Darius testet: So schmeckt die Pizza im 60 Seconds to Napoli

Unser Foodblogger Darius von Foodloaf war im 60 Seconds to Napoli und hat dort die Pizza probiert. Foto: Foodloaf
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Unser Foodblogger Darius von Foodloaf war im 60 Seconds to Napoli und hat dort die Pizza probiert. Foto: Foodloaf

Dortmund/NRW - Unser Foodblogger Darius von FoodLoaf war unterwegs - dieses Mal im 60 Seconds to Napoli in der Kleppingstraße. Dort dreht sich alles um die perfekte Pizza.

Was bietet Dortmund kulinarisch? Was ist neu, was noch unbekannt? Wir haben den Dortmunder Food-Blogger Darius von Foodloaf gebeten, an dieser Stelle in einer Kolumne neue Restaurants und Futterbuden zu testen.

Was tun, wenn man Lust auf Pizza wie in Neapel hat, aber gerade keine Zeit um hinzufliegen? Dann setzt euch ins Auto, die U-Bahn oder geht zu Fuß und bewegt euch in die City zur Kleppingstraße 22 in Dortmund und besucht das 60 Seconds to Napoli.

Ein Ofen mit bis zu 500 °C, lange Teiggärung von bis zu 72 Stunden, Tomaten vom Fuße des Vesuvs und Fior di Latte statt schnöden Goudas oder Analogkäse aus dem zehn Kilo Block – auf diese Dinge kann man sich freuen, wenn man sich dort eine Pizza bestellt. Und Dank des Ofens dauert das dann auch nur 60 Sekunden, bis ihr Neapel vor euch auf dem Teller habt!

Doch schmecken die Pizzen auch, oder will der Laden einfach nur „anders“ sein? Ich war bei der inoffiziellen Eröffnung des 60 Seconds to Napoli dabei und möchte euch hier meine Eindrücke schildern.

Im Video, könnt ihr meiner Pizza von der Küche bis auf den Tisch folgen:

Öffnen auf www.youtube.com

Das 60 Seconds to Napoli

Das 60 Seconds to Napoli befindet sich in der Dortmunder Innenstadt neben dem ebenfalls erst kürzlich eröffneten Mu Kii und einen Wurf entfernt vom Scoozi - auch die habe ich getestet.

Damit hat es die perfekte Anbindung, wenn man eine Stärkung nach einem Shoppingmarathon braucht oder sich eine Abwechslung von all den Gastronomieketten in der City wünscht. Oder, was natürlich der beste Grund ist, ihr habt einfach so wie ich Bock auf Essen.

Im Mittelpunkt stehen Pizzen und die besondere Art wie sie zubereitet werden. Der Laden ist kein Italiener, sondern eine Pizzeria und die Betreiber kommen erfreulicherweise nicht auf die Idee, zum Füllen der Speisekarte noch so einen Quatsch wie Pasta anzubieten. Ein paar kleine Speisen nebenbei wie ein Salat, Nachtisch, das war’s. Ich finde es gut, dass sie sich auf Pizza und deren Perfektion beschränken.

Spezieller Ofen für Pizzen

Die Pizzen werden in einem speziellen Ofen gebacken, der bis zu 500 °C heiß werden kann, so dass eine Pizza in ca. 60 Sekunden fertig ist. Dazu kommen dann ausgewählte Zutaten wie sie vermutlich auch in Neapel benutzt werden.

Die Einrichtung gefällt mir, aber es könnte etwas gemütlicher sein. Ein bisschen Deko an den Wänden könnte auch nicht schaden. Das ist aber sicher Geschmacksache. Als schlicht und etwas elegant kann man es auch bezeichnen. Doch finde ich, dass man die beeindruckenden Betonwände mit einigen gekonnten Dekorationen noch viel besser in Szene hätte setzen können. Es wirkt etwas kalt für mich.

Umso schöner lässt es sich draußen in der Fußgängerzone sitzen. Schattig unter Bäumen mit einer Pizza auf dem Tisch die Leute auf der Straße beobachten – was könnte schöner sein?!

Was gibt es so?

Wie erwähnt stehen Pizzen im Mittelpunkt. Man kann sich diese klassisch mit Fior di Latte (Mozzarella aus Italien) bestellen, mit Salami oder auch mit Thunfisch. Es gibt eine Pizza mit steierischem Bergkäse, die dann „Schwarzenegger“ heißt oder auch eine mit Nutella. Mein Highlight, welche man mal probieren muss? Eine mit Kartoffelpüree, Sahne und Muskat. Also die Ideen der Pizzen sind nicht alle unbedingt „original“ wie in Neapel, aber trotzdem toll.

