Diese Dortmunder kümmern sich um "ihre" Straßenbäume

+
Foto: Sandra Schaftner/RUHR24

Dortmund/NRW - Die Hitze und Trockenheit bedrohen die Straßenbäume in Dortmund. Deswegen sollen nun die Anwohner beim Gießen helfen. Viele machen schon mit und ihr Fazit ist: Wenig Aufwand, große Wirkung!

Die Hitze und Trockenheit bedrohen die Straßenbäume in Dortmund. Deswegen sollen nun die Anwohner beim Gießen helfen. Viele machen schon mit und ihr Fazit ist: Wenig Aufwand, große Wirkung!

Die Blätter hängen schlaff herab, das Gras um den Baumstamm herum ist ausgedörrt und braun. Ganz klar: Diesem Straßenbaum geht es nicht gut. Und er leidet zurzeit nicht als Einziger unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit. Die Stadt Dortmund hat am Montag sogar einen Hilferuf an die Bürger geschickt.

Die Mitarbeiter des Tiefbauamts kommen nämlich nicht mehr mit dem Gießen hinterher. Sie bewässern die Straßenbäume gemeinsam mit externen Unternehmen täglich. Aber sie brauchen auch die Mithilfe der Bürger.

Die Stadt bittet die Anwohner, "ihre" Straßenbäume selbst zu versorgen. Sie sollen jedem Baum täglich rund zehn Liter Wasser geben. Das sind zwei Eimer pro Tag. Und zwar so lange, bis es wieder regnet.

Gießen ohne Aufforderung

Nadine Lösbrock gießt zwei Bäume auf der Straße vor ihrem Haus in Mengede nicht erst seit dem Aufruf der Stadt, sondern schon seit drei Wochen. Sie ist selbst auf die Idee gekommen, weil die Bäume ungesund aussahen. "Sie haben viele Blätter verloren und sahen schon aus wie im Herbst", sagt die Dortmunderin.

Anfangs zog sie extra immer den Gartenschlauch bis zur Straße und gab den Bäumen richtig viel Wasser. "Inzwischen nehme ich aber eine Gießkanne und einen Zwölf-Liter-Eimer pro Baum", sagt Nadine. Das ergebe etwa 25 Liter pro Baum.

Das dauert bei ihr fünf Minuten pro Tag und ist für sie eine "Herzensangelegenheit", wie sie sagt. "Der Baum vor meinem Haus spendet uns Schatten. Und wir lieben die Natur." Auch Susanne aus Lütgendortmund gießt den Baum vor ihrem Haus regelmäßig - aus "purem Egoismus", wie sie sagt.

"Ich mag Straßenbäume und speziell diesen, und damit er mir lange erhalten bleibt, gieße ich ihn, wann immer sich die Gelegenheit bietet", sagt die Dortmunderin. "Ich genieße den Schatten, den er im Sommer spendet, und den Duft seiner Blüten im Frühjahr."

Bäumegießen im Anzug

Auch Unternehmen und Gastronomien machen schon mit. Sophie Donat von der Sparkasse Dortmund hat den Aufruf der Stadt auf Facebook gelesen und schon am folgenden Tag mit ihren Kollegen zu Gießkanne und Wassereimer gegriffen.

Öffnen auf www.facebook.com

Sophie Donat und ihre Kollegen von der Sparkasse wollen die Bäume vor dem Gebäude an der Katharinenstraße ab jetzt werktags täglich gießen. Jeder Baum bekommt von ihnen zehn Liter Wasser. Das übernehmen auch wirklich die Mitarbeiter und nicht etwa der Hausmeister, erklärt Donat. Dieser helfe lediglich mal.

Auch das Restaurant Mit Schmackes postete schon Beweisfotos vom Bäumegießen auf Facebook.

Öffnen auf www.facebook.com

3,40 Euro für 100 Tage Gießen

Dortmund24 hat am Montag auch über den Hilferuf der Stadt Dortmund berichtet. In den Kommentaren unter dem Facebook-Post regten sich einige User auf. Sie schrieben unter anderem, dass die Stadt die Kosten für Wasser und Arbeit auf die Bürger schieben würde. Andere erwiderten, dass das Wasser nicht viel koste und bürgerliches Engagement toll sei.

Ein Facebook-Nutzer widerlegte das Kostenargument sogar mit einer Rechnung: "1 Kubikmeter Wasser kostet in Dortmund ca. 1,70 € + ca. 1,70 € Abwassergebühr. Bei 10 L am Tag kann man also den Baum ca. 100 Tage für ca. 3,40 € am Leben erhalten."