Das Theater Dortmund hat einen neuen geschäftsführenden Direktor: Tobias Ehinger. Ehinger ist in Dortmund allerdings ein alter Hase. Wir haben mit ihm über Veränderungen am Theater und über seine Lieblingssüßigkeit gesprochen. 

Es klingt ein bisschen wie ein Gegensatz: „Wir haben am Theater Dortmund einen alten neuen Geschäftsführer, der außerdem noch sehr jung ist“, gibt Kulturdezernent Jörg Stüdemann in einer Pressekonferenz am Donnerstag (28. September) bekannt.

Tobias Ehinger wird ab Oktober 2017 Geschäftsführender Direktor am Theater Dortmund. Ehinger, bislang Ballettmanager am Theater Dortmund, folgt auf Bettina Pesch, die als Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Generalintendantin ans Theater Magdeburg wechselt. Tobias Ehinger (Jahrgang 1979) ist bereits seit 2004 als Ballettmanager am Dortmunder Theater beschäftigt.

Fernab von seiner neuen Position haben wir Tobias Ehinger drei nicht-theaterbezogene Fragen gestellt.

Drei Fragen an Tobias Ehinger

Was ist Ihr Lieblingsort – abgesehen vom Theater? – „Ich fühle mich sehr wohl hier. Ich schätze die Mentalität und die Offenheit der Menschen. Hier gibt es mehr Sein als Schein. Das macht Dortmund so liebenswert.“ Liebenswert findet er auch die vielen Grünflächen in der Stadt. Gerne verbringt er Zeit im Rombergpark.

Was ist Ihre Lieblings-Süßigkeit? – „Espresso“, sagt er lachend. „Nein, vielleicht Schokolade.“ Die esse er mal so alle zwei Monate.

Zu welcher Musik tanzen Sie (im Club): „Ich tanze sehr gerne. Zum Beispiel zu House, aber eigentlich ist mir das egal. Nur kein Schlager.“

Tobias Ehinger ist der neue Geschäftsführende Direktor am Theater Dortmund. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Kulturdezernent Jörg Stüdemann und Tobias Ehinger. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

 

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Tanzpreis

2013 wurde Tobias Ehinger als Ballettmanager mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet. „Tobias Ehinger ist ein Mann, der auf vielen Ebenen erprobt ist – und das durchaus erfolgreich“, so Kulturdezernent Jörg Stüdemann. „Er hat eine Vita, die davon zeugt, das er hypermäßig aktiv ist und dabei viele Erfolge eingebracht hat – und das mit viel Sympathie.“ Von Stadt und Theater wird dem Neuen ohne Einschränkungen zugetraut das Haus mit über 500 Beschäftigten zu führen. Los geht es damit am 1. Oktober 2017.

Sein Vertrag läuft sechs Jahre. Seine erste Amtshandlung in der neuen Position? „Da leuchte ich vermutlich morgens um acht Uhr für die Ballettgala aus“, so Ehinger. In der nächste Woche wird er dann eine Mitarbeiterversammlung einberufen. Da soll es dann um Veränderungen und den aktuellen Stand gehen. Es soll ein Auftakt-Treffen für die Mitarbeiter werden, bei dem sie auch Fragen, Nöte und Sorgen an den geschäftsführenden Direktor äußern können. Ehinger ist sich sicher: „Es gibt immer eine Lösung.“

Tobias Ehinger ist der neue Geschäftsführende Direktor am Theater Dortmund. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24
Tobias Ehinger ist der neue Geschäftsführende Direktor am Theater Dortmund. Foto: Nadja Lucas/Dortmund24

Theater Dortmund als Teil der Individualität der Stadt

Dortmund sieht er als sehr interessanten Standort an. „Das Theater Dortmund ist ein großer Bestandteil der Individualität der Stadt. Durch die fünf Sparten haben wir eine große Chance und ein großes Entfaltungspotenzial. Überhaupt haben wir die Chance als Betrieb modern und innovativ aufzutreten.“ Ehinger hat Visionen und die möchte er aufgreifen. Mit den fünf Sparten – Oper, Ballett, Philharmoniker, Schauspiel, KJT – entstehe ein „Kraftwerk der Gefühle“. Und hier sieht sich Ehinger als Vermittler der fünf Sparten.

Sein Hauptziel: Das vorhandene Potenzial zu nutzen und die Relevanz zu stärken. „Ich möchte die Tradition begründen und nicht darauf bauen“, macht er deutlich. Es ist ihm aber auch bewusst, dass mit seinem neuen Job große Herausforderungen anstehen. Zum Beispiel der Werkstattumbau. Es wird nebenbei gebaut und das Theater nicht stillgelegt. „Das zu stemmen ist eine riesige Herausforderung für Künstler und Beschäftigte“, so Ehinger. Außerdem ist das Haus aus den 60ern Jahren. Heizung, Rohre und Co sind in die Jahre gekommen. „Das muss in Angriff genommen werden.“

Kulturdezernent Stüdemann ist sich jedenfalls über Ehinger sicher: „Er wird davon rennen. Und wir stürmen hinterher.“