Es gibt auch ein paar Nachspeisen wie die erwähnte Nutella-Pizza oder Käsekuchen. Kaffeegetränke, Softdrinks und alkoholische Getränke oder auch Longdrinks sind ebenfalls zu bekommen. Es gibt viele Sorten Wein, was die Betreiber extra hervorheben. Angeblich sollen da sehr gute und erlesene Weine zu finden sein. Ob das stimmt, weiß ich nicht, denn ich habe schlicht keine Ahnung von Wein. Um ehrlich zu sein, ich finde ihn schrecklich.

So kam es also, dass ich mir eine Cola light bestellte und meine erste Pizza.

Die Bestellung im 60 Seconds to Napoli

Da es, wie erwähnt, die inoffizielle Öffnung war, waren die Arbeitsabläufe etwas anders und der Laden war ziemlich voll. Trotzdem ist meine erste Pizza nach nur wenigen Minuten auf dem Tisch gewesen - toll.

Als erstes habe ich mich für eine Margherita di Bufala entschieden. Sie kommt mit Büffelmozzarella, Parmesan, frischem Basilikum und Olivenöl. Die Basics eben, sodass man am besten den Teig und die Güte der Zutaten wie z.B. der Tomatensauce beurteilen kann.

Die Pizza ist ganz anders als man „normale“ Pizzen kennt. Sie ist allgemein „leichter“ und viel milder (vermutlich habe ich deswegen zwei Stück verdrücken können). Die Sauce schmeckte wunderbar fruchtig nach Tomate. Es sind in dieser keine Gewürze wie Oregano, was schon einen großen Unterschied macht.

So schmeckt die Pizza

Auch ist die Sauce allgemein „dünner“, aber nicht minder aromatisch. Der Büffelmozzarella hatte eine im Vergleich zu normalem Mozzarella etwas intensivere Note, doch war trotzdem mild im Vergleich zu Gouda & Co. Irgendwie „cremig“ wurde die Pizza dadurch.

Der Rand der Pizza war dick, fluffig-elastisch und trug maßgeblich zur tollen Optik der Pizza bei. Er war nicht knusprig, sondern weich und aromatisch. Der Boden ist vielleicht 2-3 Millimeter dünn und sehr weich. Unten hatte er schöne Röstnoten vom Ofen. Hier wird manch einer vielleicht etwas verstört sein, denn die Sauce weicht den Boden total auf.

Ich persönlich mag es, denn so ist es mit der Sauce und dem Käse sehr saftig. Man könnte den Boden allerdings mit einem Löffel essen und sollte nicht zu lange warten, sonst wird es matschig. Aber so wie bei der Pizza, so ist es auch in Neapel. Der Rand ist lecker und man wird verleitet ihn abzuschneiden um damit die Soße vom Teller aufzutunken.

Ich hatte noch eine Pizza: „The Beast“. Diese kam mit Kirschtomaten, Fior di Latte Rinderschinken und ordentlich grob behobeltem Parmesan daher. Es war wirklich reichhaltig Schinken oben auf der Pizza und ich schätze mal normalerweise ist es nicht so viel, das Zeug ist nämlich ziemlich teuer.

Die Kombination von Schinken und Parmesan, die nicht mitgebacken wurden, sondern nachher auf die Pizza kamen, waren toll. Die Kirschtomaten hatten noch etwas Biss und waren schön saftig. Ebenfalls eine tolle Pizza und optisch abermals beeindruckend.

Vom Käsekuchen konnte ich auch was probieren – ebenfalls lecker, vor allem der Boden.

Fazit

Ich möchte euch einen Tipp geben: Probiert am besten die klassische Pizza mit Basilikum und Fior die Latte als erstes aus, denn so könnt ihr die Besonderheiten dieser Pizza ausprobieren. Sie ist anders, sie ist mild, sie schmeckt, sie sieht gut aus, sie ist toll.

Die Pizzen kosten zwischen sieben Euro und 14 Euro, je nachdem wie hochwertig die Zutaten sind. Das ist preislich noch in Ordnung, hätte aber ruhig einen Euro günstiger sein können. Ihr bekommt wirklich mal etwas anderes und das ist einen Besuch wert. Ich war sicherlich nicht zum letzten Mal im 60 Seconds to Napoli.

Sogar meine Mutter habe ich hingeschickt. Und wer würde seiner eigenen Mutter schlechtes Essen empfehlen?

Info

Darius kommt aus Dortmund und schreibt auf seinem Blog www.FoodLoaf.com über Essen, Fitnessprodukte und Restaurants. Angefangen hat alles mit Eis-Tests auf Youtube (FoodLoaf). Außerdem ist Darius Biochemiker. Deshalb weiß er ganz genau, warum die Hefe im Pizzateig aufgeht und das Bier so schön perlt.