Die lange leerstehende Immobilie habe großes Potential, so Sierau. Das alte Lagerhaus, in dem einst ein Fuhrunternehmen mit Pferden und Wagen sein Domizil hatte, biete viel Platz für ein multifunktionales, integratives Beratungs- und Bildungshaus. "Wir wollen den Menschen beim Ankommen helfen", sagt Andreas Koch von der Stiftung Soziale Stadt.

Auf 1200 Quadratmetern sollen hier spezielle Förderangebote für Zugewanderte (Qualifizierungs-, Sprach-/Integrationskurse, Beratung zu asylrechtlichen Fragen etc.), Berufsberatungen und Weiterbildungen stattfinden.

Im Erdgeschoss soll zudem eine Gastronomie entstehen, mit einer Lehr- und Lernküche. "Dadurch haben wir die Chance, Menschen für verschiedene Berufe im Bereich der Gastronomie auszubilden", erklärt Koch. Daneben bietet das Haus Platz für kulturelle Angebote wie Ausstellungen. Auch die Dortmunder Musikschule reiht sich ein in die Gruppe der Nutzer.

Hafencharme soll erhalten bleiben

Bis der erste Ton erklingt, wird es aber noch etwas dauern. Voraussichtlich 2020 soll der "Heimathafen" endgültig vor Anker gehen. "Ende Oktober legen die Architekten los", so Koch. Rund ein Jahr hat man für die Planungen und Auftragsvergaben veranschlagt. 2019 soll dann in enger Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Gesellschaft GrünBau mit dem Umbau begonnen werden. Sowohl beim Umbau der extrem maroden Immobilie, als auch später im Betrieb sollen dann sowohl Langzeitarbeitslose als auch Flüchtlinge Arbeit finden. "Das Konzept von GrünBau hat sich in den vergangenen Jahren bewährt", sagt Koch.

Die Arbeiter sollen während der Zeit in unterschiedlichen Berufen qualifiziert werden und auch anschließend eine Beschäftigung finden. Koch: "Wir bilden Fachkräfte für den Hafen aus, denn hier gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die Menschen mit geringeren Qualifikationen beschäftigen."

Auch wenn man beim Umbau möglichst viel von dem alten Hafencharme erhalten will, so ist es doch ein Großprojekt, dass das Viertel wandeln wird. "Mit dem Projekt Heimathafen startet das erste Hochbauprojekt im integrierten Handlungskonzept Dortmund Nordstadt. Es läutet gleichzeitig die Hafenentwicklung-Speicherstraße Süd ein", sagt Sierau. In mehreren Abschnitten soll am Hafen ein neues Quartier zum Arbeiten und Ausgehen entstehen.

"In zehn Jahren werden sie das Quartier zwar noch wiedererkennen, aber es wird sich fundamental verändert haben", prophezeit Sierau. Neben den optischen Veränderungen sollen zwischen 4000 und 5000 neue Arbeitsplätze entstehen. "Der Hafen wird zu neuem Leben erweckt." Zumindest der Anfang ist gemacht.