Bei der Intermodellbau lieferten sich massive Roboter harte Kämpfe um den Titel des Deutschen Meisters. Wir waren dabei – und haben den Champion getroffen.

Dortmund –  Die Arena ist ein quadratisches Ungetüm aus Stahl, Plexiglas und Holz. Sie muss Einiges aushalten, denn darin geht es ordentlich zur Sache. Massive Roboter aus purem Stahl liefern sich erbitterte Duelle. Sägen kreisen, Hammer donnern auf den Boden und Hackebeile sausen durch die Luft.

Großes Interesse bei den Roboterkämpfen auf der Intermodellbau. Die Arena muss Einiges aushalten können. Unten im Bild ist eine Falle. Roboter, die dort reingeschoben werden, haben verloren.. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Deutschlands frischgekrönter König dieser Vernichtungsmaschinerie ist Dirk Antwerpen (49). Bei der Modellbaumesse Intermodellbau in den Westfalenhallen holte der Tüftler aus Nettetal am Sonntag (9. April) die Deutsche Meisterschaft mit seinem Roboter namens „Enigma“. Dabei sieht der 49-Jährige gar nicht so aus, als würde er auch nur einer Fliege etwas anhaben können.

„Es geht nicht ums Zerstören“

„Bei den Kämpfen geht es auch eigentlich gar nicht ums Zerstören“, sagt Antwerpen. „Es geht eher darum, die Roboter zu bauen.“

Roboter, Intermodellbau
Die Roboter-Tüftler fahren schweres Geschütz auf. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Trotzdem: Die Menschenmassen, die sich bei den Kämpfen rund um die Arena tümmeln, lächzen nach Zerstörung. Jedenfalls ist das Raunen am Größten, wenn die Roboter durch die Gegend fliegen, Teile abschmettern, es rummst und kracht.

Roboter aus den Niederlanden

Zwischen den Konkurrenten – die auch aus den Niederlanden nach Dortmund gekommen sind – geht es dagegen eher harmonisch zu. Hinter den Kulissen jedenfalls. „Wenn mal der Roboter des Gegners kaputt gegangen ist, hilft man beim Wiederaufbau mit“, sagt Antwerpen. Beim Fußball sei das zum Beispiel anders. Der Mannschaftsarzt des FC Bayern würde mit Sicherheit nicht dabei helfen, einen verletzten Spieler des BVB wieder zu heilen. Jedenfalls in der Regel nicht.

Roboter, Intermodellbau
Nach den Kämpfen müssen die Roboter nicht selten repariert werden. Das geschah bei der Intermodellbau in Dortmund im Schatten der Arena. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Während also die Messebesucher das Roboter-Spektakel gebannt verfolgen, machen sich die Tüftler schon Gedanken, wie es in Zukunft mit ihrem „Sport“ weitergeht. Der Deutsche Meister verrät nämlich: „Wir würden gerne mit noch größeren Robotern kämpfen, würden damit aber mehr von der Arena zerstören – und das kostet Geld, was wir nicht haben.“ Heißt: Der Robotersport ist auf der Suche nach Sponsoren, könnte Subventionen gut gebrauchen. Ein Blick über den Atlantik macht aber Mut: In den USA ist man nämlich schon ein bisschen weiter. Dort ist der Roboterkampf schon seit Jahren im TV zusehen, mit Sendungen wie „Robot Wars“ oder „Battle Bots“. Mal sehen, ob es das Format auch ins Deutsche Fernsehen schafft.

 

Robo-Wars: Die Finals der DM in Dortmund (Teil 2)

Posted by Dortmund24 on Sonntag, 9. April 2017