Bild: Darius/Foodloaf

Was bietet Dortmund kulinarisch? Was ist neu, was noch unbekannt? Wir haben den Dortmunder Food-Blogger Darius von Foodloaf gebeten, an dieser Stelle in einer Kolumne neue Restaurants und Futterbuden zu testen.

Nudeln – das Standardgericht bei Studenten und wenn es schnell gehen muss. Schmeckt fast jedem und macht satt. Und ist auch noch günstig. In manchen Pizzerien zahlt der Kunde für die Portion Nudeln einiges, aber nicht im Nudelhaus Da Cabo. Da ist es lächerlich günstig.

Vorgeplänkel

Ganz wichtig ist es bei einem Artikel wie diesem, der vermutlich für hitzige Diskussionen sorgen wird, dass man den „Sinn“ von so einem Artikel halbwegs erklärt. Es geht hier um das Nudelhaus Da Capo, welches geradezu lächerlich und unglaubwürdig günstig ist.

Wie ist sowas zu werten? Es geht hier nicht nur darum eine Empfehlung für das Essen an sich auszusprechen, welches wohlgemerkt okay war (in Anbetracht der Preise), sondern darum euch vor allem diese „Sensation“ aufzuzeigen. Ihr wollt zu zwei satt werden und keine 4 Euro zahlen? Kein Problem.

Das Nudelhaus Da Capo an der Saarlandstraße 120. Foto: Darius/Foodloaf

Am Ende soll es jeder bewerten, wie er will. Ich möchte euch hier also nur von meinem Besuch erzählen und wie ich, subjektiv und objektiv, je nachdem, versuche eine Bewertung abzugeben, was von dem Imbiss und dem Essen zu halten ist.

Oder nein, eher möchte ich euch dadurch vielleicht etwas sensibilisieren und zum Nachdenken anregen. Sei es darüber, wie solche Preise möglich sind, oder darüber, dass man seine Messlatte fair ansetzen muss. Letzteres ist meiner Meinung nach extrem wichtig, um Erwartungen gerecht zu werden und auch um schlicht „fair“ zu sein. Wer 1,80 Euro für Nudeln ausgibt, sollte keine Sterneküche erwarten, das dürfte klar sein.

Lasst die Diskussion also beginnen. Schreibt Dortmund24 und mir einen Kommentar mit eurer Meinung. Was haltet ihr von solchen Preisen? Kennt ihr den Laden vielleicht sogar? Oder: Wo kann man noch spottbillig Essen gehen in Dortmund? Viel Spaß mit dem Bericht!

Das Nudelhaus da Capo

Das Nudelhaus Da Capo gibt es seit 18 Jahren in der Saarlandstraße 120. Der Besitzer selbst stand am vergangenen Samstag dort in der Küche und erzählte mir etwas darüber, wie diese Preise möglich seien. Doch dazu später mehr.

Das Nudelhaus ist eher ein Imbiss: Spartanisch eingerichtet, aber irgendwie gemütlich. Hat was von einer Pommesbude mit der Wanddeko bestehend aus Zeitungsschnipseln etc. Etwas alt und „abgenutzt“, aber zweckmäßig. Es wird sich auf das Wesentliche beschränkt und das Besteck aus dem Besteckkasten hat eher etwas von einer Kantine statt von einem Restaurant. Die Servietten liegen lose daneben und das Essen wird einem über den Tresen gereicht.

Die Kantine lässt grüßen. Foto: Darius/Foodloaf

Dazu sei angemerkt: Völlig okay für mich! Ich zahle einen lachhaften Preis, da erwarte ich nicht viel. Wie erwähnt, man muss seine Messlatte fair ansetzen, das ist hier Grundbedingung, um im Nudelhaus Da Capo glücklich zu werden. Ein gegensätzliches Beispiel wäre: Wer würde in ein Sternrestaurant gehen um sich TK Pommes zu bestellen und es dann schlecht bewerten, weil es diese nicht hat?

Nicht mal genug Platz, um das Nudelhaus komplett abzulichten. Foto: Darius/Foodloaf

Es gibt drei oder vier Tische und ein paar Hochstühle. Bequem sitzen… ja so halbwegs. Aber trotzdem – es ist eben irgendwie gemütlich in dem kleinen Laden. Die Tische sind sauber, und klebende Nudelreste sucht man vergebens. Dem Besitzer des Nudelhauses gehört wohl auch das komplette Haus. Das erklärt auch, wo die Preise herkommen. So müssen ja keine schätzungsweise 2500 bis 3000 Euro Pacht monatlich gezahlt werden.

Speisen & Bestellung

Auf folgendem Foto seht ihr die Speisekarte. Ich spare mir hier diese großartig zu kommentieren, bildet euch eure eigene Meinung.

