Diese 6 Dinge wusstest du noch nicht über Dortmunder Bier

Brauerei, Brinkhoffs, Radeberger Gruppe, Standort Steigerstraße Nordstadt. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Brauerei, Brinkhoffs, Radeberger Gruppe, Standort Steigerstraße Nordstadt. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Jedes Jahr am ersten Freitag im August ist Internationaler Tag des Bieres. Was liegt da näher, als ein paar Fakten über Dortmunds Bier auszupacken.

Jedes Jahr am ersten Freitag im August ist weltweit Internationaler Tag des Bieres. Was liegt da näher, als da ein paar Fakten über das Dortmunder Bier auszupacken - immerhin bezeichnen viele Dortmund noch immer als Bierhauptstadt.

Lange Tradition

Auch wenn man das kaum glauben mag: Bier wird in Dortmund schon mindestens seit dem 13. Jahrhundert gebraut. Nach einem großen Brand wurden in jenem Jahrhundert allerdings viele Schriftstücke zerstört, die möglicherweise noch ältere Erwähnungen des Biers in Dortmund dokumentiert hätten. Erste Erwähnung findet die Braukunst demnach in einem Schriftstück von 1250. In dem Papier wurde festgelegt, dass eine Frau angeklagt werden kann, sobald sie Bier braut. Übrigens: Damals hatte das Bier noch andere Bestandteile als heute. Neben Gersten- bzw. Hafermalz beinhaltete es den Gär- und Würzstoff Grut. Hauptbestandteil des Gewürzes war das Heidekraut Porst.

Bahnbrechende Innovation

Lange konnte Bier früher nicht gelagert werden. Erst die Erfindung der maschinellen Kühlung von Carl von Linde brachte den Durchbruch. Die Bierproduktion war unabhängig von Witterungsschwankungen und Jahreszeiten. Und wer nutzte die Kühlung als erstes? Richtig, unter anderem die Dortmunder Actien-Brauerei und die Germania Brauerei. 1881 wurden die Anlagen in Dortmund aufgebaut.

Bierhauptstadt in den 60er Jahren

In den 60er Jahren bezeichnete sich Dortmund als die Bierhauptstadt Nummer 1. Nicht nur von Deutschland, sondern von ganz Europa. Die sieben Brauereien beschäftigen mehr als 6800 Menschen, ein Zehntel der deutschen Bierproduktion kam in dieser Zeit aus Dortmund. Die Dortmunder Union-Brauerei wurde zur größten Braugesellschaft in Deutschland.

Dortmunder Export

Bekannt ist das Dortmunder Bier für seine Export-Variante. Sie hat einen kräftig-malzigen Geschmack und eine leichte Süße. Das Bier wird nach bayerischer Brauweise mit untergäriger Hefe hergestellt und ist haltbarer als Pils. Verkauften die Brauer unserer Stadt ihr Bier erst nur nach Holland, Belgien und Frankreich, fand es später auch auf dem amerikanischen Kontinent seine Abnehmer. Zudem wurde Dortmunder Export auch in den afrikanischen Kolonien, in Asien oder Australien verkauft. Vergleichbar dem "Pilsener" oder "Münchener Bier" erlangte das "Dortmunder" schon vor dem Ersten Weltkrieg einen übernationalen Markenstatus. Später machte dem Export die Konkurrenz aus dem Sauerland zu schaffen.

Dortmunder U

Der Brauerturm in Bahnhofsnähe ist das Dortmunder Aushängeschild. In nur 14 Monaten wurde es in seiner Ursprungsgestalt gebaut. 1926 war Baubeginn. Übrigens: Das goldene U leuchtete bei der Fertigstellung des Bierkolosses noch nicht auf Dortmunds Dächer. Stattdessen gab es auf der Spitze einen Scheinwerfer, der das Hochhaus wie einen Leuchtturm erscheinen ließ. Seit 1968 wacht das neun Meter hohe "U" über Dortmund.

Brauereien in Dortmund

Früher gab es in Dortmund acht Großbrauereien: Bergmann, DAB, DUB (Union), Hansa, Kronen, Löwen, Ritter, Stifts und Thier. Heute gibt es nur noch die Actien-Brauerei am ehemaligen Standort der Hansa-Brauerei in der Nordstadt. Sie gehört ebenso wie die Hövels Hausbrauerei zur Radeberger Gruppe der Dr. August Oetker KG. Auf dem Vormarsch ist die Bergmann-Brauerei. Sie wurde 2005 wieder gegründet und braut seit 2010 wieder Bier in Dortmund. Aktuell baut sie einen neuen Standort auf dem Phoenix-West-Gelände in Hörde. Immer wieder aber gibt es Privatiers, die ihre eigene, kleine Biermarke gründen und das Craftbier in Dortmund bekannter machen (siehe unten).

Wenn ihr mehr rund ums Bier in Dortmund erfahren wollt, bekommt ihr hier einige Infos, die auf Dortmund24.de erschienen sind: