Demos für den Hambacher Forst erreichen Dortmund

In Castrop-Rauxel hat ein Mann eine alte Eiche besetzt. Symbolbild: Oliver Berg / dpa
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In Castrop-Rauxel hat ein Mann eine alte Eiche besetzt. Symbolbild: Oliver Berg / dpa

Dortmund/NRW - Auch in Dortmund rufen Aktivisten jetzt zum Protest gegen die Abholzungen im Hambacher Forst auf. Am Samstag (22. September 2018) um 15 Uhr wird vor dem RWE-Tower demonstriert. Denn auch die Stadt Dortmund ist in die Sache verwickelt.

Auch in Dortmund rufen Aktivisten jetzt zum Protest gegen die Abholzungen im Hambacher Forst auf. Am Samstag (22. September 2018) um 15 Uhr startet vor dem RWE-Tower die erste Demonstration in Dortmund. Denn auch die Stadt Dortmund ist in die Sache verwickelt.

Zu der Demonstration ruft die Dortmunder Initiative "Tante Albert" auf Facebook auf. Die Stadt Dortmund ist als Anteilseigner der RWE an der Rodung des Waldes beteiligt.

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Eigentlich gründete sich das Nachbarschaftsprojekt aus der Nordstadt 2017, um auf einem Brachgelände einen Gemeinschaftsgarten anzulegen. Unter #hambibleibt engagieren sich die Nordstädter aber auch für den Erhalt des Hambacher Forst.

Was ist los im Hambacher Forst?

Seit Oktober lässt der Energiekonzern RWE die Bäume im Hambacher Forst, aus dem ein Aktivist derzeit eine alte in Castrop-Rauxel besetzt, fällen. Durch die Rodung des Walds will der Konzern Platz für den Kohleabbau schaffen. Gegen die Rodung des Hambacher Forst machen sich seit 2012 Umweltaktivisten stark. Unter anderem errichten sie Baumhäuser in dem betroffenen Waldgebiet. Seit dem 13. September 2018 läuft die Räumung der Baumhäuser, von denen aus die Umweltaktivisten gewaltlosen Widerstand leisten.

Zuletzt meldeten sich in Dortmund die Grünen zu Wort und forderten, dass auch die Stadt Dortmund zu diesem Thema Farbe bekennen solle. Denn durch die Beteiligungen der DSW21 gilt die Stadt als größter kommunaler Anteilseigner der RWE. Die Grünen fordern ein Stillhalteabkommen, bis sich die Politik auf einen Zeitplan zum Kohleausstieg geeinigt hat. Die Rodungsarbeiten sollen also vorerst gestoppt werden.

Warum ist der Wald so wertvoll?

Der Hambacher Forst ist der letzte große Mischwald in Mitteleuropa. Er entstand in etwa nach der letzten Eiszeit, also vor rund 12.500 Jahren. Ursprünglich war er mehrere tausend Hektar groß. Für den Kohleabbau wurde bereits der größte Teil des Waldes abgeholzt.

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Im Zuge der Abholzungsaktion von RWE sollen weitere 100 Hektar der verbliebenen 200 Hektar gerodet werden. RWE möchte so an die reichen Braunkohlevorkommen gelangen, die unter dem Wald lagern.