Das ist die Speisekarte im Nudelhaus Da Cabo. Foto: Darius/Foodloaf

Die einfachsten Basics kosten höchstens 2 Euro, und selbst aufwendigere Pizzen mit Zutaten wie Lachs oder Krabben kosten keine 4 Euro. Handgemachte Pasta mit Ricotta? Keine 5 Euro. Ich sage es ja: Lächerlich die Preise. Die Getränke gibt’s übrigens direkt aus der Dose und man muss sie sich diese selber holen. Service gibt es keinen.

Ich war mit meiner Ma zu Besuch und wir bestellten: Pizza mit Spinat, Knoblauch und Krabben (4,40 Euro, weil eine Extra-Beilage), Spaghetti Napoli (1,80 Euro), Pizzabrötchen (50 Cent), Mischsalat (2 Euro) und zwei Cola light (je 1,50 Euro). Summe: 11,70 Euro. Bei Vapiano habe ich neulich fast genau das für Pasta mit Spinat und Garnelen bezahlt. Sonst nichts.

Ein ganzer Tisch voll Essen und Getränke für zwei Leute: 11,70 Euro. Foto: Darius/Foodloaf

Der Salat ist simpel zurecht gemacht, war aber frisch und von der Menge angemessen. Das Dressing war zwar nicht meins, liegt aber daran, dass ich kein Essig am Salat mag. Paprika, Tomaten, Eisberg-Salat, Gurke. Alles grob geschnitten und zweckmäßig, aber völlig okay – für zwei Euro.

Die Spaghetti Napoli waren ebenfalls okay, ohne sonderlich erwähnenswert zu sein. Die Menge war gut, man wird locker satt. Nicht die besten Nudeln, definitiv nein, aber eben in Ordnung. Nichts zu meckern für 1,80 Euro.

Spaghetti Napoli im Nudelhaus Da Capo. Foto: Darius/Foodloaf

Die Pizza war geschmacklich gut gelungen. Der Spinat sah zwar nicht nach gutem Blattspinat aus, aber der lockere gut gebackene Boden und die reichliche Auflage an sich machten sie doch recht schmackhaft. Ebenfalls anstandslos in Ordnung und eine gute Portion, um satt zu werden.

Die Pizzabrötchen konnte man vergessen, die waren nicht gut. Viel zu trocken, trotzdem sie (hoffentlich) frisch gebacken wurden. Als ich sie bemängelte, musste ich sie aber auch nicht zahlen.

Die Pizza mit Krabben, Spinat und Knoblauch. Foto: Darius/Foodloaf

Was soll man davon halten?

Was kann man nun von diesen Preisen halten? Ich sehe das so: Man geht in das Nudelhaus Da Capo, um für sehr wenig Geld satt zu werden. Man hat keine hohen Ansprüche, es zählt, dass es günstig ist und trotzdem schmeckt. Man geht danach nicht raus und denkt: „Boah, war das geil!“ So sehe ich das und nur so wäre es fair zu bewerten, wie ich finde.

Ich hatte mich mit dem Besitzer unterhalten, der mir etwas zu den Preisen erläuterte. Ich muss trotzdem sagen: Es ist für mich völlig unbegreiflich und die Zahlen, die er mir um den Kopf warf, klangen ziemlich abgehoben, was aber nicht heißt, dass es nicht stimmt.

Pauschal sagte er: Die Masse macht’s. Das Hauptgeschäft läuft wohl unter der Woche und das vor allem zur Mittagszeit. An dem Samstagmittag gegen 13 Uhr, als wir da waren, war kaum was los. Es kamen etwa später ein paar Leute, aber auch nicht viele. Platz dafür ist eh nicht.

Sehr viele Kunden kommen in den Mittagspausen und der Chef des Da Capo meinte auch, dass er die benachbarte Telekom in großen Stile versorge. Nudeln würden in großen Mengen (angeblich Barilla) angekarrt werden und im eigenen Lager eingelagert, statt über teurere Großhändler bezogen zu werden.

Trotz vorsintflutlicher Preise: Guter Boden bei der Pizza. Foto: Darius/Foodloaf

Man kann sich natürlich trotzdem fragen, warum nicht etwas höhere Preise genommen werden und dafür zum Beispiel etwas mehr Deko auf dem Essen ist oder sonst versucht wird, höhere Qualität zu erreichen. Ich habe keine Ahnung. Das Nudelhaus da Capo will vielleicht einfach nur „simpel und gut und spottbillig“ sein. Anders kann ich es mir nicht erklären. Muss ich vielleicht auch nicht erklären können, denn eins zählt: Seit 18 Jahren gibt es den Laden, und das nicht ohne Grund.

Macht euch einfach selbst ein Bild vom Nudelhaus Da Capo. Von mir gibt es auf jeden Fall eine „Preisempfehlung“ oder zumindest eine „Kuriositätenempfehlung“

 Der Blogger

Darius kommt aus Dortmund und schreibt auf seinem Blog „FoodLoaf.com“ über Essen, Fitnessprodukte und Restaurants. Angefangen hat alles mit Eis-Tests auf Youtube. Außerdem ist Darius Biochemiker. Deshalb weiß er ganz genau, warum die Hefe im Pizzateig aufgeht und das Bier so schön perlt.