Die Unzufriedenheit ist groß: Wirklich gerne hält sich wohl niemand am Dortmunder Hauptbahnhof auf. Das haben auch die Verantwortlichen erkannt und wollen einiges ändern – doch das dauert.

Dortmund – Ungemütlich, grau, hässlich: So könnte man den Dortmunder Hauptbahnhof auch beschreiben. Das soll sich bald ändern. Besser gesagt in ein paar Jahren, wenn nicht noch mal am Zeitplan gedreht wird.

Auf der Pressekonferenz zur Planungswerkstatt Dortmund Hauptbahnhof-Nord nutzte Stephan Boleslawsky von der DB Station & Service AG noch einmal die Gelegenheit, um die geplanten Schritte näher zu erläutern.

Vier Dimensionen

„Es gibt vier große Dimensionen, die wir angehen wollen“, sagte er. Die erste sei die Barrierefreiheit. „Die gesamte Anlage wird umgebaut, es soll überall Aufzüge geben.“

Auch die Aufenthaltsqualität solle enorm verbessert werden. Der Personentunnel, der bislang durch seine eher düstere Atmosphäre nicht gerade zum Verweilen einlädt, soll breiter gemacht werden. Fasst die Passage aktuell 9,20 Meter, soll sie nach dem Umbau 13,20 breit sein.

„Moderne Beleuchtung und beheizte Wartemöglichkeiten“

Die Bahnsteige sollen ebenfalls angenehmer gestaltet werden. Die Gleise eins bis acht sollen neu überdacht werden. Ebenso soll es neue Bodenbeläge und moderne Beleuchtungsanlagen geben. „Auf den Bahnsteigen werden beheizte Wartemöglichkeiten errichtet“, sagt Boleslawsky.

Auch das Thema Reiseinformationen wird im Zuge des Umbaus neu gedacht. So wird es neue Informationssysteme geben, die fest im Tunnel installiert werden.

Umbau des Dortmunder Hauptbahnhofs wohl erst 2024 abgeschlossen

Als letzter Punkt sollen die Verkehrsträger miteinander verknüpft werden. So soll unter anderem der Busbahnhof näher an die Gleise rücken.

Abgestimmt sind die Baumaßnahmen der Deutschen Bahn auf Umbau und Erweiterung der Stadtbahnanlage Hauptbahnhof. Zeitgleich mit dem Beginn der Renovierungsarbeiten der Deutschen Bahn starten im Stadtbahnbahnhof die Arbeiten für zusätzliche Treppenanlagen und neuen Aufzüge im Mittelbereich der Bahnsteig- und Verteilerebene. Die Arbeiten sollen bis 2019 dauern.

Immerhin die Finanzierung ist geklärt

Beim Hauptbahnhof sieht da leider anders aus: Reisende müssen sich auf eine lange Umbauphase einstellen. Mitte 2017 sollen die ersten Maßnahmen, zunächst nicht direkt an den Gleisen erkennbar, beginnen. Mitte 2018 soll dann der erste Bahnsteig angepasst werden.

„Die Finanzierung ist geklärt“, sagt Boleslawsky. Man plane, 2023 oder 2024 fertig zu sein. Es ist also noch ein weiter Weg, den der ungemütliche, graue und hässliche Bahnhof vor sich hat.