Immer mehr Dortmunder Unternehmer engagieren sich für Chancengleichheit und Vielfalt im Beruf. Das sichtbarste Zeichen hierfür: das Prädikat Total E-Quality. Nächste Woche bekommen dieses Prädikat gleich vier weitere Unternehmen aus dem Kreis Dortmund.

Bei dem Prädikat Total E-Quality geht es um die Frauen- und Gleichstellungsförderung. Gerade bei diesem Thema sei es wichtig nicht zu predigen, dass die Unternehmen „etwas tun sollen“, sondern das es positiv angegangen wird, so Monika Goldmann vom Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V. Mit dem Prädikat für die Gleichstellungspolitik soll gezeigt werden: Dortmunder Unternehmen bemühen sich um Chancengleichheit.

Und Dortmunder Firmen haben erkannt, dass das Prädikat Total E-Quality sie als Arbeitgeber attraktiv macht. Denn das Prädikat wird vom Total E-Quality e.V. nur an Firmen verliehen, die Gleichstellung von Frauen und Männern tatsächlich vorbildlich in ihrer Personal- und Organisationspolitik umsetzen. Hierbei geht es um die gezielte Qualifizierung und Ausbildung von Frauen in technischen Berufen, Gleitzeit, Zeitkonten, Homeoffice, betriebliche Kinder- und Notfallbetreuung oder ihre Unterstützung in Vorstand und Aufsichtsrat.

Dortmund auf Spitzenplatz

„Gerade im Kampf um beste Köpfe ist das Prädikat ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, es motiviert, bindet Mitarbeiter und erleichtert die Ansprache und die Gewinnung neuer“, sagt Joachim Beyer, Bereichsleiter für Arbeit und Qualifizierung bei der Wirtschaftsförderung Dortmund. „Dortmund belegt seit Jahren den Spitzenplatz an Prädikatsträgern in NRW. Noch vor Düsseldorf, das ist ein deutlicher Ausweis.“

Der Spitzenplatz in NRW ist auch ein Resultat der Kampagne „Total E-Quality in der Metropole Ruhr“: Seit 2013 beraten und unterstützen das Kompetenzzentrum Frau und Beruf, Frau.Innovation.Wirtschaft, das Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V. und das Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund Unternehmen bei der Bewerbung für das Prädikat. „Die Kampagne ist eine Auszeichnung mit Strahlkraft für Unternehmen, die sich mit dem Thema Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit erfolgreich auseinandersetzen“, berichtet Dr. Monika Goldmann vom Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V. Weitere Unternehmen arbeiten bereits daran, sich im nächsten Jahr zu bewerben.

Die Personalleiter der Dortmunder Unternehmen erklären, warum sie sich für Chancengleichheit engagieren:

Volkswohl Bund Lebensversicherung AG, Stephan Tucholski

„Neben unseren flexiblen Arbeitszeitmodellen und der eigenen Kita haben wir viele Angebote, die helfen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Männern sowie Frauen ermöglichen wir damit gleichberechtigt, Familie zu leben und zugleich ihren Beruf auszuüben. Mit der Bewerbung um das Total E-Quality-Prädikat möchten wir Chancengleichheit von Frauen und Männern in den Volkswohl-Bund-Unternehmen weiter verbessern. Die Prüfung und Beratung durch externe Experten sowie die Vernetzung mit anderen Unternehmen machen die Teilnahme für uns doppelt wertvoll.“

SCHAMP & SCHMALÖER, Susanne Schamp

„Was uns wichtig ist: Das Sichtbarmachen unseres Ansatzes das Wissen um die Kompetenzen von Frauen und der Einsatz weiblicher Führungskräfte in der immer noch männlich dominierten Baubranche ist eine Grundlage unseres Erfolgs seit 25 Jahren. Chancengleichheit durchzusetzen bedeutet ein ständiges Engagement in diesem Bereich und ebenso eine ständige Motivation der Mitarbeiter.“

DEW21, Christoph Schulte

„Als Wirtschaftsunternehmen ist es für uns wichtig, unsere Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit durch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu sichern und auszubauen. Das Prädikat bestätigt, dass wir uns für die Chancengleichheit von Frauen und Männern engagieren. Fordert dabei gleichzeitig ein, dass wir uns nicht auf bestehende Maßnahmen ausruhen, sondern Neues entwickeln. Für uns birgt es die Chance, sich im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte zu profilieren und auch eine Signalwirkung nach Innen zu streuen“

Stadt Dortmund, Maresa Feldmann

„Wir sind Prädikatsträger, weil wir uns sehr engagiert für die Chancengleichheit von Frauen und Männern einsetzen. Das Prädikat ist für uns eine Anerkennung unserer bisherigen Arbeit. Mit dem Prädikat wird die Attraktivität der Stadtverwaltung als moderner und familienbewusster Arbeitgeber sichtbar. Sich regelmäßig neu bewerben zu müssen, ist ein wichtiger Motivator: Die Verstetigung bestehender Maßnahmen, die Weiterentwicklung bereits realisierter Projekte sowie die Entwicklung neuer Betätigungsfelder sind Aufgaben, an denen wir uns auch in Zukunft messen wollen.“

Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V., Monika Goldmann

„Die Kampagne Total E-Quality in der Metropole Ruhr hat viele Unternehmen angeregt, sich mit der Umsetzung von Gleichstellungszielen in ihrer Personalpolitik auseinanderzusetzen. Durch den Bewerbungsprozess stellen sie ihre Gleichstellungsaktivitäten auf den Prüfstand und konkretisieren oft auch Ziele und deren Umsetzung. Mit vielen innovativen Maßnahmen werden sie zu wichtigen Vorbildern in der Region.“

Maximago (aus Lünen), Daniel Greitens

Wir leben eine menschenorientierte Firmenkultur, Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit sind selbstverständlich. Erst die Zusammenarbeit mit Competentia hat uns bewusst gemacht, dass unsere Bemühungen außergewöhnlich sind. Competentia motivierte uns auch, uns um das Prädikat zu bewerben, das wir nun mit der dreifachen Anzahl der benötigten Punkte erhalten – wir sind also auf einem guten Weg.“

Vor allem in den sogenannten MINT-Berufen (hinter MINT verbergen sich die Begriffe „Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik“ müsse gezeigt werden, dass Frauen kompetent in Beruf und Branche sind. „Als Führungskraft sind sie auch in Teilzeitpositionen nicht wegzudenken“, sagt Inga Böker von SCHAMP & SCHMALÖER. Es gehe um die Work-Life-Balance.

Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgungs GmbH, die MAXIMAGO GmbH, SCHAMP & SCHMALÖER Architekten Stadtplaner PartGmbB, die Volkswohl Bund Lebensversicherung aG erhalten die Auszeichnung Total E-Quality am 27. Oktober in Gelsenkirchen.